Offener Brief an www.designenlassen.de

Der Kölner Designer Stefan Maas (MAAS+CO), Mitglied der Allianz deutscher Designer, hat seinem Berufsverband und dem Fontblog heute morgen seinen offenen Brief an den Nürnberger »Marktplatz für Kreativdienstleistungen« www.designenlassen.de in Kopie überbracht, den ich hier gerne zur Diskussion stelle. (Abb: www.designenlassen.de)

Sehr geehrter Herr Kubens, sehr geehrter Herr Sobolewski,

auf diesem Wege muss ich Ihnen zu Ihrer Internetseite www.designenlassen.de. gratulieren. Ihr zweifellos kreatives und neuartiges Geschäftsmodell könnte tatsächlich eine neue Zeit in der Designbranche anbrechen lassen, allerdings meiner Meinung nach eher eine Endzeit. Das von Ihnen praktizierte Designverständnis wirft diesen Beruf in seiner öffentlichen Wahrnehmung locker um 20 Jahre zurück und ist Rufschädigung pur.

Schon der Name ist für einen potenziellen Auftraggeber wenig hilfreich. Jeder, der sich mit professioneller Gestaltung beschäftigt hat, weiß, dass Design eine sehr persönliche Dienstleistung ist. Das hat zur Folge, dass der „Maßanzug“ für den Auftraggeber nicht ohne dessen Mitwirkung entstehen kann. Wer glaubt, man könnte das Thema komplett delegieren oder mit Minimalbriefing als Lotterie ausschreiben, hat schlicht keine Ahnung und wird zu entsprechenden Ergebnissen kommen, die den Kunden selten begeistern.

Soviel zur fachlichen Seite. Mit Interesse lese ich weiterhin auf der Startseite Ihres Projekts, dass sich am 16. Mai 2009 um 18:00 Uhr 1.664 Designer um 43 Projekte mit einem Gesamtbudget von 15.190,00 € balgen. Rechts daneben erfahre ich, dass die in der Liste aufgeführten Projekte ein durchschnittliches Budget von ca. 350,00 € aufweisen. Wie man von solchen „Preisgeldern“ als Designer existieren soll, bleibt unklar. Wenn ich die oben genannten Zahlen zum Beispiel mit den Honorarempfehlungen der Berufsverbände vergleiche, dann wird deutlich, dass es sich hier um den Sachverhalt der „Liebhaberei“ handelt, wie es das Finanzamt ausdrücken würde. Das erinnert mich an eine Denkweise, die man in der Praxis bei Unternehmen ohne Designvorkenntnisse leider manchmal antreffen kann: sollen die Designer doch froh sein, dass sie was Kreatives machen dürfen; aber dann auch noch Geld verdienen; das muss doch nicht sein. So oder so ähnlich lautet zusammenfassend Ihre Botschaft an potenzielle Auftraggeber.

Insofern ist der Name Ihres Projekts treffend: designen lassen; lassen Sie das mit dem Design doch einfach sein. Solange Sie Geld damit verdienen, dass Designer sich für ein Taschengeld um Jobs balgen, kann Ihnen das natürlich egal sein, solange Ihr Geschäftsmodell funktioniert.

Diejenigen, die sich auf Ihr Angebot einlassen, kann man nur bedauern. Sie brauchen dringend einen Grundkurs in kaufmännischem Denken und werden wohl demnächst ein Fall für Hartz 4 oder 5 sein. Es ist durchaus beeindruckend zu sehen, dass man mit den heutigen Marketingmitteln sogar moderne Formen von Sklaverei so schick verpacken kann, dass sie attraktiv wirken. Und man bekommt sogar Förderpreise für diesen Unfug.

Beste Grüße

Stefan Maas, Dipl. Des. AGD


182 Kommentare

  1. Marcel

    Meiner Meinung nach werden sich trotz dieser Flut an Anbietern größtenteils nur zweit- bis drittklassige Designer auf designenlassen.de finden lassen, die um ihre Eingeschränktheit Bescheid wissen und froh sind, dass sie dort kleine Arbeitshäppchen abstauben können.

    Richtig gute Designer kennen aber ihren Wert, schätzen die enge und individuelle Zusammenarbeit mit dem Kunden und verramschen sich nicht auf so einem Flohmarkt.

    So ist designenlassen.de auf diesem etwas überfüllten Markt vielleicht höchstens für überbrückende Kleinaufträge gut, aber nicht für große Projekte, die Herz und Kunst beinhalten. Erinnert mich glatt an ein MyHammer für unsere Zunft.

  2. Pascal

    Schön formulierter Brief und mal wieder eine Anregung den Begriff Design schützen zu lassen. Es kann doch nicht sein, dass jeder Design machen kann-oder?

  3. Tristan.

    Ich sehe die Sache sehr zweigeteilt. Auf der einen Seite muss ich Stefan Maas recht geben, es ist teilweise eine absolute Sauerei, was auf diesem Portal von den Designern verlangt wird und was Ihnen im Gegenzug als Lohn geboten wird.
    Das zeigt sich jedoch auch in der Qualität der Arbeiten: Ein Großteil der Sachen ist beliebig austauschbar und verletzt sämtliche Grundlagen von gutem Design. Das zeugt davon, dass die Leute, die an diesem Projekt teilnehmen nicht wirklich in der Branche »drinstecken«. Ich vermute, ein Großteil der Leute sind Schüler (die gerade die zwei magischen Wörter »photoshop« und »tutorial« entdeckt haben), Auszubildende oder Studenten, die sich »ein bisschen« dazuverdienen wollen. Für solche Leute ist ein »Gehalt« von 350 € schon viel, bedenkt man, was man in der Ausbildung z. B. als Mediengestalter an Nettoverdienst hat. Ich denke mal, dass jeder ernstzunehmende Designer sich für einen solchen Betrag nicht mal vor ein Blatt Papier setzen würde, um zu scribbeln. Entsprechend findet man solche Leute auch nicht auf der Plattform.

    ABER (und das ist ein wirklich großes ABER!) stellen wir uns folgendes vor:

    Erna P. hat frisch ein Gewerbe angemeldet, ein Ladenlokal gemietet, und will ihr Hobby zum Beruf machen: Hundefrisör. Finanziell gebeutelt (sie muss den Laden auch noch einrichten und ihre zwei Kinder versorgen), fragt sie bei der örtlichen (Kleinstadt-)Werbeagentur an, was denn ein Logo für den Salon kosten würde. Die nennen Ihr, aufgrund ihrer Attitüde (Designer -> generell bessere Mensche, Kleinstadt -> ist ja fast schon Berlin) einen Preis von 1000 € – für Erna viel zu viel.

    Dann ist es doch logisch, dass sie das Ding lieber für 350 € (für Ihre Verhältnisse viel) im Internet machen lässt.

    Ich möchte hier keinen über den Zaun brechen, aber diese teilweise sehr versnobten Ansichten von Designern (nicht alle, aber wenige, die’s halt verderben) bringen solchen Plattformen zuwachs.

    So, und ich hol mir jetzt nen Kaffee.
    (Rechtschreibfehler bitte ich aufgrund des Kaffeemangels zu entschuldigen)

  4. Da Stefan

    Ich bin ja der gleichen Meinung wie mein AGD-Kollege. Aber: was bezweckt er mit diesem Brief? Die Website-Betreiber werden ihre Plattform kaum dadurch wieder vom Netz nehmen.

    Ich weiß: immerhin hat er etwas dagegen gesagt. Und vielleicht einen Denkanstoß gegeben. Finde ich gut und unterstütze ich. Trotzdem werden solche Plattformen (und auch deren Nutzer) mehr werden. Wichtig daher für “den Rest der Designer”: hebt euch ab davon! Schafft Mehrwerte und gewinnt das Vertrauen Eurer Kunden, wie es auf solchen Plattformen nicht existieren kann!

  5. Christian

    @ Tristan:
    Ich frage mich, ob das neue Logo für einen Hundesalon wirklich das Kerngeschäft für Designer ist oder eher ein Randgeschäft, das man mal mitnehmen kann, wenns die Luft gerade zulässt. Jeden Tag werden in Unternehmen Designleistungen gebraucht, die zu einem höheren Mehrwert führen als ein Ladenschild das kann. Ich denke, dass Designer dort wirtschaftlich besser aufgehoben sind.
    Zuletzt muss auch auch deine Erna P. (warum immer Frauen mitte 40 für das Beispiel des Underdogs herhalten müssen, weiß ich auch nicht) rechnen können und ihre neue Selbstständigkeit kalkulieren. Ein Erscheinungsbild ist da eine Anfangsinvestition wie eine Lockenschere oder ein Waschbecken. Das neue Erscheinungsbild ist dann eine kaufmännische Entscheidung, keine Allüre.

  6. thomas junold

    stimme dem kollegen absolut zu. und, auch wenn ich weiss, wer dagegen sein wird :), ich bin ebenfalls dafür, dass man den begriff »designer« schützen lassen müsste.
    die webseite soll nicht verschwinden, wer sich da austoben soll, okay …
    der punkt ist nur, dass es tatsächlich leute gibt, die mittlerweile von myhammer leben, was nichts anderes ist. damit schrammst du immer an der firmenpleite entlang, wer sowas durchhält und auf dauer gewinnt ist vielleicht als handwerker falsch, der sollte was anderes machen. :)

    tristan:
    frau p. hat dann vermutlich auf kurze sicht eh zu kämpfen um ihr kleingewerbe zu halten so ganz aus dem bauch heraus ohne kunden etc. kein gutes beispiel daher.

    im grunde weiss ich nicht, warum ein sinnvoller auftritt eines start-ups nicht in die grundplanung gehört. da müssen angebote geschrieben werden, v-cards verteilt werden, dazu gehört eine kleine ansprechende webseite, die alle wichtigen fragen klärt. wenn du das alles nicht mit einkalkulierst und zwar von anfang an, musst du dich nicht wundern, wenn keiner seinen hund bei dir frisieren möchte etc. briefpapiere und rechnungen, die aussehen wie rotz sind nicht gut fürs geschäft.

    btw. es gibt durchaus verschiedene modelle um start-ups abzurechnen. wenn diese erkennen dass die arbeit des designers gut ist und dem geschäft zuträglich, kommen sie wieder. und ein guter designer erkennt vielleicht auch eine gute idee und investiert darin, weil er auch für sich einen nutzen erkennt.

    ich sehe in deinem kommentar durchaus viele gründe, warum es designenlassen gibt, insofern: » Sie brauchen dringend einen Grundkurs in kaufmännischem Denken und werden wohl demnächst ein Fall für Hartz 4 oder 5«. ;)

  7. sir

    ach macht doch überhaupt gar keinen Sinn sich darüber aufzuregen, in welcher Branche gibt es sowas denn nicht? Discounter, Handwerker… is doch überall so. Es gibt in jedem Bereich, billige Arbeit / Produkte ohne qualität. Und die Leute die sowas wollen kaufen es. Wo ist das Problem… Ich reg mich nicht drüber auf.

  8. Tristan.

    @ Christian: Vollkommen richtig, aber erklär das mal Erna, dem Hundefrisösen-Underdog ;)

    Es ist so, dass genug Leute Design und Erscheinungsbild eher für etwas marginales halten. Geh mal durch deine Innenstadt, und du wirst genügend Beispiele finden (durchaus auch Beispiele, die Funktionieren – der Ein-Euro-Laden oder der Seitenbacher Flagship-Store).

    Wenn du es Erna gut erklärst warum dies nicht der Fall ist, und warum sie ein in sich stimmiges Erscheinungsbild braucht, dann sind sie auch sicher einsichtig. Jedoch kenne ich mehrere Beispiele von Designern bzw. Agenturen, die da, eben weil es nur kleine Kunden sind, keinen Bock drauf haben – getreu dem Motte “Ich hab auf der HAW studiert, da befasse ich mich mit sowas nicht.”, oder “Wir sind in der Kleinstadt hier die Werbe-Götter und haben einen Großkunden, da ist uns alles andere egal.” Und die ziehen dann eben die vernünftigen in den Dreck bzw. öffnen designenlassen.de Tür und Tor.

  9. Jan Middendorp

    Ich sehe das anders. Die Designbranche hat das Problem teilweise selbst verursacht, indem sie zu oft für viel Geld ‘gebackene Luft’ verkauft hat. Ein neuer Hundesalon im Kiez braucht wirklich kein aufwändig ‘entwickeltes’ Logo, ein heiteres Piktogram und der Name in einem angenehmen Font, wird reichen. Der Erna davon überzeugen, dass man 5-10 Stunden bracht um darüber nachzudenken, finde ich auch Quacksalberei. Ein Fachmann/Fachfrau kann in 1 Stunde mühelos 4 oder 5 Vorschläge schaffen, woraus Erna wählen kann. Das Briefing-Gespräch dauert eine halbe Stunde, Reinzeichnung auch. Fazit: 2 Stunden Arbeit für einen flexibelen Profi. Wer sich dafür, als kleiner Selbständiger, mehr als 150 euro zahlen lassen möchte, is selber Schuld.
    Ich bin übrigens gegen Internet-Handwerkerbörsen für Designer, weil es dort nur noch um ‘billig’ geht. Aber alles so lassen, wie es mal war, ist keine Lösung. Wer das Volk davon überzeugen will, dass Design sein Geld wert ist, soll auch die eigene Praxis mal kritisch betrachten.

  10. Daniel

    @ Tristan:

    Natürlich ist es aus der Sicht von Erna verständlich sich dann lieber ein “Logo” für 350 Euro machen zu lassen, ABER wenn man schon einen Laden eröffnet sollte man auch noch das gewisse Kleingeld für eine vernünftige Geschäftsausstattung besitzen. Eine Alternative wäre für Erna ohne Logo anzufangen und wenn das erste Geld reinkommt sich darüber nochmal Gedanken zu machen, ob man sich nicht doch professionellerer Hilfe annimmt. Oder stehe ich da mit meiner Ansicht alleine?

    Besser man begibt sich in die Hände von professionellen Gestaltern und gibt 1000 Euro aus als das man bei so einem doch wichtigen und immer wieder unterschätzten Punkt spart. Gute Gestaltung bringt eine Firma eher nach Vorne und wirkt um einiges seriöser, als eine Clip-Art Gestaltung.

    Das muss man den Leuten auf irgendeinem Weg mal begreiflich machen. Viele geben sich mit wirklich sehr wenig zu frieden, weil sie es einfach nicht besser wissen. Leider.

    Es gibt Designer wie Spiekermann (um nur einen zu nennen) die das versuchen den Menschen begreiflich zu machen, aber irgendwie kommt das bei den meisten Bürgern immer noch nicht so ganz an. Hier einen goldenen Weg zu finden wird sehr schwer. Man sollte die Hoffnung aber nicht aufgeben.

    Übrigens, selbst als Student würde ich nicht bei so etwas mitmachen. Einfach zu unseriös. Da bin ich aber auch nicht der einzigste aus meinem Studium. Ich möchte also nicht wissen, wer bei diesen Voraussetzungen mitmacht.

    Von mir aus kann jeder Mensch designen was das zeug her hält, aber sich dann Designer zu nennen geht meiner Meinung nach auch etwas zu weit. Diesem Thema sollte man in naher Zukunft mehr Aufmerksamkeit schenken. Man muss eine vernünftige Lösung finden, die ausgebildeten Designern von denen die sich einfach nur Designer nennen zu trennen. Um mehr Klarheit zu schaffen.

    In dem Sinne frohes Schaffen und viele gute Ideen.

  11. HD Schellnack.

    Crowdsourcing wird im Design – durchaus auch bei großen Kunden – eine Zukunft haben. Das geht nicht weg, so wenig wie Facebook oder UnitedPrint oder das iPhone. Der Markt wird sich hierdurch weiter in LowBudget-Designproletariat (und natürlich Hobbydesigner) und HighEnd-Designfirmen aufteilen, ein Prozess der bereits seit einigen Jahren ohnehin in Gang ist. Die kleinen Kunden werden sich dann ihr Logo aus dem Web ziehen à la Stockimage, die großen werden mehr und mehr zu großen Agenturen tendieren – beides ohne Frage ein Fehler. Beides aber starke Tendenzen, mit denen wir Midrange-Büros mit 5 bis 40 Angestellten werden befassen müssen.

  12. Bernd

    … ich frage mich …

    Wann wird den die erste Agentur dort “reinmarschieren” (verdeckt oder nicht) um dort kostengünstig Designs oder auch nur Inspirationen abzuzwacken?

  13. Christian

    Tristan: mir scheint, du vermischt zwei Dinge: Das Ansehen vom Designerberuf und die kaufmännische Notwendigkeit von Design. Wenn ein Designer keine Existenzgründer mehr beraten möchte, ist das sein gutes Recht, kein Snobismus. Warum sollten Designer die Pflicht haben, Aufträge anzunehmen?

    HD: Ich sehe bei einigen anderen Branchen, dass der Mittelbau schrumpft, aber nicht ganz verschwindet. Vermutlich wird es auch hier in ein paar Jahren eine Gegenbewegung geben, weil die ganz großen Agenturen und die Einzelkämpfer wie ich einfach nicht alles anbieten können.

  14. Stephan

    Ohne Auftraggeber sind wir Designer doch nix. Also ist es falsch zu glauben, dass man durch den Schutz des Begriffs “Design” irgendetwas bewirken kann. Das wäre nur sehr deutsch und bürokratisch. Unsere Auftraggeber sind durchaus in der Lage, den Designprozess zu verstehen, sofern man sich die Mühe macht sich auf diesen Dialog einzulassen. So wie die Frittenbude neben dem 5-Sterne-Restaurant so wird auch Discount-Design neben Top-Design und allen Zwischentönen existieren. Und mal ehrlich, die Fritten an der Ecke können auch satt machen. Wenn es designenlassen nicht wäre, dann der Schwager oder die Freundin des Bruders oder WordArt ;-)

    Also nicht meckern sonder lieber gute Arbeit abliefern und die eigenen Ansprüche auch dem Auftraggeber vermitteln. Wenn der nämlich keinen Bock auf “Fritten-Design” hat, dann wird er sich immer an uns Profis wenden.

  15. Daniel

    @ HD

    Siehst du die Midrange-Büros also über kurz oder lang zu den verlierern?

    Als Chef einer mittelständischen oder auch größeren Firma würde ich auch ohne Probleme zu einer Agentur gehen die 20 oder 30 Mitarbeiter hat, die untereinander super harmonieren, sympathisch rüber kommen und gute Arbeit abliefern. Da hätte ich kein Poblem mit.

    Als Chef eines Midrange-Büros, sollte man sich seine Mitarbeiter gut aussuchen und vielleicht ein Gespühr dafür haben, dass sie auch untereinander gut können und viel potential mitbringen. So ein Büro kann ein sehr hohes Ansehen besitzen.

  16. Martin

    Der Brief von Herrn Maas klingt etwas hilflos. Zwischen den Zeilen gibt es zu verstehen, dass er fürchtet, mehr Kunden könnten sich an solche Preise gewöhnen – außerdem würden diese “Designer” minderwertige Arbeit abliefern. Das hört sich für mich an, als hätte Herr Maas angst, dass die Kunden seine Arbeit nicht genug schätzen. Der klassische Satz wäre hier “der Kunden weiß doch gar nicht, warum ein Design besser ist, als ein anderes”.

    Damit ist man aber ganz schnell in einer Ecke direkt am Markt vorbei zu entwickeln. Design ist als Auftragsarbeit nunmal kein selbstzweck!

    Solche Pattformen bringen nur Nachfrage und Angebot einem bestimmtem Segment zusammen, Sie schaffen weder die Nachfrage noch das Angebot!

    Ähnliche Diskussionen gibt es in ALLEN Dienstleisterberufen (Handwerker, Systemgastronomie,..) und ist Teil unseres Wirtschaftssystems.

