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Candida OT

5 Schnitte als Paket oder einzeln

Schriftenhaus:  Elsner + Flake
Entwerfer:  Elsner & Flake Design Studios, Jakob Erbar

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Candida OT

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Was ist OpenType?OpenType

OpenType
OpenType ist ein modernes Datenformat für digitalisierte Satzschriften (Fonts), ursprünglich eingeführt von Microsoft und später gemeinsam mit Adobe weiter entwickelt. Das OT-Format überwindet die Begrenzungen der weit verbreiteten Font-Formate PostScript (Type 1) und TrueType, zum Beispiel den limitierten Zeichenvorrat. Es wurde bereits 1996 veröffentlicht, doch erst seit 2000 kommen zunehmend OpenType-Schriften auf den Markt, sowohl Neuentwürfe als auch Überarbeitungen von Klassikern.

Vorteile von OpenType
Anders als PostScript-Schriften bestehen OT-Fonts immer nur aus einer Font-Datei. Wie TrueType unterstützt auch OpenType die Adressierung der einzelnen Zeichen eines Fonts über die Unicode-Tabellen; damit wird die für traditionelle PostScript-Fonts geltende Grenze von 256 adressierbaren Zeichen pro Font überwunden. Weil die Zurichtung der Buchstaben (Kerning) auf Zeichenklassen basiert (verwandte Zeichen wie ä. á, à usw. werden zusammengefasst), ergeben sich für Fonts mit vielen ähnlich zu behandelnden Zeichen starke Einsparungen an Speicherplatzbedarf.
In OT-Fonts können die typografischen Ausdrucksmöglichkeiten einer Schrift besser abgebildet werden, z. B. sprachspezifische Ligaturen oder dynamischer Zeichenaustausch (engl. contextual feature). Dies wird über so genannte OpenType-Features realisiert.
Durch das verbindliche Aufbringen einer digitalen Signatur kann ein Schrifthersteller (Foundry) die Authentizität und Integrität einer Fontdatei nachweisbar machen. Dies ist im professionellen Umfeld für die legale und korrekte Lizenzierung von Schriften wichtig.

Mathematik hinter den Kulissen
Trotz OpenType existieren die früheren Buchstaben-Beschreibungen von PostScript und TrueType weiter. Die PT-Spezifikationen legt sich wie eine Art Mantel um die alten Algorithmen. Daher gibt es OT-Fonts in zwei Ausprägungen (engl. flavours):

TrueType-flavoured (Datei-Endung .ttf) und

PostScript-flavoured (Datei-Endung .otf).

Der Unterschied liegt in der mathematischen Beschreibung der Schriftkurven (engl. outlines), die im TrueType-Format  als quadratische Splines und im PostScript-Format als kubische Splines eingebettet sind. Die für OpenType spezifischen Eigenschaften werden generisch über zusätzlich in den Font eingebaute Tabellen realisiert.
In der Druckqualität unterscheiden sich .ttf- und .otf-Fonts nicht, wohl aber im Verhalten am Bildschirm und in den Programmen. PostScript-flavoured OT-Fonts bringen von Hause aus eine bessere Textdarstellung  am Bildschirm (engl. rendering) mit, während .ttf-Fonts zusätzlich mit Instruktionen versehen werden müssen (engl. hints), um am Monitor gut lesbar zu erscheinen. In der typischen Office-Umgebung (Word, Excel, PowerPoint) sind .ttf-Fonts praktisch eine Voraussetzung für zuverlässiges verhalten bei den Laufweiten (Buchstabenabstände, Kerning) und der Einbettung in Dokumente (v. a. PowerPoint).

OT ist nicht gleich OT
Eine volle Unterstützung von OpenType-Features ist weder auf den verschiedenen Betriebssystemen (Mac OSX, Windows), noch in den unterstützenden Programmen (Adobe InDesign, Quark XPress) und vor allem nicht in den Fonts anzutreffen. Die meisten Schriften werden nie die volle Funktionalität bieten. Es liegt allein im Ermessen des Schriftentwerfers, wie viele Ligaturen er entwirft und ob seine Schrift Kapitälchen enthält. Auch die Ausstattung mit nicht-lateinischen Zeichen ist nur selten gegeben. Daher ist vor der Entscheidung für eine OpenType-Schrift darauf zu achten, welchen Zweck sie erfüllen soll. Allen OT-Fonts gemein ist, dass sie als Unicode-Schriften funktionieren, die einen Zeichensatz von maximal 65.536 Glyphen umfassen können. Im Zuge der Migration ihrer Schriftbibliotheken von PostScript hin zu OpenType haben die Font-Hersteller nicht nur OpenType-Features implementiert, sondern früher separat geführte Schriftstile (z. B. Kapitälchen-Schnitte oder fremdsprachige Fonts) in den zugehörigen OT-Font integriert.
Um die Unterschiede im Zeichenumfang der OpenType-Fonts zu kennzeichnen, haben die Schriftenhäuser eigene Mindest-Zeichensatzumfänge definiert und mit Kürzeln im Namen des Fonts ausgedrückt. Es gibt meist einen Standard-Zeichensatz-Umfang (OT) sowie einen für die professionelle (typografische) Anwendung geeigneten Zeichensatzausbau (OT Pro).

Welcher OT-Typ sind Sie?

In der Praxis trifft man – vereinfacht ausgedrückt – meist zwei OpenType-Font-Usergruppen: die Designer und die Office-User. Beide haben unterschiedliche Anforderungen an die Schriften, die von OT-Fonts selten komplett bedient werden – ja oft widersprechen sich die Anforderungen.

Designer wünschen meist:

• typografische Raffinessen

• neue Entwürfe

• raffinierte Formgebung

Im Büro sind gefragt:

• Lesbarkeit am Bildschirm

• Kompatibilität (= bewährte Schriften)

• Mehrsprachigkeit

• Office-Verhalten (z. B. Schriftwechsel per Stilbefehl)

Diese unterschiedlichen Wünsche müssen vor der Investition in einen OpenType-Fonts von Designbüro und Auftraggeber gemeinsam besprochen werden, vor allem, wenn es um ein Corporate Design geht.