  17. kopfbunt

    Das Web wird meiner Meinung nach in Zukunft noch viel mehr im Bereich Design verändern, als es diese »Arbeitsämter des Designproletariats« tun werden. Derzeit sind diese Plattformen auch eine Art Filter, die eine bestimmte Kundengruppierung ausfiltern, mit denen ich nicht gern zusammengearbeitet hätte, da Sie Design nicht wirklich schätzen.

    Ich mache mir als Freiberufler über solche Strömungen keine Sorgen, wenn ich aufmerksam bleibe und mich auf diese Entwicklungen einstelle. Es wird sicher nicht leicht, aber das war es wohl noch nie.

    Der Pizza-Lieferservice über das Internet hat für mich den schönen Abend beim Italiener auch nicht ersetzt …

  18. kritzlibaer

    Ich werde nie vergessen, wie mich nachmittags ein Kunde anrief und für eine Präsentation am Abend dringend noch schnell ein Logo brauchte. Er hatte es schlicht vergessen, rechtzeitig zu ordern. Ich ließ alles stehen und liegen und am späten Nachmittag hatte der gute Mann drei Entwürfe vorliegen. Tage später rief er mich erbost an. Er hatte die Rechnung bekommen. Was mir einfiele, so viel dafür zu verlangen. Ich hätte das doch schließlich “in einer halben Stunde hingerotzt”.
    Nun, wir wurden uns dann doch noch einig und etwas später erzählte er mir von einer Beratung bei einem Anwalt, wo er für die halbe Stunde 250 Euro bezahlt hatte. Dies allerdings kam fast in einem Ton der Bewunderung aus ihm heraus.
    Spreich: Die Akzeptanz von Designleistungen hat in der Geschäftswelt leider immer noch nicht den Stellenwert, der ihr gebührt. Und Dienstleister à la Designenlassen.de werden diese Position weiter verwässern. Gerade in Zeiten des Lohndumpings müssten wir Designer mehr Flagge zeigen und uns auf breiter Front wehren.

  19. Nana

    ich finde dieses flohmarkt-prinzip ganz ok. die auftraggeber sind ja meistens genauso unprofessionell und laienhaft wie die gestalter selbst, was den faktor design betrifft. solche logodesign-einzelaktionen machen eine einheitliches, allumfassendes corporate design überhaupt nicht möglich.
    für sehr kleine unternehmen mit wenig budget denen ein einzelnes logo als erscheinungsbild genügt ist das alles auch völlig in ordnung. dieser bereich wurde schon immer fast ausschließlich von amateurgestaltern bedient.

    dramatisch ist nur das die leistung dieser plattform als design vermarktet wird. laiengestalter sind nun aufeinmal “designer”. das entwertet den begriff, das bewusstsein und die dienstleistung dieser berufsbranche natürlich stark.

    irgendwann wird man womöglich überhaupt nicht mehr ernst genommen wenn man sich als designer bezeichnet. man ist dann halt der grafiker vom dienst, der brav instruktionen befolgt und dem willkürlichen geschmacksurteil der auftraggeber unterstellt ist.

    über geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten … (=killerargument)

    ich will keine endzeit heraufbeschwören aber leider begegnet man viel zu vielen auftraggebern die dieses eh schon stark belastete stereotype bild im kopf haben. design kultiviert geschmack, nicht andersherum …

  20. Jan Middendorp

    @ HD:
    Es gibt eine Ebene zwischen Hobbydesignern und Agenturen, für die es ein Projekt unter 1000 € überhaupt nicht geben kann. Ich, finde, es ist keine Schande, wenn professionelle selbständige Designer, genauso wie professionelle selbständige Klempner, für 30-60 euro/Stunde gute Arbeit leisten, und dabei schnell und effizient arbeiten. Diese ganze Logo-Mythologie ist mir manchmal wirklich zu überheblich. Das Problem des ‘Designproletariats’ (ein Wort, das ich lieber nicht als Pauschal-Bewertung gebrauchen würde) ist teilweise genau dadurch entstanden, dass junge Designer sich eine unrealistische Vorstellung davon machen, wieviel man mit Design verdienen kann; darauf merken, dass sie keine Kunden finden, die das zahlen wollen, und dann mittels Internetbörsen einfach versuchen, sich irgendwie zu verkaufen um sich von Hartz IV zu retten. Also muß man diesen Mittelschicht ernst nehmen, und ganz realistisch den Marktwert des ‘kleinen’ Grafikdesigns feststellen. Danach kann man eine Art und Weise finden, sich irgendwie kollektiv anzubieten.

  21. Dav

    Hmm. Namensfindung & Identitaetsentwicklung fuer 200 Euro? Oder coole Tortendesigns bei denen ein Teil der ‘Designs’ die so lassen worden sind ganz offensichtlich bestehende Urheberrechte verletzen? (Und das waren nur die ersten ‘Beispiele’ die auf der Startseite praesentiert werden/wurden. Das wars dann aber auch schon.)

    Ich schliesse mich dem offenen Brief also ganz gelassen an.

  22. HD Schellnack.

    Man muss eine vernünftige Lösung finden, die ausgebildeten Designern >von denen die sich einfach nur Designer nennen zu trennen.
    Zwei Probleme.

    a) Leute wie David Carson und Erik Spiekermann sind dann keine «Designer». Und, wenn ich mir so manche Diplome ansehe, ist ein Hochschulabschluss beileibe nicht dass, was einen guten oder auch nur mäßigen Designer wirklich ausmacht. Wie legt man das fest? Und wenn man es festlegen kann – gibt’s dann den von Erik zitierten Design-TÜV? Willst du das?

    b) Was macht es am Markt für einen Unterschied? Ob sich jemand «Photograph» nennt oder «Bilderknipser» (weil man da vielleicht eine Abgrenzung einziehen will zwischen studierten Profis und ambitionierten Laien), am Ende entscheide ich als Auftraggeber nach Budget, Bedingungen und Portfolio, wen ich beauftrage. Gerade der oben zitierten Erna (ihr merkt schon die Herablassung, die allein in dieser Namenswahl steckt, oder?) werden solche Feinheiten in der Titelvergabe denkbar Wurst sein – und das ist auch richtig so.

    Wie Photographen und Drucker müssen wir mit der Demokratisierung (wenn man das so nennen mag, wir hatten die Debatte ja schon) einerseits, andererseits mit der Austauschbarkeit von Dienstleistungen via Internet leben.

    So wie die Buchbranche mit Amazon und dem vorhersehbaren Fall der Buchpreisbindung, mit eBooks und Fillialisierung leben muss – und ihren Weg finden wird. So wie andere Branchen auch Umbrüchen ausgesetzt sind.

    Das sollte uns nicht lähmen, sondern beflügeln.

  23. Gerrit van Aaken

    Ich halte Plattformen wie designenlassen für keine Konkurrenz für die traditionelle Designzunft. Wer bisher keine 4000 Euro für ein Corporate Design ausgeben konnte, wird es auch jetzt nicht tun, weil er soviel Geld einfach nicht ausgeben kann. Aber statt es selber mit CorelDRAW! zusammenzustückeln, wird halt jetzt für 500 Euro ein Student oder ein tschechischer Kollege glücklich.

    Wer vorher in der Lage war, die 4000 Euro zu zahlen, wird es in den meisten Fällen auch jetzt tun, denn er hat sich darauf eingestellt, persönliche Briefing-Gespräche zu führen und schätzt die traditionelle Vorgehensweise.

    Studenten, Schüler und Billiglohnlandeinwohner sind nicht unsere Konkurrenz, denn das ist ein ganz anderer Markt!

    Es ist ein bisschen wie mit der Musik. Man kann immer legal kostenlos Musikhören (=Radio), aber wenn man gezielter und besser Musikhören will (=CD, iTunes), muss man eben Geld ausgeben. Wer das nicht checkt, bekommt eben nur Weichspülermusik zu hören, besser als nichts.

  24. Vit

    350,00 € sind für Bangalore und Beijing ein sehr gutes Geschäft. Andererseits sind 43 Projekte zu wenig für diesen Klon von http://99designs.com/ um zu überleben.

  25. Christian

    Wie beim Analogkäse: Erklären, zeigen, schmecken und entscheiden lassen.

  26. Martin Cymorek

    Wer sich für welches Geld verkauft sei jedem selbst überlassen, natürlich sehe ich das mit einem kritischen Auge auf unseren Berufszweig. Aber es fängt tatsächlich schon ganz woanders an! Wie schon gesagt sollte der Begriff Designer (lieber noch Gestalter) geschützt sein – es darf sich ja auch keiner Arzt nennen der mit Aspirin und Pflaster umgehen kann!

    Ich denke das einfach in der breiten Masse kein richtiges Verständnis für unseren Beruf existiert. Oft werde ich komisch bzw. mit wenig Ernsthaftigkeit angeschaut wenn ich mich als Kommunikationsdesigner vorstelle. Die Leute denken wohl immer noch: ah der macht Webseiten oder der kann schön Zeichnen, sonst nichts. Die großen haben es verstanden, das es heutzutage auf ein gutes Erscheinungsbild und damit auch das entstehende Image geht und wir sind ja nicht nur für das schöne Logo zuständig – die konzeptionelle Seite unseres Berufes darf man nicht vergessen! Wir stehen auch in einer beratenden Funktion (die im übrigen durch das Portal komplett wegfällt…) und die meiner Meinung nach immer wichtiger in unserem Beruf wird.

    Und um nochmal darauf zu kommen wie sich wer verkauft – ich hab jetzt wieder bei einer Diplomausstellung mir anhören müssen, wie sich viele erstmal als Praktikanten bewerben wollen. Also bitte mit einem Hochschulabschluss bewerbe ich mich nicht als Praktikant! Das zum Thema für welches Geld man sich verkauft – wenns schon Branchen Intern nicht funktioniert, wie solls denn nach Außen hin funktionieren?

  27. Andreas

    Das von Ihnen praktizierte Designverständnis wirft diesen Beruf in seiner öffentlichen Wahrnehmung locker um 20 Jahre zurück und ist Rufschädigung pur.

    Das ist genau der Punkt. Man kämpft als Designer oft genug gegen dieses verschobene Designverständnis. – Solche Plattformen machen es noch schwerer zu vermitteln, was gutes Design ausmacht und dass es nichts ist, bei dem man ein paar Münzen einwirft, den richtigen Knopf drückt und das passende Ergebnis unten rausfällt.

    Mir liegt ja irgendwie das Wort “Pitch 2.0″ auf der Zunge … – Designer tanzen lassen für die breite Masse …

    Bleibt zu offen, dass kopfbunt recht behält und solche Entwicklungen eher dazu beitragen, dass Auftraggeber ausgefiltert werden, die Design im eigentlichen Sinn garnicht wollen und sich dann das Make-Up ihres Projektes einfach ersteigern.

  28. Marcus

    Das größte Problem ist doch, dass Designer einfach keine Verkäufer sind. Nur wer dem Kunden/Auftraggeber den „added value“ erfolgreich vermitteln kann, wird für seine Leistungen auch entsprechende Entlohnung bekommen.

    Und da fängt das Problem an: wie lässt sich Design(arbeit) in Rendite umrechnen?

  29. Michael Kubens

    Als einer der Gründer von http://www.designenlassen.de möchte ich an dieser Stelle gerne unsere Sicht der Dinge in die Diskussion einbringen. Ich frage mich gerade, warum unser Projekt so hohe Wellen schlägt und von manchen so kritisch aufgenommen wird?!

    Designenlassen.de ist ein Marktplatz, auf dem Designsuchende und Dienstleister zusammentreffen. Auftraggeber schreiben Designprojekte aus und legen im Vorfeld ein Preisgeld fest. Dafür bezahlen Sie eine Gebühr, von dieser Gebühr leben wir als Betreiber.
    Designer können sich die Projekte ansehen und dann Ihre Entwürfe einreichen wenn das Thema oder das Preisgeld interessant erscheinen. Der Wettbewerb geht also um die beste Lösung, nicht um den niedrigsten Preis wie beispielsweise bei myhammer.
    Sicher ist designenlassen.de nicht für jeden Designer die richtige Plattform und wir sind uns bewusst, dass noch einiges verbessert werden kann – wir sind für konstruktive Kritik offen. Aber es gibt auch unübersehbare Stärken, die wohl letzten Endes für den Erfolg verantwortlich sind:

    • Viele talentierte Freelancer nutzen unsere Plattform als Akquise-Marktplatz in Leerlauf-Phasen und generieren so neues Geschäft mit Folgeaufträgen. Ich kann jeden Designer verstehen, der lieber auf unserer Plattform konkrete Projekte bearbeitet anstatt die gelben Seiten durchzutelefonieren und Kaltakquise zu betreiben!

    • Auftraggeber sind begeistert vom kreativen Output der Community – im Schnitt erhält jedes Projekt 117 Designvorschläge. Oftmals wurden diese Auftraggeber (oftmals Existenzgründer und Kleinunternehmer) vorher bei etablierten Agenturen abgewiesen.

    • Man ist als Designer nicht mehr auf seinen regionalen Markt beschränkt, sondern kann sein Einzugsgebiet enorm ausweiten – das gilt aber nicht nur für einen selbst, auch andere haben jetzt diese Chance…

    Wir freuen uns darüber, dass trotz der an dieser Stelle geäußerten Kritik sehr viele Auftraggeber und Designer die Plattform positiv annehmen und einen neuen Weg bei der Abwicklung Ihrer Kreativprojekte gehen. Der Design-Markt entwickelt sich weiter und designenlassen.de ist ein Teil dieser Entwicklung.

    In diesem Sinne wünschen wir allen einen erfolgreichen Tag!

  30. D.M.

    Hey,
    auch ich habe des öfteren mal in diese Seiten geschaut und dazu folgendes.
    Alle »Vorschläge« sehen so aus, als kämen sie aus einer LOGOGENERIERMASCHINE – was ich auch eher vermute, als das sich hier wirkliche Menschen oder Designer versuchen…
    Man kann im Netz alles Mögliche suggerieren und deshalb existiert es nicht unbedingt, so wie es scheint.
    Außerdem und für mich ganz klar, solche »möglichen Kunden« will ich gar nicht haben oder bedienen.
    Wir haben hier auch »Werbeagenturen«, die plotten und Schilder anbieten und natürlich auch »designen« und eine regionale Zeitung, deren Mitarbeiter mal eben für lau eine Anzeige oder ein Werbeschild kreieren – so sehen diese Arbeiten dann auch aus.
    Wenn ich dann mal frage, warum ich denn für des »möglichen Kunden« Angebote oder Dienstleistungen den angemessenen Preis zahlen soll und sie sollen doch froh sein, wenn ich ihnen das für lau abnehme, erntet man ein Gesichtsausdruck mit vielen Fragezeichen.
    Gleiches und daher könnte auch die allgemeine Einstellung zum angemessenen Honorieren kommen, erntet man auch bei jenen, die sich in der Grauzone mit Audio und Autorenwerken bedienen. Sie können sich gar nicht vorstellen, dass sie jeden Monat 50 Euros weniger an Gehalt bekommen, weil ihre Arbeit so zum Allgemeinsport des Bedienens wird und ab wann es dann nicht mehr lohnt zu arbeiten…

    Aber Gott sei Dank, muss ich, weil ich diese Leute dorthin schicke, wo sie besser aufgehoben sind, nicht »bekehren« und einen Haufen Zeit in Basisarbeit investieren.
    Für jeden Topf halt der passende Deckel.

  31. Michael

    Herr Stefan Maas bedient doch sicherlich sowieso eine andere Zielgruppe, oder? Für »designen lassen« interessieren sich bestimmt ganz andere Leute.
    Als Web Developer habe ich in den letzten Jahren an diversen Relaunches von Versicherungen, Automarken und anderen mitwirken dürfen. Da war kein (Web-)Design Prozess unter 50 TSD angesiedelt. Eher bis zum 3-fachen. Und zwar ausschließlich Design, keine Umsetzung desselben.
    Ich muss allerdings auch anmerken, dass ich Design-Freelancer kenne, deren Ergebnis in allen Fällen besser gewesen wäre, und sicher etwas günstiger :-)
    Aber Web-Design im 3-stelligen bis niedrigem 4-stelligen Euro-Bereich kommt mir grundsätzlich seltsam vor. Wie soll das gehen?

  32. HD Schellnack.

    Martin Cymorek
    >es darf sich ja auch keiner Arzt nennen der mit Aspirin und Pflaster >umgehen kann
    Der begriff Psychologe ist auch nicht geschützt, so ists nicht. Wie gesagt, der Tag an dem ein reines FH-Diplom dich berechtigt, «Designer» zu sein und alle anderen dürfen sich nicht mehr so nennen, ist ein schwarzer Tag für uns alle. Der SCHUTZ eines Begriffes schützt doch nicht den Beruf. Auch wenn DU dann «Designer» bist und die 99Design-Macher nicht, ändert das nichts an dem Effekt. Wenn sich Edeka «Markt» nennen dürfte und Aldi nur »Discount» würden die Leute trotzdem da einkaufen. Haarspalterei und Verbotsdenken hilft nicht gegen Fortschritt und Marktveränderung.

    Martin Cymorek
    >Also bitte mit einem Hochschulabschluss bewerbe ich mich nicht als >Praktikant!
    Dann bist du hoffentlich SEHR SEHR gut, und nicht nur deiner Meinung nach, sondern wirklich.
    Da ein statistisch eben doch spürbarer Teil der Absolventen wirklich wenig Ahnung hast, wie der Job – also der BERUF Design, nicht das in die Luft phantasieren im Studium, der Beruf, von 10 bis 18 Uhr, der Zeitdruck, die Kundenwünsche, die Reinzeichnung, das Tempo, der Druck, die Tatsache, nicht sein eigener Herr dabei zu sein, sondern CD und Kunde gegenüber zu haben – tatsächlich funktioniert, schadet das Praktikum mal so gar nicht – übrigens auch um selbst entscheiden zu können, wo man arbeiten will und was man in der echten Welt leisten kann und will. Wirklich.

    Wir haben jetzt eine Absolventin direkt ohne Praktikum eingestellt – weil sie VORHER bereits eins hatte und wirklich gut ist, aber normalerweise würde ich nie jemanden (es sei denn die Mappe ist schier umwerfend) blind nach Abschluss einstellen. Zum einen kriegen EH alle Absolventen an den FHs zu gute Noten, zum anderen kann man ganz ganz schlecht abschätzen,w as die Leute im realen Einsatz im Büro taugen. Praktikum oder Trainee ist da leider ein Essential – und keineswegs die langweilige Standardleier von der Ausbeutung, sondern auch für den Absolventen selbst ganz wichtig.

    Gerrit van Aaken
    >Ich halte Plattformen wie designenlassen für keine Konkurrenz für die >traditionelle Designzunft
    Das haben Drucker anfangs auch sicher über UnitedPrint oder Flyeralarm etc gesagt. Ich habe heute noch Drucker, die dieses Phänomen, wenn auch unsicherer, belächeln. Ob die in fünf Jahren noch lächeln… glaube ich nicht. Als das in den USA losging und McK darüber berichtete, war das noch ein Scherz unter Druckern. Heute nicht mehr – und dabei ist dieses Business noch gar nicht auf die Idee gekommen, mit Osteuropa und China zu kooperieren, was die Preise nochmal GANZ brutal kippen lassen wird. Die Middle-of-the-Road-Drucker werden hier massiv unter Druck geraten.

    Dabei ist Flyeralarm et al natürlich gar keine Lösung, die Preise sind ja beileibe nicht bei allen Produkten konkurrenzlos billig – und die Folge, dass immer mehr Allround-Drucker pleite gehen oder sich spezialisieren für uns Designer sogar ein echtes Problem für uns Designer. Der Druckmarkt steht unter enormen Umwälzungen – technologisch durch Digitaldruck, Wegfall von Litho und Repro uswpp aber auch marketingseitig durch Onlineanbieter – und wird seinen Weg finden müssen. Wie überall wird es dabei Sieger und Verlierer geben.

    Und wer sagt, dass wir Designer vor solchen Prozessen geschützt sein sollten? Oder müssen?

  33. thomas junold

    Oftmals wurden diese Auftraggeber (oftmals Existenzgründer und Kleinunternehmer) vorher bei etablierten Agenturen abgewiesen.

    ja und warum? das sagen sie leider nicht. ;) weil gewisse leistungen eben nicht für dreieurofuffzich an der tanke zu bekommen sind.

    ich sags gerne nocheinmal. ein gut vorbereiteter existenzgründer hat die kosten für die erstellung eines erscheinungsbildes schon im geschäftsplan einkalkuliert.

    es gibt durchaus gründe, warum diese schlimmen »ich-ags« nicht mehr existieren. selbstständig zu sein, eine firma zu gründen hat etwas mit verantwortung zu tun, das würde ich gerne auch spüren, wenn jemand zu mir kommt. mit offensichtlichem unsinn muss ich mich doch nicht beschäftigen, wenn ich nicht möchte?

  34. Daniel

    @ HD
    a) Erik Spiekermann hat sich soweit ich weiß auch nie als Designer gesehen, sondern jemanden der dafür sorgt das die richtigen Leute zusammen kommen, harmonieren und gute Arbeit abliefern.

    Natürlich macht ein Diplom oder ein Master noch keinen guten Gestalter aus, da gebe ich dir recht. Es gibt auch Ärzte die ihren Beruf nicht gut ausüben, trotzdem ist der Beruf geschützt.

    Warum soll ein Designer nicht geschützt werden. Ein Arzt, ein Architekt, etc. wird doch auch geschützt? Selbst jemand der sehr gute malerarbeiten abliefert, darf sich nicht als Maler selbstständig machen.

    b) Auch ein Laie, kann mit viel Fleiß, Talent und Ergeiz sehr gute Arbeit abliefern, kein Thema. Dieser kann auch gerne ein Fotostudio aufmachen wenn er möchte, aber dann soll man schon mit offenen Karten spielen und nicht sagen man ist Fotograf. Das ist nämlich in dem Moment nur die halbe Wahrheit, weil schlichtweg die Ausbildung fehlt. Nur weil Leute an ihrem Auto rumschrauben, sind sie noch keine Mechaniker.

    Dann wäre ich auch Innenarchitekt, Tischler, Maler, Gärtner, etc.

  35. timeout

    Das Problem dieser Plattformen ist, dass sie eben NICHT dafür geschaffen wurden um als Begegnungsstätte zwischen Auftraggeber und Designer zu funktionieren. Sondern sie wurden geschaffen, damit Auftraggeber in einem unsinnigen Wettbewerb möglichst kostengünstig und bequem an Design Dienstleistungen herankommen.

    Diese Portale würden durchaus Sinn machen, wenn dort Auftraggeber den richtigen Designer finden könnten und umgekehrt. Jedoch nicht in Form eines Wettbewerbs, sondern in Form einer Zusammenarbeit.

  36. christoph

    der anklagende ton des offenen briefes ist völlig unangemessen. ob es einem passt oder nicht: das angebot ist völlig legitim. die qualitätsstandards der profis, auf die man sich berufen möchte, existieren nicht. siehe »ruhr stadt«-dilettanten-logo.

    warum denn das bemühen um protektionismus, wenn die ergebnisse angeblich mit der praxis nicht mithalten können? das erinnert schon sehr an »guter bleisatz wird nie sterben«.

    man muss sich realitäten stellen: märkte, die durch crowdsourcing den todesstoß bekommen, haben dann eben auch keine existenzberechtigung in bisheriger form.

  37. Christian

    Die Plattform wäre wirklich eine Begegnungsstätte, wenn ein Auftraggeber ein Projekt vorstellen könnte und mit – sagen wir mal – 10 Designern kurze Vorgespräche führen kann, die ein Moderator empfiehlt und mit einem kurzen Portfolio vorstellt. Danach kann der Auftraggeber zwei Designer zu ausführlicheren Gesprächen einladen und am Ende des Projektes gibts ne feste Provision vom Auftragsvolumen für den Betreiber.

    So könne ich mir eine Begegnung vorstellen, die alle drei Seiten weiterbringt.

    Der Auftraggeber kann aus Empfehlungen wählen.

    Der Designer geht nicht gestalterisch in Vorleistung, sondern leistet ein erstes Beratungsgespräch, was viele Designer eh kostenfrei anbieten
    Der Betreiber führt zusammen, moderiert und verdient dabei.

  38. Daniel

    Am besten passt sich jeder seinem Niveau an. Entweder man will bei so etwas mitmachen oder man lässt es.

    Außerdem, wenn man wirklich gut ist, als Büro oder Selbstständiger, spricht sich das rum und man wird auch nie in die Situation kommen bei so etwas mitmachen zu müssen.

    Ich hoffe das niemand in diese Situation kommt, ort mitmachen zu müssen.

  39. Martin Cymorek

    > HD Schellnack

    Danke für deine Meinung – finde ich auf alle Fälle interessant. Ich habe mein Diplom selbst 2008 gemacht und arbeite jetzt in einer Agentur als normaler KommDesigner und bin bei weitem kein super Talent. Es gibt ja Probezeiten in der man jemanden kritisch “austesten” kann. Ich verstehe es schon das eine Agentur nicht blind jemanden nur nach seinen Arbeiten einstellen wird – dann sollte man aber am ganzen System anknüpfen – Praktikumspflicht während des Studiums (bei uns war es nicht so, weiß nicht ob sich da was geändert hat). Oft können dann die Prakt. nach dem Studium übernommen werden. Wenn man dann den Abschluss hat dann sollte man sich doch nach einer festen Stelle umsehen! In welchen Zeiten leben wir denn? Wie soll denn ein Praktikant von einem Praktikantenlohn leben? Weiterhin ist es eben so – weils jeder so macht – wenn sich jeder nach dem Studium erst einmal als Prakt. bewirbt dann ist es klar das man es echt schwer hat was festes zu finden… Vielleicht habe ich eine “extreme” Meinung dazu aber ich glaube so sollte doch der normale Weg sein.

    Durch den Schutz des Begriffes als Berufszweig – soll der Stellenwert dieses erhöht werden. Das geschieht natürlich nicht von heute auf morgen. Aber ich denke schon das sich mit der Zeit die Konnotationen zum berufszweig Designer dadurch ändern würden.

  40. HD Schellnack.

    >Erik Spiekermann hat sich soweit ich weiß auch nie als Designer gesehen.
    Wichtig, ist wie er gesehen wird :-D. Und wenn «Designer» morgen geschützt ist, nennen wir Nicht-Studierten uns Creative Directors oder Informationsarchitekten und was ist der Begriffsschutz dann wert?

    >Warum soll ein Designer nicht geschützt werden.
    Sobald mir jemand erklärt, auf welcher Basis das funktionieren soll? Und was es bringt? Einen Arzt mit einem Designer zu vergleichen ist etwas deplaciert, bitte lasstuns bei Photographen, Architekten und Musikern und Autoren bleiben. Ist der Begriff Musiker geschützt? Wollen wir wieder DDR? Sind so Fragen, ohne jetzt wirklich GEGEN einen Schutz zu sein, aber ich habe momentan echt die Nase voll von dieser Verbotsdenke (Hallo Glühbirne).

    Ein Medizinstudium ist übrigens in keiner Form mit dem Designstudium vergleichbar, das wäre ja super, wenn Design so aufwendig zu studieren wäre :-D.

    >Auch ein Laie, kann mit viel Fleiß, Talent und Ergeiz
    Nochmal: Carson. DER wichtigste Designer der letzten Dekade. Und – unter uns – ohne Fleiß oder großen Ehrgeiz, aber sicher mit Talent und Glück. Design ist zu nah an der Kunst, um es bürokratisch zu kategorisieren. Ich weiß, ihr wünscht euch das aus guten Gründen – aber lass diese Idee durch eine deutsche Bürokratie gegangen sein (oder, Horror, durch die EU, und das wäre ja dann sicher so) und dann viel Spaß damit.

    Die Lösung liegt an einer anderen Front, nicht im Begriffsschutz, sondern in der Kommunikation der Leistungen.

    Im Übrigen sind Begriffe wie «Autor» und «Musiker» eben aus gutem Grund ungeschützt – Talent setzt sich durch und das reicht… oder? Wer ein erfolgreicher Designer ist oder nicht, entscheidet der Markt.
    :-D

  41. _Sven

    wieso schaffen es die Niederländer? Gutes Design an jeder Hauswand und in jedem so kleinen Dorf in dem Waschsalon?

  42. Hannes

    Es war eine Frage der Zeit, bis diese Debatte aufkeimt.

    Ich sehe da gewisse Parallelen zu den nörgelnden Bauern, die sich beklagen, dass ihre Milchpreise verkommen. Tja, das ist nunmal Wettbewerb. Und wenn die Designer nichts gegen designenlassen.de zu setzen haben als ihre guten Ruf, dann ist wohl die Frage erlaubt, ob die hohen Preise mancher Designschmieden gerechtfertigt sind.
    Versteht mich nicht falsch. Ich würde mich auch nicht auf der Plattform verkaufen. Aber die beleidigte Leberwurst zu spielen ist leider kein anerkanntes Mittel, um am Markt zu bestehen. Viele Kommentare schreiben hier schon ganz richtig: Für 250 Euro lässt sich halt kein unaustauschbares Logo gestalten. Und das wird auch so bleiben.

  43. stefano picco

    @sven

    Das liegt an der generellen Einstellung der Niederländer, die haben begriffen was Gestaltung in Wahrheit ist und der Allgemeinheit gut tut und kein Wettbewerb um die “besseren” Aufträge ist -.-

  44. HD Schellnack.

    Martin
    >Praktikumspflicht während des Studiums
    Wäre ich sehr für. Zumal Studenten bis zu ihrem Diplom teilweise (!) nicht lernen, wie man ordentlich mit Farbräumen arbeitet, PDF schreibt oder eine Telefonnummer spationiert. ;-).
    Auch hier: Der Markt. Es gibt mehr Bewerber als Stellen und das wird in den nächsten Jahren noch viel viel viel viel derber werden. Was a) dafür sorgt, dass die Freelancer und Ich-AG-Agenturen sich gegenseitig die Preise ruinieren werden b) Praktika demnächst eher unbezahlt sein werden und c) Plattformen wie 99designs sehr sehr erfolgreich sein werden.

    Zumal diese Plattformen nur eine Idee aufblasen, die doch EH etabliert ist. Den Pitch. Ob du als Theater 20 Agenturen bittest, dir ein Logo zu machen oder online 500 Designer ihre Idee zeigen – der Unterschied ist nur, dass du es bequem ohne langes Blabla und Beamermätzchen online zuhause durchklicken kannst und dir kein Designer reinredet in deine Entscheidung. Anders gesagt: Der Trend der letzten Jahre, dass der individuelle GESCHMACK des Kunden entscheidet (ich mag das Runde, aber geht es auch in Blau?), wird hier nur fortgeschrieben. Im Grunde ist es die Entwicklung von der Maßschneiderei zum großen Modekaufhaus. Ist nur eine Frage der Zeit, bis so auch größere Jobs laufen, bei denen dann in einer Art abgegrenzten Bereich durchaus auch etablierte Läden online um einen Etat streiten.

    Den Kunden kann es nur freuen. Es ist eine schöne klassische kapitalistische Situation – wenig Nachfrager, viele Anbieter. Das drückt den Preis. Bei Pitches ist jetzt schon Preiskampf, rechnet das mal auf solche Plattformen hoch, wo durch standardisierte Umfelder der Kunde allein zum Entscheider wird.

    Aber so wird es laufen. Oder lasst ihr euch beim Hosenkauf wirklich von einem Verkäufer lange erklären, welche Hose ideal passt? GERADE die Anonymität dieser Plattformen, gerade das Ruckzuckwhambam, gerade die Beratungsfreiheit macht für den Kunden am Ende den Reiz. Fastfooddesign, sicher – aber McDonalds funktioniert ja eben auch wirtschaftlich gesehen. Und ja, das ist schade, und ja, das ist etwas zynisch… aber so ist das System nun mal. Es ist nur so, dass eine Schutzblase, die unsere Branche lange umgeben hat, nun langsam wegplatzt und es uns so geht wie vielen anderen Bereichen schon seit langem (weswegen man etwa als Pop-Musiker ja im Grunde einfach kaum noch Geld verdienen kann, ein «Beruf» ist das kaum noch im klassischen Sinne).

    Und machen wir uns nichts vor, viele der Arbeiten auf diesen Crowd-Sites sind so gruselig austauschbar und beliebig und eben GRAFISCH wie ganz ganz ganz ganz ganz viel Design derzeit eben ist. Schaut euch die Logos dort an und die Trendsachen der letzten Jahre – SO anders ist das nicht immer. Beliebige grafische Muster oder pseudopassende Sachen… beides findet man auch bei Agenturen. Im Design ist es leider oft so, dass die Sachen sich durchsetzen, die eben NICHT gut sind, sondern mittelmäßig, die keine Ecken haben, keine langen Erklärungen brauchen, nicht das Gehirn belasten. Und genau das wird hier bestens bedient.

    Die Reaktion der Designelite darauf ist, witzigerweise Design zu produzieren, das möglichst wenig nach Design aussieht, das «vernacular» ist. Die «Laien» imitieren Wolff Olins von vor 10 Jahren, die Profis machen seltsam spackiges Design, in dem Courier und Times als «ironisch» benutzt wird.

    Als Branche kommen wir durch solche Online-Angebote in Verbesserungsdruck, in Erklärungsnot, in Rechtfertigungszwang.

    Es KANN uns nichts besseres passieren.

  45. henry

    Zum Thema »geschützter Berufsbegriff«:
    Nicht der Begriff »Arzt« ist geschützt, sondern gleich die ganze Ausbildung, inklusive Abschlussprüfung (Staatsexamen). Von daher könnte man so ein System auch im Design einführen, dann hätte man nämlich einen vergleichbaren Standard. In anderen Berufen sind sogar die Preise festgelegt, warum also nicht… Ob’s hilft, ist ’ne andere Frage.

    Zu designenlassen.de:
    Die Seite ist schlicht eine Frechheit. Auch noch stolz Werbung damit zu machen, dass sich durchschnittlich 117 Deppen für Lau abrackern, von denen dann einer (!) den Hauptpreis abgreifen kann, ist doch einfach mal völliger Wahnsinn. Sonst schimpfen doch auch alle über Wettbewerbe und Pitches, wegen schlechter AGB und Bezahlung usw… Ist hier doch prinzipiell das selbe. Und wenn man sich die »Preise« mal so anguckt, z.B. 30 Zeichnungen für 250,— !!! Solche »Jobs« oder angeblich total tolle »Akquise« hält doch von der richtigen Arbeit ab und am Ende muss man noch Taxi fahren, weils zum Leben nicht reicht.

  46. Ben

    Solche Plattformen sind doch nichts neues. Möglicherweise ist es die erste im deutschsprachigen Raum, geben tuts die allerdings schon immer.

    Fairerweise sollte man als “Designer/Kreativer oder Grafiker” doch anmerken: Kunden die dort 200 Euro für ein Logo ausgeben, ganz geziehlt nach der billigsten Option gesucht haben, die kommen auch nicht in die Agentur und legen dann +2000 Euro auf den Tisch.

  47. Erwin

    Ich habe mein Unternehmenslogo bei einem US-Anbieter – der wiederrum in Indien machen lässt – gekauft, für US$ 149 Logo und Briefbogen. Ich bin völlig zufrieden und ich hätte niemals eine der Agenturen beauftragt die jetzt angeblich Geschäft verlieren. Hätte ich für diesen Preis keinen Anbieter gefunden, hätte ich es gar nicht machen lassen, denn mehr war es mir nicht wert. Und nicht nur ich finde daß das Resultat durchaus nicht nach US$149 aussieht, sondern sich mit dem messen kann, was hierzulande deutlich mehr kostet.

  48. Erwin

    @thomas junold (33): Ihre Überheblichkeit ist ja unerträglich. Jeder Existenzgründer der nicht bereit ist Ihre Sätze zu bezahlen ist also unprofessionell, nächste Woche pleite und damit sowieso Ihre Zeit nicht wert?

    Das ist genau die Einstellung mit der Agenturen kleine Kunden in die Hände solcher Discounter treiben.

  49. HD Schellnack.

    Erwin, der Denkfehler fängt ja da an, dass du als Kunde denkst, bei einem Designer ein «Logo» zu kaufen. Du kaufst – im Idealfall auf längere Zeit – einen Berater, der zwar ein Logo baut, dabei aber auch zugleich über andere Maßnahmen nachdenkt und diese -aufeinander abgestimmt und strategisch sinnvoll – aufeinander abstimmt. Das Logo ist dabei ein Baustein, und beileibe das absolut unwichtigste, ehrlich gesagt. Du kriegst Unternehmensberatung und zugleich handfest produzierte Lösungen – und das bei der Bandbreite an Agenturen in Deutschland auch immer zu einem fairen Preis, wobei 125 Dollar eben auch Unsinn sind. Dein Laden, eine Identität mit der du JAHRE arbeiten kannst und die Betreuung ebendieser, sollte dir mehr wert sein als einen Monat iphone-Gebühr, oder?

    Insofern sind solche Lösungen nur etwas für Leute, die einfach kein Design wollen und brauchen. Alle anderen wissen hoffentlich, dass Design ein essentieller Erfolgsfaktor auch für KMU ist und eine langfristige Sache, kein Schnellschuss.

    Design ist eben NICHT ein Logo in Illustrator zusammenzuballern.

  50. Dani Schenker

    Also mal ehrlich. Das ist doch Schwachsinn. Wie Ben schreibt “nichts neues”! Genau. Das gibts überall. Wenn die Elektrofirma aus Polen in Deutschland Angebote macht, dann kostet das auch halb so viel. Man wird dann einfach sehen wie es um die Qualität steht.
    Errinnert mich irgendwie an eine Zeitung, die Angst vor Blogs hat. Ist doch klar, dass auf diesen Plattformen vor allem Hobby Designer am Werk sind. Es ist aber auch klar, dass die wirklich interessanten Aufträge gar nicht erst dort gefunden werden.
    Und übrigens, ich bin mir jetzt mal nicht ganz sicher obe dieser offene Brief nicht ein wenig ein “Streisand-Effekt” mit sich bringt. (Ich brauch noch ein Logo für meinen Blog, mehr als 100.- soll das aber nicht kosten, klar, ist ja Hobby…)

  51. Stephan

    witzig, unsere Aufgabe ist es Kommunikation zu designen und doch scheinen viele ein Problem damit zu haben den Wert der eigenen Arbeit zu kommunizieren.

    HD hat Recht, Begriffsschutz ist das Papier nicht Wert auf dem er steht. Jeder mit abgeschlossenem Studium kann doch sein Dipl. oder MA dem Designer zur Seite stellen. Das muss euch als “Abgrenzung” reichen.

    Ich kann mich noch an eine Diskussion hier erinnern in der es darum ging ob Design gleich Kunst ist. Darin wurde von Oliver Adam bemerkt, dass sich die ganze Diskussion immer im Kreis drehen wird, da jeder die Begriffe mit Beispielen belegt. Gleiches sehe ich bei der Frage ab wann ist man ein Designer. Die einen vergleichen sich als Designer mit Ärzten und Architekten, den anderen ist es Wurst wie man sich nennt. Das kann hier noch endlos so weiter gehen.

    Daher mal eine Frage: Wie wird sich die Betrachtungsweise auf den Beruf Designer in Zukunft weiterentwickeln und wie seid ihr darauf vorbereitet?

  52. HD Schellnack.

    Wir sind mit der Diskussion wieder ein wenig dort, wo wir VOR der Typo waren, oder?

  53. Vit

    Danke. Sehr interessant und sicherlich lesenswert. Zum Beispiel hier:
    http://www.designenlassen.de/wettbewerb.php?id=381127&kom_ag=-1

    BUYER (IT-Dienstleister … im Windows-Umfeld.)

    #6-3: Sieht nicht professionell aus….
    #12,15: Viel zu unprofessionel
    #16: Viel zu unprofessionel
    #20,19: Zu unprofessionel, bitte keinen Verlauf verwenden
    #21: sorry, ganz schlimm….

    ===
    Folgendes ist auch toll

    BUYER:
    #18: das geht auf jeden Fall in die richtige Richtung, das Logo ist evt. was sehr groß im Verhältnis zu der Schrift?

    DESIGNER:
    #18 … Hallo “IFA”-Logo !!! … :-) —————> http://freenet-homepage.de/Miru/IFA-Logo.jpg
    ====

    Kann BUYER die Designs wirklich löschen? Dann habe ich eine tolle Strategie.

    Ich starte ein Projekt und schreibe “400 Euro”. Dann lasse ich mit meinen Kommentaren viele Designer zahlreiche Varianten produzieren. Gute Ideen lösche ich als “Zu unprofessionel” oder “Beleidigt tasmanische Frauen”.

    Dann zahle ich 400 Euro für einen Designer. 10 Andere, die für mich gearbeitet haben, kommen leer aus.

    Letztendlich kontaktiere ich den Gewinner und bitte einige kleine Änderungen nach meinen Anweisungen zu machen. Der Gewinner integriert gute Ideen aus gelöschten Designs und bekommt weitere 200 Euro.

    Es wurde nichts geklaut. Und wenn jemand unzufrieden ist, kann sie sowieso nichts beweisen.

  54. Christian

    @ Vit: das würde doch niemand ernsthaft vorhaben. Das kann ich mir nicht vorstellen… :-)

  55. thomas junold

    erwin:
    finden sie? warum genau haben sie ihr logo von einem indischen deisgner »bauen« lassen, denn sie NICHT kennen, der sie NICHT kennt, der von ihnen ein durch ein portal gefiltertes briefing bekommen hat und der überhaupt nicht den ansatz eines schimmers hat, wie sie ticken und wo die reise ihrer firma hingehen soll. wenn sie jetzt, was ich ihnen wirklich wünschen würde, den ultimativen lebensverbesser herstellen, ihr nun gestaltetes logo aber leider nichts von alledem wiederspiegelt? dann wäre es schade … um die idee und eigentlich auch darum, dass sie ihre firma, ihre idee, ihre 12 stunden pro tag in der firma so wenig wertschätzen. und solange ich ihnen das nicht klar machen kann, sind sie bei mir wirklich etwas verkehrt. sorry.

    btw. sie geben uns ja nichteinmal die chance etwas dazu zu sagen aus sicht der profis. schade.

  56. jamie

    Ich wundere mich nur, daß dieser offene Brief so spät kommt … Naja, an den ‘Rändern’ des Netzes wird wohl wenig gelesen – die Empörung über diese Leibeigenenseite ist nämlich durch aus nicht neu.
    Siehe zum Beispiel
    http://kay-gaumann.de/2009/06/vorsicht-falle/
    http://www.daily-ivy.de/2009/06/youporn-fur-mediengestalter/

    Das war im Juni.

  57. HD Schellnack.

    Wir können ja alle 10% unseres Jahreseinkommen als BUYER in solche Plattformen schieben und die Leute lustig Logos entwerfen lassen und mit unserer Krittelei (DIE SCHRIFT GEHT JA MA GAAAAAR NICHT) in den Wahnsinn treiben. Klingt nach viel Stressabbau für wenig Geld :-D

  58. HD Schellnack.

    >dass sie ihre firma, ihre idee, ihre 12 stunden pro tag in der firma so >wenig wertschätzen
    Dass ist der Punkt, Thomas!!! Ein halbwegs guter Anzug beginnt bei 399 Euro. Geht ein Gründer dann in H&M-Jeans zum Treffen mit seinen Kunden? Und ohne Schuhe? Halbwegs ordentlich angezogen zum Kunden gehen beginnt um die 1000 Euro – und das Logo hat 150 gekostet? Grandios.

    Das Ding: Wer nicht in seinen Auftritt investiert, liebt seine eigene Firma nicht.

  59. Ole

    @HD
    … Du hast ja Recht, man sollte sich schon darstellen können, allerdings habe ich noch nie im Anzug vor einem Kunden gestanden und abgerissen sehe ich eigentlich nicht aus ;-)

  60. Dominik

    Ich finde es doch erstaunlich, was dieser “offene Brief” und die Diskussion hier über das Selbstwertgefühl deutscher Designer sagt. Im Grunde genommen müssen doch “nur” diejenigen Angst haben, die schlechteres Design als das auf dieser Plattform für mehr Geld verkaufen, oder?

  61. Stephan

    Diplomarbeit: entwickle einen Mechanismus/Algorithmus, der gutes Design von schlechtem unterscheidet. erstelle dazu eine Web-Application.

    Die Problematik der Wertschätzung unserer Arbeit liegt auch darin, dass der Erfolg dieser Arbeit nicht abgeschätzt werden kann. Kaum ein Mittelständler, den ich kenne, zieht den Rückschluss, dass der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens wirklich mit der durchdachten Kommunikationsstrategie und dem Design in Zusammenhang steht.

    Vor drei Jahren haben wir für einen solchen Kunden von 0 auf 100 einen Marktauftritt konzeptioniert und umgesetzt. Markteinführung und festigung der Position standen auf dem Plan. Anschließend stand der Kunde freudestrahlend mit einem Excel-Diagramm in der Tür und meinte, das hätte sich gelohnt, denn der Umsatz hat sich vervierfacht. Ein Jahr später hatte er nur noch 3 Prozent Steigerung, wir wurden für unfähig erklärt und vor die Tür gestetzt. So, wer ist nun Schuld, der Designer oder der Unternehmer? wer verstanden was Design bedeutet und beweirken kann und wer nicht?

    Hätte ich dem Kunden im zweiten Jahr der Strategie auf einem Meßgerät zeigen können, dass der eingeschlagene Weg mittel- bis langfristig zum Erfolg führt, wäre die Sache vermutlich anders ausgegangen.

    Aber so ist das nun mal. Auftraggebern fällt es schwer 50.000 Euro in ein 20-seitiges Konzept zu investieren, dessen Erfolg niemand garantieren kann. Beim Kauf eines Neuwagen sieht es anders aus. Und so vergleicht der Mensch die unbekannte Welt des Designs mit den bekannten Erfahrungen.

  62. Nana

    Der Design-Markt entwickelt sich weiter und designenlassen.de ist ein Teil dieser Entwicklung.

    designenlassen.de wird diesen Markt was die Designkultur angeht, sicher nicht positiv beeinflussen sondern lediglich kommerziell unterwandern.

    Das Problem ist, dass Sie das Potential von Crowdsourcing einseitig und kommerziell ausnutzen indem Sie “Designer” gegeneinander ausspielen. Gewinnen kann nur einer. Der Großteil der teilnehmenden Gestalter verliert.

    Es handelt sich in erster Linie um kein “Zusammentreffen” mit Win-Win Charakter (für alle Teilnehmer!) sondern um eine unfaire “Selektion” in der lediglich der Gewinnerentwurf und Sie natürlich finanziell profitieren.

    Der “Web 2.0 Gedanke” ist ein demokratisch, gleichberechtigter, der allen Teilnehmern auf Augenhöhe begegnet (siehe Wikipedia, Open Source etc.) ohne vorrangig kommerzielles Interesse.

    Ihr System ist von vornherein auf Gewinn (für die Initiatoren) und Wettbewerb (unter den Gestaltern) ausgerichtet. Web 2.0 ist dabei nur ein Feigenblatt Begriff. Der große Teil der Gestalter geht leer aus und hat umsonst gearbeitet. Das ist die eigentliche Ausbeutung!

  63. Tristan

    @ #58 HD:
    “Halbwegs ordentlich angezogen zum Kunden gehen beginnt um die 1000 Euro”
    Naja, das kommt auf den Kunden an.

    @ #33 Thomas:
    “mit offensichtlichem unsinn muss ich mich doch nicht beschäftigen, wenn ich nicht möchte?” Das Stimmt schon. Aber gehen wir mal davon aus, dass der Existenzgründer schon ein großes Netztwerk an Kontakten hat, und denen dann seine Erfahrungen mit dir schildert. Da wird es dann ganz schnell auf alle Designer/Mediengestalter/Illustratoren/Kreative/whatever runtergebrochen, und raus kommen Leute wie Erwin.

    @ #13 Christian:
    “mir scheint, du vermischt zwei Dinge: Das Ansehen vom Designerberuf und die kaufmännische Notwendigkeit von Design.”
    Beides ist essentiell. Wenn ein Designer nicht angesehen bzw. in seiner Tätigkeit respektiert wird, bringt es ihm auch nichts, dass die kaufmännische Nötigkeit besteht, weil dann keiner zu ihm hingeht. Wer versnobt auftritt schadet nicht nur sich selber, sondern auch der ganzen Branche und schafft (unsinnige, aber auch leider teils zutreffende) Vorurteile.

  64. Dominik

    Naja, wer zwingt diese armen, ausgebeuteten Gestalter denn, da mitzumachen? Soweit ich mich erinnern kann, läuft niemand von designenlassen.de durch Deutschland, klopft an die Türen von Designbüros und droht mit Gewalt, wenn man sich da nicht anmeldet und mitmacht.

  65. Tristan

    “nötigkeit”… ich meinte natürlich “Notwendigkeit” :)

    #60 Dominik:
    “Im Grunde genommen müssen doch “nur�? diejenigen Angst haben, die schlechteres Design als das auf dieser Plattform für mehr Geld verkaufen, oder?”

    Eigentlich schon, aber die können es besser begründen… und wie würdest du dir das dann z.B. mit der Oper in New York ( http://www.nycopera.com/ ) vorstellen? Bzw. wäre das Logo überhaupt bei einem Portal wie Designenlassen durchgekommen?

    “Toll! Ein Großer, schwarzer Punkt.”
    “Das macht dann Fünf Euro.”

    Beim Design bezahlst du nicht nur das Logo sondern auch den Gedankengang dahinter.

  66. mr. e

    >HD Schellnack.

    Wäre ich sehr für. Zumal Studenten bis zu ihrem Diplom teilweise (!) nicht lernen, wie man ordentlich mit Farbräumen arbeitet, PDF schreibt oder eine Telefonnummer spationiert. ;-).

    Dafür gibt es doch die Mediengestalter ;)

    Auf der genannte Plattform steht zwar „Designer“ drauf, aber viel Designer wird nicht enthalten sein. Für Schüler / Auszubildende ist es eine tolle Möglichkeit sich auszutoben und das Taschengeld aufzustocken.

  67. thomas junold

    bezeichnend für diese plattform ist auch, dass die auftraggeber mit pseudonymen arbeiten und somit noch weiter das gefühl der fremdheit zwischen kunde und designer vergrößern.

  68. HD Schellnack.

    Dominik
    >für mehr Geld verkaufen
    Mehr Geld nehmen hoffentlich alle, die hier lesen. Und Qualität ist einfach kein Argument – wohl aber, dass man sich als Profi von bestimmten Zielgruppen einfach wird verabschieden müssen und dürfen.

    >Ein Jahr später hatte er nur noch 3 Prozent Steigerung, wir wurden für >unfähig erklärt
    Einer der Gründe, warum ich es für sehr sehr gefährlich halte, Design «messbar» effizienzsteigernd nachweisen zu wollen. Das funktioniert so einfach nicht, die Wirkung unserer Arbeit und andere Faktoren sind nicht klar trennbar. Wer Design eine messbare Effizienz zuschreibt,macht sich zum Hanswurst der Controller, die dieses Handwerk besser verstehen als wir.

    Nana
    >sondern lediglich kommerziell unterwandern
    Nana, Design IST kommerziell. Immer schon gewesen. Wenn da ein Angebot kommt, das es billiger macht, wird Angebot und Nachfrage entscheiden, was passiert. Du klingst, als sei Design Kunst, die nun kommerziell unterwandert wird. Was wir machen ist eine bezahlte und kommerzielle Dienstleistung – und die ist genauso Marktkräften ausgesetzt wie die Beerdigungsbranche.
    Das Trickige ist, dass bei dieser Site natürlich nicht die tatsächlichen Gestalter verdienen, sondern die Mittelsmänner – im Grunde ist das Ganze eBay für Design. Und entsprechend gebraucht sehen auch die Entwürfe aus.

    Mr.e
    >Dafür gibt es doch die Mediengestalter ;)
    Oh, hör auf bitte. Diese Trennung zwischen Kreativen und Reinzeichnern ist ein Alptraum.

    >tristan
    >Naja, das kommt auf den Kunden an.
    Nein, das kommt auch MICH an. Ich entscheide ja, was ich anziehe. Und das ist bei großen und kleinen Kunden das gleiche, ich hab da keine Zweiklassenschiene. Und ich bin deutlich zu alt, um einer von diesen Designern mit Wuschelhaaren, dicker Brille und MessengerBag zu sein, also bin ich das andere Klischee mit dem schwarzen Anzug
    :-D

  69. Nana

    @ HD Schellnack.

    Sicher ist Design kommerziell. Das bestreite ich nicht. Es ist aber für Auftraggeber und Auftragnehmer (fast) immer eine Win-Win Situation (ausser vielleicht bei Pitches). Der Auftraggeber erhält eine Dienstleitung, der Designer wird im Gegenzug finanziell entlohnt. Beide profitieren also.

    Mir geht es darum das hier der Community-Gedanke aus vordergründig kommerziellem Interesse schamlos ausgenutzt wird. Ein System das mehr Verlierer (Entwurf nicht genommen) als Gewinner (ein einziger Siegerentwurf) produziert, ist schlicht und einfach unfair und ausbeuterisch.

    Bei einem Pitch mit einer überschaubaren Anzahl von Mitbewerbern ist eine Gewinnchance noch realistisch (dort ist die Entlohnung meist auch sehr viel höher und es gibt oft Präsentationshonorare).

    Hier aber, wo sich hunderte von “Designern” um einen (auch noch schlechtbezahlten) Auftrag kloppen, ist die Chance sich durchzusetzen sehr viel geringer und allein abhängig vom Geschmacksurteil des Auftraggebers (Präsentation gibts nicht). Wenn 250 Teilnehmer ein Logo gestalten, verlieren dabei 249 von ihnen und gehen vollkommen leer aus.

  70. Paul

    Designer sind also Kundenversteher. Unternehmensberater. Lebenslange Begleiter eines Unternehmens. Holladipolla.

    Is scho recht. Aber geht’s vielleicht auch ne Nummer kleiner? – Für Kunden, die keine Designer-Nanny brauchen und vielleicht auch gar nicht wollen. Würde mich nicht wundern, wenn unter den Kunden dieses Portals neben den 90% chronischen Geizhälsen auch 10 % Leute sitzen, die genau dieses Gesülze nicht hören wollen und sich lieber halbanonym durch eine Massenpräsi klicken.

    Gute Arbeit gut kommuniziert ist schon der richtige Ansatz, aber bitte vielleicht mit ein bisschen weniger überheblichem Sendungsbewusstsein. Den Markt für das 150-Dollar-Logo gibt es definitiv. Ihr könnt ihn verdammen, ignorieren, diese Kunden belehren – oder eure Energie in gewinnbringendere Aktivitäten stecken.

  71. AndererJürgen

    Vorweg, das ist völlig offtopic und wenns gelöscht wird werd ich mich nicht beschweren.
    @HDSchellnack: Das was du in #32 zum Thema Praktikum vom Stapel lässt stösst mir aber arg sauer auf. Bist du dir wirklich sicher das bei der Praxis die Vorteile für beide Seiten gleichermaßen gelten? Glaubst du nicht der Berufsanfänger würde sich nicht lieber zu einem festen Gehalt in der Probezeit einarbeiten, wohlwissend das diese, wie seinem Arbeitgeber, jede Entscheidungsfreiheit offenlässt?
    Ist da ein Praktikum nicht doch wieder nur der billige Weg die unwidersprochen mehr oder minder ineffiziente Einarbeitungszeit auf dem Buckel der Berufsanfänger zu überbrücken? Wenn ihr “fertige” Arbeitsbienen (positiv gemeint) wollt warum sucht ihr nicht solche?

  72. Lars

    wo wir grad bei Mediengestaltern sind:

    ich glaube, viele KDs haben immernoch nicht das eingesehen, was wir MGs schon länger wissen:

    als “dienstleister”, sofern ihr euch so seht, ist es eure aufgabe zu machen, was der kunde von euch verlangt.

    wenn er nunmal ein logo für 200€ will, ist das sein gutes recht!
    ihr könnt ihm zwar gerne erklären, dass dabei nicht viel rumkommt, das hindert ihn aber unter umständen nicht daran, an seiner meinung festzuhalten.

    dem kunden ist es total egal, was ihr theoretisch alles tolles und großartiges für ihn machen könntet.

    ich gehe ja auch zum friseur und lass mir für 20€ eine einfache frisur schneiden, obwohl ich für 150€ sonstwas bekommen könnte.

    der punkt ist: das ich es nicht will.

    und als dienstleister muss man dann einfach akzeptieren können.

    wenn der kunde vom friseur einen vokuhila verlangt bekommt er ihn. PUNKT.

    und das gilt es heraus zufinden: was der kunde will.

    wir können so viel beraten wie wir wollen, wenn der kunde es nicht hören will, ist das nunmal so.

    man kann als dienstleister nunmal nicht nur die kunden nehmen, die einem blind vertrauen.

    aber da viele vorredner sowas anscheinend nur bedienen wollen, ist kein wunder, dass ihnen der arsch auf grundeis geht.

    flexibilität ist das stichwort.

    und solang ihr das nicht seid, ist es kein wunder, dass viele dienste wie designenlassen & co in anspruch nehmen.

    gestaltung ist ein handwerk.
    und der kunde entscheidet in welchem umfang dieses eingesetzt werden soll.

    grenzenloses kreatives austoben ist eine seltenheit geworden.
    was dank der unis aber noch zu wenig vermittelt wird.

  73. Christian

    Lars: ein Denkfehler: Ein Logo ist keine Geschmacksentscheidung wie eine Krawatte, sondern eine strategische Entscheidung, wie die Firma (nicht die Privatperson) wahrgenommen werden soll. Es geht um unternehmerisches Denken und nicht um persönliche Vorlieben. Vermischungen bestätigen die Regel.
    Märkte sind Kommunikation. Wer als UNTERNEHMER (nicht als Privatperson, oder Liebhaber oder Hobbybetreibender) keinen Raum für Kommunikation einplant, sollte dringend an seinem Konzept feilen.

  74. milchfisch

    Zuviel Aufhebens um solche Dinge zu machen, halte ich für unnötigen «Energieverbrauch».

    Letztlich unterliegt ja auch der «Designmarkt» einer gewissen Selbstregulierung. Was Klasse hat, wird überleben, der Rest tut sich schwer.

    Und irgendwie wärs mir lieber, Kunden die in dieser Preisklasse denken hätten einen Auftritt, bei welchem sich jemand zumindest halbwegs etwas überlegt hat.
    So braucht sich die Seele eines gestalterisch denkenden etwas weniger zu grämen, als wenn ein weiteres Logo in der Comic Sans «auf dem Markt» ist.

    Ich glaube, es liegt hier eher an uns, mit Können, Selbstbewusstsein und Argumenten aufzutreten, als sich einen Kopf über derartige Projekte zu machen.

    Die Personen, die für uns relevant sind wissen, weshalb ein anständiges Corporate Design nicht zum Kaugummiautomaten rauskommt.

  75. Nana

    @ Lars

    Wenn das dein ganzer Anspruch ist und du dich immer bedingungslos unter den “Willen des Kunden” stellen möchtest dann viel Spaß damit. Sicher muss das oft sein, mir ist das aber zu wenig. Einer Menge Auftraggebern mit Sicherheit auch.

    Viele wenden sich an ein Designbüro eben weil ihnen selbst die Kompetenz in diesem Bereich fehlt und sie sich beraten und den Gestaltungsprozess gemeinsam mit durchlaufen wollen.

    Der Designprozess ist immer auch zuerst interne Kommunikation zwischen Designer und Auftraggeber und das auf Augenhöhe und nicht im Befehlston (wo allein der Geschmack des Auftraggebers entscheidet). Da gehört oft auch Überzeugungsarbeit dazu (auf beiden Seiten). Gerade dieses Spannungsfeld lässt interessantes Design oft erst entstehen.

  76. Webconsults

    Man kann auch alles schlecht reden, sicher solche angebote fördern nicht unbedingt hochpreisigkeit aber man darf Design auchnicht überbewerten.
    Wenn man einen Eisladen hat einen kleinen Handwerksbetrieb dann kann man einfach nicht 1000de EUR für ein Logo oder ein paar Flyer ausgeben und auch niemand wird auf die idee kommen nicht den Herrn Elektriker Müller anzurufen weil sein Logo nicht ganz so hübsch ist, wenn es der einzigste im Dorf ist, genauso wenig würde jemand Elektriker Müller anrufen nur weil sein Logo so toll aussieht.

    Für kleine Kunden die nur eben nen Flyer oder ein Paar Karten brauchen ist so ein Angebot denke ich okay und fair, grösse Projekte wird es da sicher weniger geben.

  77. HD Schellnack.

    Nana
    >Es ist aber für Auftraggeber und Auftragnehmer (fast) immer eine Win->Win Situation
    Du hast natürlich Recht – wie ich oben schon geschrieben habe. Der große Unterschied ist, das die Kreativen bei dem designenlassen-Modell die Verlierer sind. Und die Auftraggeber eigentlich auch, weil sie beliebige Stangenware kaufen, die sie so eigentlich auch für 1 Euro bei istockphoto kriegen würden…

    Was ich sage ist ja, dass diese Plattformen die Pitchsituationen ins Extrem steigern – und damit, aus meiner Sicht, auch zeigen, dass bereits Pitches eher keine ideale Lösung für Kunden sind, an gutes Design zu kommen.

    PAUL
    >Aber geht’s vielleicht auch ne Nummer kleiner?
    Tatsächlich nicht. Ich komme aus der Unternehmensberatung zum Design und darunter ist es nicht. Design ist, was ganzheitlich gedacht ist. Darunter liegt Styling oder Grafik oder wasauchimmer. Design ist in Form gebrachter Dialog.

    Wer den nicht will, und das kann ich durchaus verstehen, weil er selbst alles schon super weiß, wer also auch keine Bank will, die ihn berät, beim Friseur mit ausgeschnippelten Foto aus der Zeitschrift kommt, immer die gleiche Tiefkühlpizza kauft und auch im Restaurant alles besser weiß als der Koch, der beim Jeanskauf nicht auf den Verkäufer hört, der vielleicht zu einer Hose rät, die den Hintern nicht so dicke macht… klar braucht der keinen Designer.

    Design, machen wir uns mal nix vor, hat auch mit gutem Geschmack zu tun – und zwar dessen, der sich Design leistet.

    >Den Markt für das 150-Dollar-Logo gibt es definitiv.
    So wie den Markt für den 0,79-Euro-Fleischsalat. Die Frage ist nur: Wer so wenig in sein Logo steckt (gemessen an anderen fixen Kosten, die im Monat ja schon höher liegen), warum macht der sich eigentlich selbständig? Da sind wir bei Thomas Frage nach der Wertschätzung des Kunden für sich selbst – wem sein eigener Auftritt 150 Euro wert ist, der braucht mich echt nicht, keine Frage.

    ANDERER JÜRGEN
    >Bist du dir wirklich sicher das bei der Praxis die Vorteile für beide >Seiten gleichermaßen gelten?
    Sicher bin ich mir nie, ehrlich gesagt – mit nichts. Aber Ich glaube, nach einem sehr abstrakten Studium in möglichst zwei drei Firmen Erfahrung sammeln ist eine gute Sache. Man sollte Praktikum als zwei weitere Semester direkt finanziell mit einplanen.
    Und Arbeiten mit Probezeit – das ist ja noch krasser als Praktikum. Wer hier fest anfängt, zieht vielleicht um, erwartet eine feste Einstellung. Und dann sag ich nach drei Monaten: Hahaha, verarscht…? Das kann es doch nicht sein. Dann lieber ein Praktikum. Auch hier: Das Feld ist überlaufen und irgendwie muss man die guten von den schlechten Designern trennen – nicht nur als Kunde, auch als Arbeitgeber :-D.

    LARS
    >als “dienstleister�?, sofern ihr euch so seht, ist es eure aufgabe zu >machen, was der kunde von euch verlangt.
    Oh mein Gott. Bitte nicht. Weißt du, wenn Leute kriegen, was sie verlangen, kriegen sie NIE, was sie brauchen. Wenn ein Autor seine Geschichten so schreiben würde, wie die FANS das gerne hätten, wäre das nicht gut. Als Designer beraten wir, reden mit den Kunden und sagen auch mal deutlich, wenn der Kunde Mist verzapft (und sind dankbar wenn er uns auf unseren Mist hinweist). Aus diesem Gespräch entsteht dann was Gemeinsames. Kunden, die uns rumkommandieren und alles schon besser wissen, die nicht auf Augenhöhe spielen können, sind bei jedem guten Designer, aber auch bei jedem guten anderen Kreativen falsch. Die landen, unweigerlich, immer bei abgezockten Jasagern, die ausgebrannt den Shit produzieren, nach dem der Kunde ruft, und dafür ein Heidengeld nehmen. Dieses Denken verbrennt sich selbst.

    >wenn der kunde vom friseur einen vokuhila verlangt bekommt er ihn. >PUNKT
    Und läuft dann auch so rum. Willst du das jetzt hier als Lösung anbringen: Machen was der Kunde will, auch wenn er wie ein Vollspack durch die Gegend geht? Da hat man auch eine Verantwortung, die übrigens auch gute Friseure wahrnehmen… ein guter Haareschneider lässt dich nicht wie einen Vokuhila-Deppen aus seinem laden gehen, weil es auch seinem eigenen Ruf schadet.

    >grenzenloses kreatives austoben ist eine seltenheit geworden
    Das hat mit Design eh nie was zu tun gehabt, außer in besonderen Grenzfällen. Auch Carsons Design in der RAYGUN war angemessen und zweckmäßig für das, was die Zeitschrift inhaltlich darstellte.
    Und ganz nebenher gibt es – jenseits des angewandten Designs – zweifelsfrei einen Bereich von Design im Grenzbereich der Kunst und Autorenschaft, der absolut kreativ sein darf und muss … und ich denke, dieser Bereich (Design als Science Fiction bzw als Revolution) wird eher wachsen als schrumpfen. Das ANGEWANDTE Design hingegen muss sich sorgen machen dürfen :-D

    CHRISTIAN
    Wer als UNTERNEHMER keinen Raum für Kommunikation einplant, sollte dringend an seinem Konzept feilen
    AMEN. Gutes, engagiertes, aufgewecktes Design ist Unternehmensstrategie, Produktplanung, Zukunftsplanung, Ideenmaschine und Promotion in einem, in diesem Sinne die beste Marketingentscheidung überhaupt. Wer einen Steuerberater braucht, sollte sich unbedingt auch einen Designer gönnen – unterm Strich ist es nicht teurer und spart sogar noch Steuern :-D.

  78. christoph

    der elektriker müller hätte besser GAR KEIN logo. früher hat es ja auch gereicht, dass irgendeiner ihm den namen in einer ordentlichen schrift aufs auto klebt, fertig. heute hatte er da ein bunte schäuslichkeit von logo mit clip-art-blitz und modeschrift hängen. und mancher eigentlich sympathische metzgerei-familienbetrieb sieht wie die filliale einer gesichtslosen kette aus, nur weil man einen arbeitslosen grafikdesigner in der verwandtschaft hat, der die cd-konzepte der 90er adaptieren möchte.

    hoffen wir also, dass solche seiten die umwelt endgültig so zumüllen mit logoschrott, dass dieser unsinnige grafikdesignmarkt noch schneller implodiert.

  79. HD Schellnack.

    Nochmal Lars, weil es so gefährlich gedacht ist:

    > man kann als dienstleister nunmal nicht nur die kunden nehmen, die einem blind vertrauen.

    BLIND soll mir niemand vertrauen. Im Gegenteil: ICH will meinem Kunden vertrauen. Darauf, dass er mich mag, mir zuhört, weiß, dass ich ihn ernstnehme und ihm zuhöre. Wie in einem guten Gespräch. In einem guten Dialog, in einer guten Beziehung gibt es keinen, der absolut das Sagen hat.

    Du machst hier eine etwas klischeebehaftete Zweiteilung zwischen dem «allwissenden» Designer, der alles weiß und seinen Kunden am Gängelband führt – und andererseits sagst du (den Galeerensklaven schon im Kopf), der Kunde hat immer recht, weil er zahlt.

    Beides ist komplett falsch.

    Den besserwissenden Designer gibt es fast nicht mehr, auch wenn es gut und richtig ist, für seine Ideen zu kämpfen.

    Und der Kunde zahlt für eine Dienstleistung, nicht fürs Rechthaben, sondern für Ideen, für Handwerk, für Nachdenken.

    Erst wenn beide Seiten sich ernstnehmen, aufeinander hören, Diskurs führen, die notwendigen Kompromisse machen und am Ende beide zufrieden sind mit dem Ergebnis – also wie nach einem guten Spiel, wo man vielleicht auch mal gegeneinander antritt aber eben doch gemeinsam miteinander spielt – hast du ein tragfähiges Design, das gewachsen ist.

    Der Rest, mit Verlaub, ist meist Dreck. Schleimdesign, das nicht funktioniert. Und man MUSS eben nicht machen, was der Kunde sagt. Man kann sich von Kunden trennen, die auf Dauer Arbeiten wollen, die man als Designer oder Studio qualitativ nicht tragen kann. Das hat noch keinem geschadet, auch wenn es erst mal Angst macht. Am Ende kommt es schon auch darauf an, GUTE ARBEIT zu machen.

    Eben weil es ein Handwerk ist.

  80. Paul

    > Design ist in Form gebrachter Dialog.

    Freu dich, wenn deine Kunden das brauchen. Meine brauchen übrigens auch Beratung. Und zahlen sogar dafür. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass es in Deutschland sehr viele Kunden gibt, die gewiss keine Dampfplauderei nach dem Motto “Unternehmensstrategie, Produktplanung, Zukunftsplanung, Ideenmaschine und Promotion in einem” brauchen. Sondern einfach nur ne sauber gemachte Geschäftsausstattung nach nem kurzen, knackigen, kompetenen Beratungsgespräch – ganz ohne Unternehmensberatung und Laufen über glühende Kohlen.

    (Anmerkung: Mir geht es darum, dass m.E. durchaus sehr verschiedene Märkte gibt und es keinen Sinn hat, die alle über einen Kamm zu scheren. Das heißt noch lange nicht, dass ich das oben beschrieben Geschäftsmodell gut finde.)

  81. Rufus

    Lars: schöner Beleg für den Unterschied zwischen Kommunikationsdesigner und Mediengestalter, dein Kommentar. Ha! Mach so weiter, dann nehmen wir uns gegenseitig nichts weg.

    Und so sehe ich das eben auch in bezug auf “designenlassen.de”. Mich kratzt das nicht. Ich hinterfrage meine Arbeit sowieso täglich und mit jedem neuen Projekt. Konzeptionell, stilistisch, strategisch. Das ist ständige Anstrengung, klar, aber alles andere wäre auch langweilig. Schaut euch solche Angebote wie designenlassen.de an und ihr seht, wie ihr euch davon abgrenzen, bzw. abheben könnt.

    Und überhaupt: warm anziehen ist sowieso angesagt. Die Konkurrenz sitzt ja weniger bei designenlassen, als viel eher in den Hochschulen, die unentwegt neue Massen an Designern auf den Markt spucken. Diese Designerschwemme braucht die Welt so wenig wie sonst was…

    Grips anstrengen und anders sein. Lars macht dann die Deko.

  82. Nana

    @HD Schellnack

    Gerade deshalb muss man solch ein ungerechtes System als solches entlarven und ächten. Das ist im Grunde genommen nicht mehr wie rücksichtsloser Neoliberalismus auf hohem Level. Der offene Brief von Stefan Maas ist daher unbedingt begrüßenswert.

    Es gibt schon so innerhalb der Designbranche genug Auseinandersetzungen und Kämpfe in Bezug auf unbezahlte und unfaire Pitches / Wettbewerbe.

    Mit dem aktuellen Demokratisierunsgprozess im Web hat designenlassen.de rein garnichts zu tun. Dieser dient dient nur als Deckmantel. In Wirklichkeit arbeiten dort alle “Grafiker” die nicht “gewinnen” völlig für umme. Demokratisch kann man das nicht nennen.

    Das ist wie perverses Lotto, bei dem man auch noch für umsonst arbeiten muss um teilzunehmen. Als Gewinn bekommt man aber nicht ein paar Millionen sondern im Schnitt 350 Euro.
    Glück brauch man auch ne Menge … nämlich um den Geschmack des Auftraggebers zu treffen. Beratung, Gespräch, intensive Kommunikation, Diskurs, Überzeugungsarbeit und Präsentation enfällt ja. Ein Briefing im SMS Format muss reichen.

    Da wird offensichtlich mit Wünschen, der Hoffnung auf Erfolg und auch ein wenig mit der Selbstüberschätzung unerfahrener Designer gespielt. Zudem wird die eh schon prekäre Situation des Designmarktes noch weiter ausgenutzt.

  83. HD Schellnack.

    Sondern einfach nur ne sauber gemachte Geschäftsausstattung nach nem kurzen, knackigen, kompetenen Beratungsgespräch

    Machen wir auch. Wobei dir Frage ist, wie man nach einem kurzen Gespräch wissen will, was der Kunde macht. Mir ist eine längere Zusammenarbeit, ein Zusammen-Wachsen lieber. Funktioniert auch ganz gut bei uns, wir arbeiten mit vielen Kunden seit Jahren zusammen. Wir machen auch fixe schnelle Sachen – wir haben gerade für Bekannte ein Hundevereinlogo gemacht, beileibe etwas abseits unserer sonstigen CD-Projekte, und hatten Spaß daran und es ist ein sehr grafisches, aber auch gutes Konzept geworden. Aber natürlich nicht sonderlich tiefschürfend. Dicker Roman – Kurzgeschichte. Beides gut. Aber ich würde mich umbringen, wenn ich diesen Müll wie bei 99designer oder 50dollarlogo machen müsste. Einfach nichts, was mir Spaß macht – und bei aller Professionalität: Man ist nur gut, wenn man Spaß an der Sache hat, oder? Der Kunde zahlt ja am Ende eigentlich auch für den Enthusiasmus und die Energie, die man ihm gibt.

    Nana
    >Neoliberalismus auf hohem Level
    Na, eher auf niedrigem Niveau :-D. Aber klar, wie so viele Marktmechanismen ist auch diese Schwarmlogodesign-Sache ein bisschen pornographisch – und damit sehr typisch für Trends in unserer Gesellschaft.

    Aber solche Prozesse – wie übrigens auch solche Diskurse hier, auch wenn die viele Leute entnerven – helfen uns als Branche natürlich auch, zu hinterfragen, was wir tun bzw zu entdecken, was uns besonders macht. Insofern finde ich solche Sachen eigentlich super – und anders als bei anderen neoliberalen Systemen ist für die «Designer» dort ja die Teilnahme in der Tat gratis. Es ist eher so, dass die «Alles geben nichts verlangen» Mentalität hier besonders deutlich wird, die unsere Branche auch ohnehin stark prägt.

    Und die Arbeiten auf diesen Sites… wow. Ehrlich gesagt kann man sich als Kunde da auch seine 100 Euro sparen. Es gibt auch viel professionelles Design, das schlecht ist, klar, unbedingt – aber hier ists einfach wirklich nur Worst-of. Mit «Identität» hat das alles gar nichts zu tun. Ziemlich erschreckend, ehrlich gesagt, was Leute darunter anscheinend verstehen – sowohl als Nachfrager wie als Anbieter.

  84. soso

    Ach ich finde das ganz ok, da können sich ein paar Schüler ein Taschengeld verdienen und für 200€ kann man dann aus zehn 20€ Logos wählen.

  85. soso

    Wirklich schlimm wird es glaube ich erst mit der Globalisierung, wenn man sich ansieht was bei mturk für Arbeit gezahlt wird https://www.mturk.com/mturk/findhits?match=false und wenn man bedenkt das ein senegalesischer Designer dir für 50€ einen Entwurf vorlegt das einem die Ohren wackeln.

  86. Felix

    In gewisser Hinsicht muss ich Beitrag 83 zustimmen. Natürlich ist das an sich eine sch… Sache. Dennoch machen die Leute freiwillig mit und akzeptieren die lächerlichen Preise. Wer sich dafür zum Apfel macht ist meiner Meinung nach selber schuld.

  87. Stephan

    @Rufus

    Ich hinterfrage meine Arbeit sowieso täglich und mit jedem neuen Projekt. Konzeptionell, stilistisch, strategisch. Das ist ständige Anstrengung, klar, aber alles andere wäre auch langweilig.

    das machen sogar Mediengestalter. Also bitte nicht so von oben herab ;-)

  88. Stephan

    @Jürgen: ich habe fast den Verdacht, dass du solche Beiträge absichtlich einstreust, damit hier jeder mal Dampf ablassen kann :-D Halte ich aus therapeutischer Sicht (Achtung Ironie) für sehr sinnvoll für unsere Branche.

  89. Jürgen

    @Stephan: Alles, was ich hier veröffentliche, geschieht mit Absicht … das meiste jedoch ungeplant. Der offene Brief erreichte mich heute morgen, im Urlaub. Solche Steilvorlagen gefallen mir. Ich freue mich, wenn ein engagierter Designer den Fontblog dazu nutzen möchte, seine Meinung einem größeren Publikum kund zu tun und dabei vielleicht fruchtbare Kommentare zu ernten. Diese Möglichkeit steht jedem offen, dafür habe ich vor einem Jahr den Designdiskurs eingeführt.
    Noch mehr freue ich mich, wenn am Ende eines Tages eine solch interessante Debatte entstanden ist. So etwas verfolge ich dann auch im Urlaub mit Interesse. Es gibt so viele Foren, in denen – trotz guter Vorlage – nichts Substanzielles herauskommt …

  90. Schoschie

    Ein paar Gedanken.

    Zum geschützten Beruf: der Beruf des Architekten ist auch geschützt. Und was hat es den Architekten genützt? In finanzieller Hinsicht zumindest nüschte. Wer Architekten in seinem Umfeld hat, weiß, wie miserabel diese in den letzten Jahren bezahlt wurden (zum Glück scheint es sich ganz allmählich wieder etwas zu bessern). Ich kenne nicht wenige Architekten, die sich in den Zeiten, als an Jobs partout nicht zu kommen war, mit Grafikdesignleistungen »durchgeschlagen« haben, als Quereinsteiger.

    Zur Plattform: dieses Angebot ist nicht dumm. Ich gehe davon aus, dass die sehr erfolgreich sein und demnächst zahlreiche Nachahmer haben werden. Ich habe mich eben, zugegebenermaßen sehr oberflächlich, durch ein paar der eingereichten Entwürfe geklickt, und die sind durchaus gar nicht alle so schlecht, wie die Kommentare hier erwarten lassen. Jedenfalls deutlich professioneller als das, was man von Laien erwarten würde. Sicherlich sind die Entwürfe austauschbar und nicht sonderlich fundiert, aber nicht zum Hände-über-dem-Kopf-zusammenschlagen oder überwiegend aus Word Art-Katastrophen bestehend.

    Vielleicht sollte man unterscheiden zwischen einem Logo und einem umfassenden Corporate Design. Was die Ausschreiber auf dieser Plattform suchen, ist schlicht ein Logo, mehr nicht. Ein Logo ist kein Corporate Design. Wer nicht weiß, was ein Corporate Design ist und wozu es dient, oder wer denkt, CD ist gleichzusetzen mit »Logo«, der wird sicherlich nicht zu einer Agentur gehen, und sich für x-Tausend Euro beraten lassen. Zu erwarten, dass jeder, der ein wenig »Design« (und sei es nur in der naivsten Form des »Logos«) möchte, denselben Anspruch hat wie ein DAX-Konzern, ist absurd.

    Wenn ich eine kleine Unternehmung starte und tatsächlich erstmal nur ein »Logo« haben will und noch viel zu wenig Erfahrung habe um zu wissen, was der Wert und der Sinn eines umfassenden CD ist, dann bin ich auf so einer Plattform doch gar nicht schlecht bedient. Als »kleiner« Gründer mit wenig Erfahrung, ohne Kapital oder Investoren im Rücken, kann und will ich mir auch wahrscheinlich nicht mehr leisten. Die Argumentation, ein Existenzgründer müsse schon vorab die (vier- und mehrstelligen) Kosten für ein »echtes« CD mit einplanen, halte ich für absolut realitätsfremd. Und schließlich habe ich als »kleiner« Gründer doch noch überhaupt keine Werte, die sich angemessen in ein CD übertragen ließen, ohne dass es an den Haaren herbeigezogen (sprich: aufgesetzt) wirkt. Seien wir mal ehrlich: die Firmen, die 5-stellige Beträge für CDs oder CIs ausgeben, sind schon eine Weile im Geschäft, haben entsprechende Erfahrung und signifikantes Kapital, und werden ganz bestimmt nicht auf eine Plattform wie designenlassen zurückgreifen. Denn in solchen Firmen arbeiten Leute, die wissen, worum es geht und worauf es ankommt.

    Was die meisten Kommentatoren hier umtreibt, ist die schiere Angst – dass ihre Arbeit plötzlich nichts mehr Wert ist, weil sie sich in Zukunft auf solchen Plattformen mit 200 anderen Leuten darum schlagen müssen, für 250 € ein Logo zu entwerfen. Mit einer Chance von 1:200, überhaupt etwas an der Arbeit zu verdienen. Diese Aussicht ist in der Tat erschreckend.

    Der Protest ist verständlich, wird aber nichts nützen. Ich fürchte, da siegt der Kapitalismus — der Markt passt sich an und setzt sich durch. Darauf zu hoffen, dass solche Plattformen untergehen oder gar verboten werden, ist illusorisch.

    Stattdessen müssen wir uns klar werden, falls wir es nicht schon sind, was uns von denen unterscheidet, die sich in einen Wettbewerb mit unzähligen anderen stürzen, um für die Aussicht auf vergleichsweise wenig Honorar ein Logo zu entwerfen. Sind Grafikdesigner/Kommunikationsdesigner schlicht Logo-Entwerfer? Ich glaube nicht. Dazu gehört ein bißchen mehr. Die Angst ist also unbegründet.

    Sich zu unterscheiden erreicht man aber nicht durch Überheblichkeit und Arroganz, wie sie in einigen Kommentaren hier deutlich zutage tritt. Das bestätigt das Klischee vom hochnäsigen Designer, der sich für den Gebieter über die Ästhetik hält und dies auch schön regelmäßig die unbedarfte und ignorante, niedere Masse spüren lässt. Wer so auftritt, tut sich keinen Gefallen. Wäre ich an Designdienstleistungen interessiert, hätte ich keinen Spaß daran, mir von jemandem das Gefühl geben zu lassen, ich sei ordinär, dumm, unwissend, geschmacksbefreit und oberflächlich. Noch weniger hätte ich die Neigung, einer solchen Person mein Geld zu geben, und sei diese Person noch so erfolgreich, hoch angesehen und eloquent. Vielmehr drückt eine solche Haltung die Unsicherheit und das mangelnde Selbstbewußtsein desjenigen aus, der dadurch hofft, sich über andere stellen zu können.

  91. Christian

    designenlassen.de / AGB §2 (4)

    Nach Ablauf des Projekts kann durch den Auftraggeber ein Gewinner ermittelt werden. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass bei Nichtgefallen kein Gewinner ermittelt werden muss!

    //

    Muss man dazu noch irgendwas sagen? 1A Brainstormingtool, mehr nicht.

  92. Andreas

    Statt über Projekte wie designenlassen.de zu meckern (die man eh nicht verhindern kann) und nach dem Schutz des Designerstatus zu rufen (natürlich, bitteschön, ohne die üblichen damit einhergehenden Reglementierungen und Gängelungen) gibt es noch einen anderen Weg: Die richtigen Leute für das Thema Design zu sensibilisieren. Das geht natürlich weder mit versnobtem Attitüdengedresche noch mit Gejammer. Aber das es dennoch ganz einfach geht, erleb ich einmal im Monat: Da halte ich in unserem Gründerzentrum (Kleinstadt, 50K Einwohner) im Rahmen eines dreitägigen Gründerseminars einen 2-3 Stunden dauernden Vortrag mit dem Titel “Richtig Gackern” (Er bezieht sich auf das altbekannte Zitat von Henri Ford mit den Enten und den Hühnern, das für den Gründer trotzdem neu ist). Da erklär ich eigentlich nur drei Sachen:

    1. Wie man als Gründer den Einstieg in die Themen Markenführung und visuelle Identität hinbekommt
    2. Warum das so wichtig ist und
    3. Wie man den richtigen Designer findet.

    Das ganze hübsch anschaulich untermalt mit bunten Beispielen aus der Welt der Farben, Formen, gute Marken schlechte Marken und Typo. (Geld nehm ich dafür keins.)

    Was ist der Effekt? Nur die beratungsresistentesten Ignoranten, ca. 10% der Teilnehmer, sind genervt oder nicken ein. Der Rest ist mit Feuereifer dabei und froh um jeden noch so simplen Tipp (“Eine Visitenkarte ist kein Flyer…”). Und diese 90% sind dann auch relativ dauerhaft für das Thema sensibilisiert. Angenehmer Nebeneffekt: Ca. 15% werden gleich meine Kunden, weitere 15% im Lauf einiger Monate. Das sind dann auch sehr angenehme Kunden, die die Leistung des Designers zumindest annähernd wertschätzen können – und daher auch angemessen bezahlen. So leicht geht das! Klar, in dem Vortrag sitzen immer nur 10-15 Gründer. Aber dass die “Aufklärung” ein fortwährender Prozess sein muss ist ja eh klar.

    Ich halte auch Abends Seminare zu spezielleren, tiefergehenden Themen. Da verirren sich dann auch mal AG-Vorstände oder größere Mittelständler hin. Die Leute sind also durchaus interessiert. Vielleicht hilft es ja, wenn wir uns an das halten was wir ständig predigen: Die Leute da abzuholen, wo sie sind (und das ist nunmal leider nicht im Fontblog oder auf der Typo).

    Vielleicht könnten die Herren von den Verbänden, statt solche Abschreck-Machwerke wie “Der Design Auftrag” (AGD – Ja, mit Deppenleerzeichen) oder Preislisten, die m.M.n. genauso überzogen sind wie die Preise bei designenlassen.de zu niedrig mal eine Broschüre rausbringen, die in einfachen und unpretentiösen Worten den Nutzen von Design dem Laien nahe bringt – und dafür sorgen, dass sie jeder, der sich einen Gewerbeschein holt, KOSTENLOS in die Finger bekommt. Könnte helfen. Dann braucht sich auch keiner mehr über designenlassen.de aufregen.

  93. Hannes

    Ich schließe mich meinem Vorposter Andreas an. Unserer Berufung, dem Kommunikationsdesign obliegt ein sonderbares Kuriosum: es scheint im Allgemeinen bisweilen nicht wirklich gelungen zu sein die Tragweite sowie Notwendigkeit von Gestaltung zu kommunizieren. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

    Vielleicht noch eine kleine Anregung an die innovativen Begründer der Seite für kommende Projekte:

    http://www.psychotherapierenlassen.de
    “Wähle die Antwort auf deine Probleme die dir am besten gefällt”

  94. Nana

    § 2 (4) AGB designenlassen.de

    Der Gewinner übergibt nach Zahlung der vereinbarten Summe die offenen Feindaten an den Auftraggeber und räumt diesem ein uneingeschränktes Nutzungsrecht an dem Design ein, das sich auf alle bekannten Nutzungsarten bezieht und auch ein Änderungsrecht und ein Recht zur Verwertung von Umgestaltungen einschließt; dieser Prozess wird nicht durch die Plattform abgebildet, sondern zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer individuell durchgeführt.

  95. Wittkewitz

    So gesehen wäre es gut, wenn die ZEIT, Spektrum der Wissenschaft und die Zeitschrift DU einen offenen Brief an die BILD schriebe und sie zum Schluß machen auffordern würde mit ihren unterirdischen Kampfpreisen, ihren berufsständisch fragwürdig recherchierten Stories, die selten von den üblichen Kodizes gedeckt sind, ihrem mediokren Layout und ihren oft undemkratischen und die Menschwürde und Ehre abschneidenden Entgleisungen, die jeglichem ehrwürdigem Journalisten die Tränen in die Augen treiben.

  96. Wittkewitz

    Vielleicht hätte vodafone eine gute Kampagne hinbekommen, wenn sie zu designenlassen gegangen wären und nicht zu Scholz&Hands…
    Vielleicht hätte Bentley damals nicht den offenen Brief an Daihatsu schreiben lassen sollen. Vielleicht hätte wir in den 70er und 80er nicht ganze Produktionszweige nach Fernost ziehen lassen sollen. Aber es gibt sicher Gründe, warum eine Geschäftspapieraustattung auch mal weniger als 2400 EUR kosten soll oder kann…

  97. iansen

    Toll: Bei designenlassen.de sucht eine Firma für: “Produkte, die unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten nachhaltig produziert wurden” ein Logo. Für 250 Takken. Na dann.

  98. Sebastian

    @ Lars
    Es gibt keinen neuen Mercedes für 5000 Euro und wenn ich es noch so will.

  99. Dave

    Hier was gutes aus der Seite. Auszug aus dem Briefing:
    http://www.designenlassen.de/wettbewerb_briefing/541779

    “Benutzen Sie Serif font types(Helvetica), vermeiden Sie San Serif font type(Times).”

    Na dann!
    Und auch gut:

    “Bitte beachten Sie, das die Dose in eine Produktionsmaschine kommt, was 1 Millionen Dosen pro Tag produziert.”

    Preis für den Job 200 Euro! Also mal ganz ehrlich. Die verkaufen eine Palette und da sind die 200 Euro doch wieder drin. Können die nicht wenigstens 2 Paletten loswerden damit der arme Grafiker 400 Euro bekommt?

    Gruß

  100. Stephan

    @Jürgen
    weißt du zufällig warum sich Stefan Maas die oben benannte Plattform ausgesucht hat? Oder ging ein ähnliches Schreiben auch andere “Kreativ-Discounter”? Denn neu sind solche Angebote im Internet ja nicht gerade.

  101. oliver

    Ich verstehe einfach nicht wie es Firmen geben kann die Ihre Leistungen für gutes Geld auf den Markt bringen wollen, und es dann nicht einsehen für Design ebenfalls angemessene Preise zu zahlen.

    Nur jemand der die Arbeit der anderen schätzt wird auch seine Arbeit geschätzt und entsprechend honoriert bekommen.

    Aber das ist ein generelles Dilemma in dem wir stecken. Jeder will möglichst viel verdienen, aber für seine Bedürfnisse möglichst wenig bezahlen. Diese Rechnung kann auf Dauer nicht aufgehen, denn man sägt ja indirekt am eigenen Ast…

  102. marc

    ja, wirklich nicht; und designenlassen.de ist ja eigentlich nur ein klon der http://www.99designs.com/ (gegründet 2006)

  103. Dave

    @marc: Ja stimmt aber bei 99design stehen momentan zumindest Logos für ca 600 Euro drin. Bei designenlassen habe ich selten Logos gesehen die über 200 gehen.
    Wobei dieser Eindruck eine Momentaufnahme ist.

  104. Lars

    @sebastian:

    ich habe nicht gesagt, dass ich eine hochwertige leistung für einen geringen preis will, sondern das, was mein geldbeutel hergibt.

    wenn ich zu einem autohändler gehe und ihm sage ich habe 2500€ für ein auto gespart, möchte ich, dass er mir autos zu dem preis zeigt und nicht, dass er sagt, er verkauft mir nur einen mercedes für mind. 40.000€, weil der länger hält, schöner und komfortabler ist.

    er hat mich dann gefälligst zu beraten, was ich für die 2500€ bekomme und dass mir die karre halt im besten fall in einem jahr unter arsch wegrostet.

    vondaher müsst ihr euch nicht wundern, dass solche kunden lieber bei designenlasse.de ihre logos anfertigen lassen.
    potenzielle kunden gehen dadurch verloren, klar.
    aber nur, weil ihr euch nicht auf sie einstellen könnt.

    ich will das prinzip von solchen portalen nicht gut heißen, aber grad wenn ich als kleiner armer unerfahrener kunde mich in einem neuen terrain bewege und der erste designer, den ich anfrage mir ne hausnummer von 2000€ nennt, dann such ich mir natürlich jemanden, der mir was für 200€ macht.

    keiner soll sich unter wert verkaufen, sondern flexibel auf den kunden eingehen und sich seinen anforderungen stellen.
    und wenn er halt nun nur 200€ zahlen KANN, dann muss halt jeder für sich entscheiden, ob er das beste da raus holt, oder halt absagt und auf den kunden wartet, der 2000€ hinlegt, weil er es kann.

  105. Christian

    Lars: wenn jemand nur 200€ für geplante Kommunikation für eine Geschäftsidee einplant, dann ist im Konzept was nicht richtig, verstehst du? Wenn jemand aus Spaß seine Strickpullover verkaufen will, braucht er kein Logo oder kann sich aus Calibri fett seinen Namen setzen und gut ist.
    Es geht bei designenlassen nicht um die Preise allein. Es geht um die Arbeit und wie sie angeboten wird. Bei McDonalds weiß ich, dass ich nichts für meine Lebenserwartung esse. Bei designenlassen wissen viele nicht, dass es nur Templates sind und keine Lösungen.

  106. Jürgen Grabowski

    Besser das Designen lassen… und Taxifahrer oder Holzfäller werden…

  107. Stephan

    @Lars

    dein imaginärer Autohändler “muss” gar nichts. er kann deine Anfrage auch ablehnen, wenn seine Wertschätzung für gute Autos es nicht zulässt 2500 Euro Fahrzeuge zu verscherbeln.

    weil jemand sich von Herzen ein Logo wünscht, hat er noch lange nicht das Potenzial zum Kunden. Einen Auftrag abzulehnen bedeutet nicht, dass ich mich auf meinen “Kunden” nicht einstellen kann. Nicht nur ich muss auf den Kunden eingehen können sondern dieser muss auch gewillt sein, sich mit meiner Arbeit auseinander zu setzen. Das ist ein notwendiger Dialog. Wenn du diesen Dialog auslässt, geht es nur ums “hübsch machen” aber nicht um Gestaltung und Kommunikation. (das sage ich als Mediengestalter)

    Die Aufführung von Preisen halte ich an dieser Stelle auch für den falschen Ansatz. Hier geht es nicht um 5 Scheiben Wurst sondern um kreative und konzeptionelle Leistungen. Diese setzen eine Auseinandersetzung mit dem Auftraggebers voraus. Es geht um Entwicklung.

    Ob das Budget des Kunden für die gestellte Aufgabe ausreichend ist oder nicht steht auf einem anderen Blatt.

    Als Kunde zu sagen ich möchte ein Logo und biete 300 Euro ist nix anderes als Auftragsmalerei. Was er bekommt sieht vielleicht aus wie ein Logo, ob es auch die Aufgaben eines echten Logos erfüllt scheint bei dem geringen Arbeitseinsatz, den man für 300 Euro nun mal nur leisten kann, fragwürdig zu sein. Der Wurm muss dem Fisch und nicht dem Angler schmecken.

    Ich kenne Gestalter die arbeiten für 45 bis 65 Euro die Stunde. Bei 300 Euro Honorar kann man knapp 6 Stunden an einem Logo arbeiten. Die entstandenen Betriebskosten noch nicht mal eingerechnet. Was soll dabei raus kommen, was auch langfristig Wert schaft für den Auftraggeber?

    Solche Kundenwünsche abzulehnen halte ich nicht für ein Zeichen mangelnder Flexibilität, sondern für ein professionelles Verständnis unseres Berufes gegenüber.

  108. Sebastian

    @ Lars
    Mein Argument mit dem Mercedes war natürlich nur polemisch verkürzt. Es geht darum, dass es ein professionelles Logo für 200 Euro nicht geben kann. Das ist nicht nur gestalterisch und urheberrechtlich, sondern vor allem betriebswirtschaftlich ausgeschlossen. Beim Mercedes ist das jedem einsichtig. Dem Laien ist aber nicht unbedingt verständlich, warum das Logo hier für 200 zu haben ist, aber dort 2000 Euro kosten soll. Er kommt eben gerade mit dem Anspruch für 200 Euro etwas haben zu wollen, das woanders – zu Recht – 2000 Euro kostet.

  109. Schoschie

    Zu 99. ( http://www.designenlassen.de/wettbewerb_briefing/541779 ) – dass da allerdings ein Hersteller eines neuen Energydrinks, der auch noch dreist genug ist, zu verkünden, dass er eine Million Dosen am Tag herstellen will, das Design für die Getränkedose auf der Plattform für 200 € ausschreibt, ist niederschmetternd bis abartig. Da kann man wirklich nur noch den Kopf schütteln.

    Feines Detail am Rande, dass die Bezahlung an den Designer über Western Union geht – ein Zahlungsdienstleister, vor dem sogar eBay überall warnt, da darüber Schindluder getrieben wird. Ich wage mir gar nicht vorzustellen, wie es ist, wenn man für einen Ausbeuter, wie er im Buche steht, das Design für ein millionenfach hergestelltes Produkt, das (Zitat) »auch noch in 10 Jahren schön aussehen« soll, für 200 € entwirft, sich dafür gegen 100–200 andere durchsetzen musste (die alle leer ausgehen) und am Ende wahrscheinlich noch um diese 200 € beschissen wird. Da bleibt einem ja das Galgenhumor-Lachen im Hals stecken.

    Ist aber vielleicht ganz gut als Anschauungsbeispiel für den schlimmsten vorstellbaren Auftraggeber. Sollte in die Designausbildung mit aufgenommen werden.

  110. Makro

    “Besser das Designen lassen… und Taxifahrer oder Holzfäller werden…”
    @106: sehr schöne interpretation des domain-namens :)

  111. Simon Wehr

    Nach 110 Kommentaren brummt mir jetzt der Schädel! Heidernei, Kinders, Ihr habt mir gerade meinen Feierabend um eine gute Stunde hinausgeschoben …

    Mir fällt in letzter Zeit immer stärker auf, dass ich nicht in der Lage bin ordentlich zu arbeiten, wenn der Dialog mit dem Kunden nicht stattfindet. Meist geht da schon der KV in die Hose. Ich muss auch immer Würgen, wenn ein Kunde nur über den Preis den Anbieter aussucht.
    Ich denke, man kann durchaus für kleines Geld gute Gestaltung bekommen, (zumindest von kleinen Büros) aber es ist unabdingbar miteinander zu reden und sich kennen zu lernen.

    Warum fällt es uns Designern offenbar so schwer, das zu kommunizieren? Ich denke, Andeas’ (# 92) Ansatz geht auf jeden Fall in die richtige Richtung. Besonders Deine Hinweise zum wahrhaft schauerlichen »Design Auftrag« teile ich, Andreas.

  112. robertmichael

    das sagt doch alles:
    Muss am Ende eines Projekts ein Gewinner bestimmt werden?

    Nein, ein Auftraggeber muss laut den AGB keinen Gewinner bestimmen, wenn ihm keines der Designs zusagt.

    also wirds ‘ne pure ideensammlung, was hindert denjenigen der das projekt ausgeschrieben hat sich einen der entwürfe zu krallen und damit zum billigheimer um die ecke oder zum hausgrafiker zu gehen?

  113. Annika

    Ich finde auch, dass der Ruf des Designers durch solche Arten von Marktplätzen geschädigt wird. Noch dreister sind die Kopierer unter den Gestaltern! Oder noch schlimmer: Auftraggeber, die erst designen lassen und den Auftrag aber nicht vergeben, sondern sich zahlreiche Inspirationen suchen, um es dann intern zu lösen. Unglaublich. Ich finde die Plattformen sehr erschreckend und wünschte mir auch, der Beruf des Designern würde mehr erkannt. Immerhin gibt man sein geistiges Gut und für eine gute Idee gibt es keine Formel. Und sowas sollte auch ansprechend vergütet werden und nicht mit einem 1 Euro Job gleichgesetzt werden. Angemessene Vergütung = Angemessenes Konzept und Design. Aber welcher Auftraggeber dieser Plattformen, weiß das zu schätzen, wieviel Arbeit wirklich dahinter steckt und ist bereit in der wirtschaftlichen Krise zu investieren?

  114. Andreas

    also wirds ‘ne pure ideensammlung, was hindert denjenigen der das projekt ausgeschrieben hat sich einen der entwürfe zu krallen und damit zum billigheimer um die ecke oder zum hausgrafiker zu gehen?

    Also das, denk ich, ist weitestgehend ausgeschlossen – einfach weil der Kunde ja schon bei den Billigheimern ist. :)

  115. robertmichael

    das glaube ich nicht. mich würde mal die quote interessieren, wieviel aufträge werden wirklich vergeben? es geht eigentlich auch nicht um den billigheimer, sondern darum das der auftraggeber for free ideen, vorschläge und layouts frei haus und auf sein briefing zugeschnitten bekommt. warum sollte er sich dann nnicht vor ort jemanden suchen der das macht? einfach um den direkt dialog/service zu haben?
    ich habs selbst schon erlebt das kunden mit meinen entwürfen zu konkurrenz gerannt sind und gesagt haben “hier mach mir das mal so”.

  116. pibo

    Verstehe die ganze Sache garnicht!
    “designenlassen” ist doch überhaupt nicht weiter ernst zu nehmen! WEnn es einige “freaks” gibt die für unwissende Auftraggeber mal was gestalten kann doch den Markt nicht kratzen?
    Einer muss ja auch den “Müll” bearbeiten, oder?

    Zustimmen muss ich aber bei dem Thema, das hierdurch bei den weniger informierten Auftraggebern, das Thema Design einen komischen Beigeschmack erhält wenn zweitklassige Arbeiten geliefert werden.

    Ich kann aber echt nur sagen:
    nehmt mal diese Diensteleistungen von “designenlassen” nicht so ernst!

  117. timeout

    Da stimme ich Dir grundsätzlich zu, dass man diese »Dienstleistung«, wie Du es nennst, nicht zu ernst nehmen sollte. Solche Design Tombolas spielen noch keine große Rolle auf dem Designmarkt. Aber diese Dinge werden wahrscheinlich zunehmen und immer mehr Auftraggeber werden dort immer komplexere Dinge gestalten lassen. Und vielleicht führt ja die immer wiederkehrende Kritik an solchen »Platt«formen dazu, dass ein Umdenken stattfindet und irgendwann eine wirkliche Begegnungsstätte für Auftraggeber und Designer entsteht, bei der es nicht um Wettbewerbe zu Dumpingpreisen geht, sondern um wirkliche Designdienstleistung. Bisher tragen diese Webseiten nur dazu bei, die gesamte Branche auf Kosten der Designer in Verruf zu bringen. Und alles ist auch nicht unbedingt Müll, der da bearbeitet wird. Spätestens wenn Firmen ihre gesamte Werbung, Produktgestaltung und das Corporate Design dort gestalten lassen und die Preise in den Keller gehen weil sich 300 Designer darum prügeln, wird es einen großen Aufschrei geben.

  118. robertmichael

    @ pibo, komplett falsch. dtp hat in den achtzigern auch keiner ernstnehmen wollen und nun verdienen wir alle unser geld damit. vielleicht ist es momentan noch keine kunkurrenz aber glaub mir das wird kommen. das konzept ist momentan noch falsch, weil der ‘auftraggeber’ hier für lau design hinterhergeschmissen bekommt, design aus der retorte. aber wenn die idee mehr durchdacht wird und dadurch auch mehr agenturen mitmachen, dann setzt sich das sicherlich durch. momentan fischen die studenten etc. nur in den gewässern der billigheimer von nebenan, aber spätestens wenn eine große firma/stadt/verein sich dort was gestalten lässt, was ggf. noch in der presse landet oder vielleicht sogar einen preis gewinnt, dann werden sich auch großen mit soclehn plattformen messen müssen.
    das ist alles nur der anfang.

  119. robertmichael

    konkurrenz meinte ich – ich war heute zulange in der sonne.

  120. guru

    auf designenlassen glaub ich stehen die meisten auf diesen effektgesteuerte logogestaltung. ohne photoshop, hätten die echt ein problem.

  121. redon

    bei designenlassen.de finden sich längst größere GmbHs und internationale AGs und zBsp. auch die R+V mit 3 Taschengeld Logo-Aufträgen, bei 12designern aktuell zBsp. die Postbank.

    insbesondere in Anbetracht der eigenen Studie zu K&I sind die Auszeichnungen des BMWi eine Unverschämtheit. ein offener Brief wird die Systeminformatiker der Ginkoo GbR, die sich mit ihrer UG an vermeintlichen Design-Leistungen bereichern, von denen sie nicht das geringste verstehen – kaum beeindrucken.

    keine Entwurfsvergütung, uneingeschränkte Nutzungsrechte zum Taschengeldtarif und das alles im Rahmen eines illegalen Glücksspiels – wollen AGD und BGD mit ihren Etat-Kalkulatoren nur halbwegs glaubwürdig bleiben – sollten sie endlich eine Sittenwidrigkeitsklage einreichen.

    die Wirklichkeit jenseits von BGD, AGD, ADC,… mit Full-Service Schilderkleber Vokuhila-Bernds und wir-machen-alles-außer Reinzeichnungen, haben nie ein Handwerk gelernt und sind dann doch Designer – Mediengestalter-Armeen in Freiberuflichkeit – ist längst eine andere.

    designenlassen und deren int. Ableger reflektieren und bestimmen längst die öffentliche Wahrnehmung von ‘Design’. Qualität setzt sich lange nicht mehr durch, je billiger je besser gilt für 75% des Alltags-Designs seit Jahren – im ganzen.

  122. Mario

    Da ist aber nichts sittenwidrig.

    Übrigens sieht die Rechtsprechung nicht einmal mehr Prostitution als sittenwidrig an, wieso sollte dann unternehmerisches Handeln im kleinen Maßstab sittenwidrig sein?

  123. Christian

    Die Vergütungstabellen des BDG und der AGD sind keine verbindlichen Vorgaben, da der Designberuf nicht verkammert ist. Die Tabellen sind Empfehlungen und Kalkulationshilfen – mit Gültigkeit in Gerichtsverfahren.

  124. jazz_e

    Wer Design mit Entwurfsarbeiten gleichsetzt, wer von »hochwertigen Entwürfen« (die teuer sein müssen) und von billigen Entwürfen (die nur schlecht sein können), hat das Problem nicht verstanden.

    In Zeiten, wo jeder sich einen PC mit Grafikprogramm auf den Küchentisch stellen und Designdienstleistungen anbieten kann, reicht es für einen (Grafik- oder Kommunikations)designer nicht aus, nur schöne Seitenaufrisse abzugeben.

    Er muss sich viel mehr als Unternehmensberater verstehen, der seine Kunden langfristig bei dessen kommunikativen Aufgabenstellungen langfristig begleitet.

  125. Mike

    Das ist keine Laune der Natur und erst recht nicht die Ursache. Die liegt ganz woanders. Bei uns selbst. Diese Leute sind nicht vom Himmel gefallen, sondern kommen aus dem gleichen Umfeld. Ich halte es daher für vollkommen sinnlos und irreführend, wenn wir uns nur mit den Auswüchsen beschäftigen, anstatt unser eigenes Tun und Handeln zu hinterfragen.

    Unternehmerisches Handeln heißt auch Verantwortung zu übernehmen und nicht auf Andere abzuwälzen. Wenn 90 Prozent der Designer alles machen, um einen Auftrag zu bekommen, dann braucht man sich nicht wundern, wenn es der Gegenseite an Verständnis und an Respekt mangelt.

  126. bibo

    Ach kommt. Wer bei so einem “Designbriefing” tatsächlich mitmacht und hinterher um sein “Honorar” beschissen wird, dem geschieht es recht:
    “Die Zielgruppe ist jeder.

    Das Design soll nicht fuer eine bestimme Zielgruppe sein. Das Design soll Zielgruppen uebergreifend sein. Ist schwer etwas zu entwerfen was allem zusagt.”

    Auch schön:
    “Es darf keine geografische, politische, themale oder nationale zuordnung besitzen.”

    Ich bitte Euch. Das ist kein Kunde, das ist ein…Der wird im Leben nicht auch nur eine einzige Dose seines “”MiMiVa” Energiegetraenk”s produzieren, geschweige denn verkaufen.

  127. Florian Pfeffer

    schaut mal … es geht auch anders

    http://www.15talents.com

    das ist zwar nicht 100% vergleichbar (weil es eine praktikanten/trainee-börse ist), zeigt aber doch eine andere richtung und haltung.

    ich finde das interessant, weil es hier nicht in erster linie um masse geht (also: wieviele logos bekomme ich für 300 euro), sondern um qualität. hier steht auch nicht eine unverbindliche und ins blaue gestaltete leistung am anfang, sondern ein genau definiertes projekt (mit ganz guten praktikanten-gehältern).

    das zeigt doch, dass es auch web 2.0 job-börsen geben könnte, die andere bedürfnisse von unternehmen und berufsanfängern anspricht als lediglich den wunsch, die grösste menge an vorschlägen für möglichst wenig geld zu bekommen (und dann genauso schlau wie vorher zu sein) oder umgekehrt verzweifelt irgendeinen job an land zu ziehen – egal was und zu welchen bedingungen.

  128. Henning

    Hi Florian,

    genau das ist es, was im Markt der Designpitchbörsen bislang fehlt. Übrigens: Oben rechts bei 15talents ist auch das Zeichen zur Kennzeichnung fair agierender Unternehmen, über das wir auf der TYPO gesprochen haben. Gibts schon, braucht man also nicht neu erfinden – überarbeiten würde ich das Zeichen jedoch echt gern … :D

  129. Sam

    Zum Thema: http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/475974

    Die Frage ist doch wie man an Kunden rankommt die Qualität wertschätzen. Ich habe gelernt, dass Überzeugungsarbeit nicht viel bringt und sehr mühselig ist.

    Also Aquise beim kleinen Handwerker zu machen ist meistens zwecklos. Die großen Firmen haben Ihre festen Agenturen. Also was kann machen um zu überleben?! Ich bin ratlos.

    Selbst die Kunden die mir noch bleiben forden immer mehr für weniger Geld. Nun will ein Kunde die kommpletten Nutzungsrechte + die InDesign-Dateien. Sonst gibts keine Aufträge mehr. Und nun? Mitmachen oder Pleite gehen?

    Nebenbei. Ich habe nicht viel Kohle. Versuche denoch möglichst Bio-Produkte zu kaufen und meide ALDI und Co. Alleine wenn ich schon sehe wie diese die Milchpreise kaputt machen. Da zahl ich lieber mehr für meine Milch und habe ein gutes gefühl nicht daran beteiligt zu sein wenn die Landwirte am Markt kaputt gehen. Ich sehe hier einen gewissen Zusammenhang zu meiner Branche.

  130. sonja

    Tja, von dem designenlassen Menschen ist es ja durchaus ne kluge Idee gewesen und wenn die Designer so blöd sind, sich darauf einzulassen, ist es deren Problem.
    Es ist irgendwie genau wie bei Shutterstock, man bietet seine tollen Bilder an für 25$cent und bei fotolia bekommt man dafür wenigstens mehr.

    Die Idee mit Designenlassen wäre toll, wenn der Designer auch anständig was verdienen würde ab 1000€ aufwärts, damit es sich überhaupt lohnt.

  131. Roland

    Ich bin empört!

    Kaum haben sich die kreativen Mitarbeiter in den Agentur daran gewöhnt, für ein Glas Wasser und eine Scheibe Toast rund um die Uhr im Einsatz zu sein, da kopiert ein Anbieter wie „designenlassen.de“ das langjährige Erfolgsrezept und macht die Ausbeutung nicht nur öffentlich, sondern mit den gleichen Mitteln ein glänzendes Geschäft. Dabei steht es doch nur den „Profis“ zu, das kreative Potenzial mit jungen Menschen so preisgünstig wie nur möglich einzukaufen, um es an Kunden so teuer wie nur möglich zu verkaufen. Ansonsten müsste ich die Bestellung meines Audi R8 5.2 FSI quattro stornieren. Hoffentlich erschüttert „designenlassen.de“ nicht den selbstlosen Einsatzwillen der unzähligen Mitarbeiter, die auf die Idee kommen könnten, für 350,- Euro nur ein paar Stunden zu arbeiten, statt für meine Agentur den ganzen Tag und die ganze Nacht zur Verfügung zu stehen. Das Angebot von „designenlassen.de“ sollte verboten werden, denn die Ausbeutung von Mediengestaltern und Diplom-Designern (FH) steht nur den etablierten Designbüros und Werbeagenturen zu, oder?

  132. Alpha nova

    Herr Kubens, einer der Betreiber der Website schreibt oben:

    Zitat: “Viele talentierte Freelancer nutzen unsere Plattform als Akquise-Marktplatz in Leerlauf-Phasen und generieren so neues Geschäft mit Folgeaufträgen. Ich kann jeden Designer verstehen, der lieber auf unserer Plattform konkrete Projekte bearbeitet anstatt die gelben Seiten durchzutelefonieren und Kaltakquise zu betreiben!”

    Das ist aber genau der falsche Weg, denn die “Gewinnchancen” auf Degignenlassen sind äußerst gering – noch geringer als die Honorare.

    Ich kann jedem Designer, Grafiker oder wie auch immer nur empfehlen, sich dahinterzuklemmen und sich, wie jeder andere Geschäftsmann auch, um die Akquise zu kümmern, dann passt auch der Preis.

  133. n-rico

    Leute, Leute… Wir leben nicht in der Zeit, in der die Leute viel Geld ausgeben können- geschweige denn wollen, wenn Sie Leistungen woanders günstiger bekommen. Wie das hier schon gesagt wurde, gibt es das in jeder Branche. Ich finde es besser, dauerhaft Aufträge a 400 € zu bekommen, als mit viel Glück und endloser Arbeit mal einen Auftrag mit hohem Budget zu erhalten. Kleinvieh macht eben auch Mist. Und so ein Blödsinn mit “Design” schützen lassen… Das ist ja noch nicht mal ein deutsches Wort- wie kann man sich das also schützen lassen wollen? Design ist nichts anderes als die Gestaltung einer Sache. Und das kann tun, wer Lust und das Talent dazu hat. In meinen Augen heult Ihr alle rum, weil die “kleinen” der Branche nun letztlich mehr Geld verdienen, als die großen Agenturen. Das ist in der Fotografie nicht anders gelaufen. Kaum kann man Digicams mit 10 MP und mehr für unter 500 € kaufen, fotografiert “jede Sau”. Es gilt, sich abzuheben von der Masse. Und wenn jemand einen besonderen Stil hat, dann kommen die Kunden auch zu ihm, die diesen Stil haben wollen. Alle anderen wollen das nicht und gehen eben in den Discounter für Designer. Und ganz simpel: Vergleicht doch einfach mal Aldi, Lidl und Co mit Feinkost Käfer oder ähnlichen. Der Preis regiert. 10 Aufträge für 400 € sind genauso wertvoll, wie 1 Auftrag zu 4000 €.

  134. Logo Design

    Logo design contests are nothing new in the crowdsourcing world. There is one more kid on the block, http://www.shopfordesigns.com but the difference being its now helping startups to build their brand at minimal costs. It is now offering FREE listing of logo design, website design contests, corporate identity design, banner design, wordpress theme design, twitter background design etc.

  135. Marco

    Vielen Dank. Der Author spricht mir aus der Seele.
    Die Preise sind lächerlich. Und um es nochmal klar zustellen das sind keine Aufträge das ist Abzocke. 50 Entwürfe von 30 Designern und einer bekommt Geld. Man rechne den Stundenlohn für 30 Personen bei 300 Euro Preisgeld aus. Ein Auftrag für ein Layout für 400 Euro ist OK, es ist aber kein Auftrag.
    Es mag sein das es viele Leute gibt die nicht viel Geld ausgeben wollen, aber eine eigene Firma haben wollen mit der CI eines Multinationalen Konzerns. Das ist halt nicht.
    Diese Seite nutzt auch die Not einiger Arbeitsloser aus. In Zukunft führen wir solche Praktiken vielleicht überall ein. Nur der genau das Leisten was man will bekommt Geld, der Rest nicht.

    Wenn ich lese das eine angeblich “Branding-Agentur” einen Auftrag erteilt ein Branding für Sie selbst zu erstellen, dann falle ich vor lachen um.
    Ich sehe dieser Dumping Entwicklung in allen möglichen Bereichen sehr kritisch entgegen. Zum Vorteil des kleinen Mannes ist dies nämlich nicht.

    Das Problem der Menschen ist, das sie bei ihren Taten immer nur ans eigene Wohl denken. Ob man aufgrund der Handlung irgendwas kaputt macht ist egal. Es zählt nur der eigene Reichtum. Super. Fairness und Anstand ist wohl nicht mehr “Inn”.

    :ironie: ich finde es übrigens spitze das man dafür noch Gründerpreise kassiert TOP. :/ironie:

  136. Hans

    Der Autor des Briefs, so scheint mir, spricht vielen die beruflich als “Designer” arbeiten aus der Seele.

    Ich selbst bin kein Designer und ich frage mich oft, wann ihr ein Design zu “Kunst” stilisiert und wann ihr es zu einer Stümperarbeit degradiert? Es gibt im Internet und in der Geschäftswelt allgemein viele dieser selbst ernannten “Designer”. Aber wie wird man zu einem dieser richtigen, sagenumwobenen Designer? Viele Personen glauben nur weil sie eine schwarze Hornbrille tragen, einen Mac nutzen, Photoshop installiert haben und etwas gegen den Mainstream leben, das sie das zu einem “Designer” macht. Aber es tut mir leid, nur weil man in der Lage ist ein Layout verändert wiedergeben zu können, ist man noch kein Designer.
    Ich persönlich nenne jemanden einen “Designer”, wenn seine Werke die Stimmung transportieren können, die der Kunde gerne vermitteln möchte oder die sich der Designer für das Produkt ausgedacht hat. Am besten ohne viel graphischen Schnick-Schnack, aber trotzdem einprägsam. Es sollte einfach ein AHA-Effekt ausgelöst werden. Aber wenn ich mir einige Logos, Websites usw. da draußen so ansehe, scheint der “Designer” eine bedrohte Spezies zu sein.

    Viele echauffieren sich über die Preise und über die Qualität, die auf designenlassen.de abgeliefert wird und das sie den Markt kaputt machen usw.
    Aber ich verstehe das Problem einfach nicht. Wenn die Arbeit die abgeliefert wird lt. euch sowie so nur Stümperarbeiten sind, braucht ihr doch nichts zu befürchten oder?
    Aber halt, vielleicht seid ihr ja auch keine dieser richtigen “Designer” und habt bis jetzt auch nur minderwertige Arbeiten, aber zu überteuerten Preisen abgeliefert? Wenn dem so ist, dann würde ich es auch mit der Angst zu tun bekommen, denn jetzt ist jeder Auftraggeber in der Lage das abgelieferte Design zumindest monitär zu bewerten.

    Aber wenn ihr “richtige” Designer seid, braucht ihr die Konkurrenz von den Herren und Damen auf designenlassen.de doch nicht zu fürchten, oder?
    Und wie sagt der alte Spruch schon “Konkurrenz belebt das Geschäft”.

    Ich denke, die vielen Negativbeispiele, was Design angeht, werden den “richtigen” Designern eher mehr Kunden bescheren als als weglocken, denn das ist die Chance sich mit dem eigenen Design zu profilieren.

  137. jahde

    ich habe mir das alles hier jetzt durchgelesen und muss nun auch mal als einer “von der anderen seite” was dazu sagen.

    der einzige, der bisher mit seiner einschätzung “am dichtesten dran” ist, ist lars.

    ich betreibe seit über 13 jahren ein kleines (ein wirklich sehr kleines) ein-mann-unternehmen im sektor dienstleistung mit einer sehr kleinen (wirklich sehr speziellen und kleinen) zielgruppe.
    mein angebot betrifft säuglinge und kleinstkinder, ist gesundheitsfördernd und umweltschonend, aber teurer als “das übliche”, das auf dem wegwerfmarkt zu kaufen ist.
    leider hat das zur folge, dass ich zu den vielen selbstausbeutern gehöre, die eigentlich aus kaufmännischer sicht ihr “geschäft” aufgeben und sich mit dem besseren einkommen von hartz4 auf die couch legen sollten.

    das geht aber nicht, weil
    1. die idee, die hinter meinem angebot steht zu gut und zu wichtig ist und
    2. das mir von der gesellschaft aufgedrückte “selbstwertgefühl” es nicht zulässt, mich “auf dem amt” erniedrigen und demütigen zu lassen.
    und in meinem alter und bei meinem gesundheitlichen zustand findet sich leider nicht wirklich eine seriös bezahlte arbeit als angestellter. niemand stellt jemanden ein, der lange selbständig war.

    soweit also erstmal zu meiner situation, die mit einer schier erdrückenden menge ähnlicher stuationen vergleichbar ist.

    werbung muss ich aber dennoch machen.
    was ist also zu tun?
    ich habe drei möglichkeiten:
    1. ich gehe zum profi.
    2. ich nutze die hier gegeißelte website oder andere “billigheimer” vor ort.
    3. ich mache es selbst irgendwie dank moderner elektronischer möglichkeiten.

    ich habe vor vielen jahren mal den gang zu einem grafiker unternommen, der mir auch noch empfohlen wurde und wollte mich schlau machen, ob diese maßnahme für mich passend wäre.

    was ist passiert?
    der grafiker fragte, was ich wolle (es ging darum, ein logo für meine firma zu erstellen).
    er zeigte mir logos, die er bisher gefertigt hatte und erklärte mir, was ich bräuchte, ohne auch nur mit einer silbe auf die dinge einzugehen, was ich ihm über mich und mein angebot sagte.
    kurzum, er wollte mir etwas aufschwatzen, mich bekehren, mir einreden, was er ach so tolles für mich tun könne und wie unverzichtbar das sei.
    er hat nicht im ansatz verstanden, was ICH zu sagen hatte, worum es bei meinem angebot ging oder wie schwierig meine zielgruppe erreichbar sei, weil sie so speziell und klein ist und die wegwerfkonkurrenz so mächtig.

    er wollte für seine arbeit einen höheren 3stelligen betrag haben, wenn ich ihn machen ließe.

    er hat mich nie wieder gesehen.

    ich habe es selbst gemacht.

    sicher hätte ich qualitativ besseres bekommen können.
    sicher gibt es dafür viele nachvollziehbare gründe.
    sicher bin ich wahrscheinlich leider nur an den falschen geraten.

    fakt ist für mich als kunde:
    der profi hat es sich selbst und eurer gesamten branche einfach verschissen, weil er in seiner überheblichkeit einfach nicht auf mich eingegangen ist.
    noch bevor wir beim geld waren.

    er residierte übrigens in einer gründerzeitvilla…!
    naja, wer’s hat, soll glücklich werden.

    ich glaube, ihr jammert hier auf ziemlich hohen rössern.
    ihr solltet mal wieder erdnahe luft schnuppern und auf den boden der harten alltagsrealitäten der unzählbaren selbstausbeuter zurückkommen!

    die vielen schnellschuss- und retortenlogos sind sicher nicht die letzten designoffenbarungen, aber sie erfüllen ihren zweck: der firma oder dem produkt (erstmal) überhaupt ein gesicht zu geben.
    aber das ist ja falsch!
    es muss ja jeder gemüsehändler einen corporate-identity-auftritt haben, der sich mit coca cola messen kann, wenn es nach euch ginge, wenn man das hier alles so liest.
    wenn der gemüsehändler (oder obige erna p.) also nicht eure dienste für teures geld in anspruch nehmen, sind sie schlechte geschäftsleute?
    für was haltet ihr euch eigentlich?!
    viele von uns selbstausbeutern rackern 60 oder 80 oder noch mehr stunden, um wenigstens die krankenversicherung und die miete bezahlen zu können, jobben noch nebenbei als pizzafahrer oder zeitungsausträger und essen können sie oft nur, weil der lebenpartner noch was verdient.
    und ihr wollte denen ernsthaft allen sagen, dass sie schlechte menschen sind, weil sie versuchen, mit dem wenigen bis quasi nicht vorhandenen geld das beste herauszuholen, was irgendwie möglich ist?!

    das kann ich nicht unwidersprochen und LAUT PROTESTIEREND hinnehmen!

    übrigens hat für einen in meiner branche tätigen verbund vor längerer zeit ein profi ein logo entworfen und noch ein paar dazu passende grafiken für eine website usw. … naja, modern, sicher, aber wenn ich für “sowas” 4stellige beträge hinblättern soll, mache ich lieber weiterhin alles selbst.

    ich kenne reihenweise profileistungen, die keinen pfifferling wert sind und einen haufen geld gekostet haben.
    oft habe ich miterlebt, wie angehörige eurer zunft in ihre arbeiten sonstwas hineinlabern, um sie großartig erscheinen zu lassen und bei lichte betrachtet, war alles nur heiße luft.

    wie hat der gute shakespeare es genannt?
    “viel lärm um nichts”

    so, nun habe ich genug meiner wertvollen zeit verschwendet.

  138. fugu

    über den daumen kurz gerechnet:

    TOP DESIGNER: kraskosha

    projekte realisiert: 539
    pro projekt ca. 7 entwürfe, arbeit schätzungsweise je: 3h
    gesamte investierte arbeit somit in etwa: 1617h

    gewonnene (d.h. bezahlte) projekte: 43
    durchschnittlicher lohn pro gewonnenes projekt circa: 250€
    gesamter lohn aus allen gewonnen projekten: 10’750€

    daraus resultierender stundenlohn: 6,6€

    die absolute nr.1 (!!!) aus designenlassen.de verdient also mit seiner arbeit ca. 6,6€ in der stunde. alle restlichen 4376 designenlassen-“designer” können von einem solch “grossartigen” stundenansatz nur träumen, der grösste teil geht komplett leer aus.

    welch tolle plattform…

  139. truth

    Hallo,

    leider sieht es so aus das Menschen in Not viel auf sich nehmen damit es ihnen ein bisschen besser geht. Dies kann man gut ausnutzen und wird auch auf der ganzen Welt getan. Ein Arbeitsloser denkt sich, besser 2 Euro die Stunde, als nichts. Diese Einstellung und Ansicht ist falsch. Dadurch wird Arbeit entwertet. Und der nächste der einen vernünftigen Lohn will bekommt dann zu hören: Ja, der andere macht es für 2 Euro. Und ja leider gibt es Leute die auch ohne schlechtes Gewissen, alles so billig wie möglich wollen, auch wenn ihnen klar ist das jemand davon nicht leben kann oder sie Arbeit entwerten/gefährden. Die Mentalität, Erfolg durch Ausbeutung anderer (wie sie schon gewisse global agierende Unternehmen praktizieren) marschiert nun weiter voran.

  140. mike

    ich bin gespannt wann die Leute bemerken das da auch kleinere Agenturen oder Leute die Webseiten als Dienstleistung anbieten, inserieren. Sklavenmarkt 2.0

  141. alex

    Richtig so – klar haben alle die sich irgendwo aufregen recht und ja – ich verstehe die Bedenken und stimme zu. Trotzdem finde ich es amüsant wie sie alle sich ärgern weil eine Fliege am Bein ihres hohen Trones rüttelt. Ein bisschen verdient ist es aber schon – die Medienbranche ist nicht mehr das elitäre Ultimo schlechthin – feiert sich aber immer noch genau so selbst. Ich habe selten eine so große Ansammlung an Pseudo-Intellektuellen und Heißgebläsen erlebt wie hier. Alle sitzen Sie da, rülpsen ein neudeutsches Wort nach dem anderen raus und verpacken es in einer Abkürzung um viel von ihrer ach so wichtigen Zeit für Meetings, Partys und Selbstbeweihräucherung aufzusparen. Die Zeiten der großen Designer sind längst vergangen und die Neulinge versuchen ihnen nachzueifern. Übrig sind übereifrige Yuppies. Das Babel der Neuzeit ….

  142. Christine

    Ich finde, es sollte auch viel mehr publik gemacht werden, dass auf designenlassen.de nicht nur am Hungertuch nagende Kleinunternehmer inserieren… Beispielsweise wollte freelancermap.de ein neues Logo dort ausschreiben, was in einer Kooperation der beiden Plattformen mündete, wie eine entsprechende Pressemitteilung verkündet (http://www.freelancermap.de/presse.html). Darin heisst es, auf designenlassen.de findet man Design zum günstigen Preis, bei freelancermap den dazu passenden Programmierer. Ob die Programmierer, die sich dort präsentieren, allerdings wirklich glücklich mit so einem Marketing sind, wage ich zu bezweifeln. Hat aber wohl noch keiner so richtig mitbekommen.

  143. Herbert

    Liebe Designerkollegen,

    ich habe aus meinem 18 jaehrigem Schaffen als Designer mehrere Tausend Designs brach liegen. Auf Designenlassen, Logom…..com und anderen aehnlichen Plattformen habe ich in den letzten Jahren ueber 300 Logos zusaetzlich verkauft! Kleines Geld? Rechnet man einen Schnitt von rund €200 pro Design mal 300 Designs macht das, na, genau €6000! Anschlussauftraege nicht mitgerechnet. Das macht noch einmal weit mehr als diese Summe.

    Ich glaube aus euch spricht nur der pure Neid! Nachmachen, bessermachen sollte die Devise sein, oder wollt ihr an dem Kuchen nichts abhaben? Gut, ich mag es Geld zu verdienen!

  144. Jens

    Rechnet man einen Schnitt von rund €200 pro Design mal 300 Designs macht das, na, genau €6000!

    Stimmt also doch, daß sich auf diesen Plattformen nur Leute beteiligen, die nicht rechnen können ;)

    SCNR

  145. Herbert

    Hallo Jens,

    nun, die Ironie ist offenbar nicht herueber gekommen. Ich haette es fuer euch einfacher machen sollen. Aber mal ernsthaft!

    Wenn man sein Design Studio auf Teilkostenrechnung kalkuliert – und das sollte gaengige Praxis sein – ist jeder Zusatzauftrag nur mit variablen Kosten und einem Gewinnzuschlag zu kalkulieren. Also kannst du nachvollziehen, dass man durchaus seinen Vorteil hat! Wenn man noch davon ausgeht, dass keine zusaetzlichen Logos angefertigt werden muessen, sondern nur bereits vorhandene, brach liegende Logos verwendet werden, ist es sogar ein hoechst willkommener wirtschaftlicher Gewinn.

    Also bitte Neid und Ironie weglassen und rann an den Speck!
    Viele Gruesse

  146. Christian

    Portale wie designenlassen.de sind Teil einer Entwicklung, die sich aktuell vollzieht und die niemand mehr aufhalten wird. Aktuell mag es richtig sein, dass vorwiegend Kleinunternehmen und Startups als Auftraggeber in Erscheinung treten. Es mag auch richtig sein, dass auf Designer-Seite viele Amateure zu finden sind. Trotzdem sind durchaus auch fundierte Entwürfe dabei und das nicht zu knapp(!).

    Diese Entwicklung wird weitergehen. Man muss das Ganze doch mal 5 bis 10 Jahre in die Zukunft denken um zu erkennen wo der Zug hinfährt. Stellt Euch vor es gelingt (und davon bin ich überzeugt) das Online-Briefing zu standardisieren und zu perfektionieren. Alle Fakten werden dem Designer fix und fertig serviert. Er kann sofort loslegen, ohne jede Rücksprache. Wofür wird der persönliche Kundenkontakt dann noch benötigt?

    Das nächste ist das Preisgeld. Der Auftraggeber hat es jetzt schon in der Hand, welche und wieviele Designer er mit dem ausgelobten Preisgeld anzieht. Natürlich steigt die Wahrscheinlichkeit Qualität zu bekommen mit dem Preisgeld, das sind ganz natürliche Marktmechanismen. Ich bin sicher hier wird sich auch noch einiges tun.

    Und dann die Komplexität / der Umfang der Projekte. Momentan sind es einfache überschaubare Sachen, wie einzelne Logos, der Entwurf einer Webseite etc. Ich bin davon überzeugt, da werden weitere Dinge hinzukommen, bis hin zur Entwicklung komplexer Marketingstrategien und zugehöriger CIs. Dass das nicht mehr ein Designer alleine schultern kann liegt auf der Hand. Aber wer sagt denn dass es nicht möglich soll wird, dass sich mehrere Designer und Marketingspezialisten gemeinsam an einem Vorschlag beteiligen? Das ist alles eine Frage der geschickten Programmierung. Ich bin mir sicher hieran wird vonseiten der Portalbetreiber bereits fieberhaft gearbeitet.

    Schließlich bin ich beim wichtigsten Punkt: der Zukunft unserer Zunft. Wir werden uns warm anziehen dürfen. Und zwar ganz warm. Von dem Moment an wo die Arbeit des Designers völlig austauschbar ist, werden diejenigen zum Zuge kommen, die für den günstigsten Stundensatz arbeiten können. Und das sind leider nicht wir, mit unseren hohen Lebenshaltungskosten in Euroland, sondern Designer auf den Philippinen, in Indien, in Russland usw. Im Prinzip genügt ein halbwegs aktueller Computer, mit zusammengeklauter Software und Internetanschluss…

    Ich sehe momentan tiefschwarz für uns. Aber das ist ein Problem, das nicht nur uns betrifft, sondern sich inzwischen durch fast alle Branchen zieht. Vor drei Jahren lief mal ein Film im Kino “Die fetten Jahre sind vorbei”. Ich hätte nicht gedacht dass es so schnell und vor allem so radikal geht. Ich lebe seit vier Jahren unter Hartz IV Niveau, zapple mir täglich und sieben Tage die Woche einen ab um immer besser zu werden. Doch ich habe nicht das Gefühl, dass meiner Arbeit vonseiten der Auftraggeber die für mein langfristiges Überleben notwendige Wertschätzung entgegengebracht wird. Im Gegenteil reift in mir die Erkenntnis, dass meine Lage (und die vieler Kollegen) dem sagenhaften Sisyphos gleicht. Ohne Aussicht auf Verbesserung.

  147. mike

    ja, leider hat Christian Recht.
    Was mich besonders an Seiten wie designenlassen stört ist das 50 Leute arbeiten und nur einer bezahlt wird. Wenn eine Person das macht ist das eine Sache, aber hier wird von der Theorie (rechnet man das Preisgeld auf alle Entwürfe) für 1,5o die Stunde Produziert.

  148. ups

    hallo
    ellenlang ist diese diskussion ja sowiso schon…
    klar ist das neue jobportal eine herausforderung.
    nicht zu vergessen ist, das sich erfolgreiche produkte am markt orientieren – ein markt ist offensichtlich vorhanden (!)

    jeder kann selber entscheiden bei einem projekt für 1000€ oder – weil’s so nett is’ und das thema zum “liebhaben” ist für 350€ zu sarten.

    unzählige d e s i g n wettbewerbe machen auch nichts anderes… viele stunden arbeiten ohne zu wissen ob sich’s auch im spaarstrumpf zeigt.

    …und nicht vergessen qualität hängt nicht am preis (!!)

    also macht euch auf, rettet die zunft, hebt die qualität

    sagt: ups

    PS.: nein, ich habe mit den machern von designenlassen nixt zu tun ;-)

  149. Michael Kubens

    Hallo zusammen,

    seit heute gibt es Vorkasse-Projekte auf designenlassen.de, außerdem wurden die Vergütungsregeln für Vorkasse-Projekte angepasst. 75% des Preisgeldes gehen an den Gewinner, 25% werden unter denjenigen Designern aufgeteilt, die eine gute Bewertung erhalten haben.
    Wir versuchen auf die zum Teil harsche Kritik zu reagieren und das Konzept der Plattform weiterzuentwickeln. Näheres in unserem Blog: http://blog.designenlassen.de/2010/05/07/groses-update-vorkasse-projekte-nutzungsvertrag-neue-vergutungsregeln/

    Michael Kubens
    einer der Gründer von designenlassen.de

    P.S. Wir freuen uns über Kommentare im Fontblog oder im designenlassen.de Blog

  150. mike

    super. dann bekommen die jetzt 1 euro für ihre layouts die nicht genommen werden. wenn das keine verbesserung ist.

  151. Wolfgang

    Vor einem Jahr habe ich mich neugierdehalber angemeldet, weil ich aus erster hand sehen wollte, was passiert. Ziemlich schnell habe ich mal, an einen “Auftraggeber” gemailt, dass die Anforderungen nichts mit dem Salär zu tun hätten. Der hat das sofort den Betreibern gemeldet – nicht ohne altkluge, öffentliche Kommentare – die mich ebenfalls sofort rausgeschmissen haben. Tja – war ja nun kein Verlust.

    Aber wichtig ist für so eine Website: Immer den schönen Schein waren. Kritische Stimmen darf es nicht geben.

  152. Sam

    Dumping ist und bleibt eine Abartigkeit. Diese Seite schädigt hauptsächlich die kleinen Selbstständigen. Wenn ich das richtig sehe nutzen das auch schon Agenturen um billig produzieren zu können.
    Jedem der mir erzählt das er seine Berufliche Laufbahn in Richtung Design lenken will, dem rate ich aufgrund der Verbreitung solcher Seiten, dringen davon ab.
    Auch die dummen Argumente einiger, das sie sozusagen “Überbleibsel” verwerten ist absolut Schwachsinnig….
    Was sagt Ihr zu folgender Idee. Ihr Klettern auf einen Baum und setzt auch auf einen Ast. Dann fangt Ihr langsam an diesen Ast anzusägen…

  153. SirDregan

    Hallo zusammen,

    ich bin gerade auf diesen Eintrag gestossen, nachdem ich mich googelnderweise über desingenlassen.de informieren wollte. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung von richtig gutem Design und fand das jetzt auf den ersten Blick recht gut.

    Da ich auf der Suche nach einem professionellem Designer für Logo und CI bin stelle ich hier mal die Frage in den Raum: Wie finde ich diese Designer? Wer ist renommiert und wer nur Schall und Rauch? Woher kann ich einfach erkennen ob sich einer “an sämtliche Grundlagen von gutem Design” hält?
    Ganz ernst gemeint: Hilfe! :)

  154. Pierre alias C2H2

    Guten Tag,

    also ich habe diesen Dienst auch in Anspruch genommen oder bin aktuell dabei. Ich bin ein Künstler mit einem kleinen Label und kann nicht einfach > 1.000 ausgeben. Ich kann dies total nachvollziehen, wenn jemand gut bezahlt werden möchte. Ich kenne mich da im Design nicht so aus, aber viele dieser Logos kann man dann auch auf Fotolia.de kaufen. Dann müsste man die auch alle verurteilen. Und da habe ich schon oft was gekauft, nur um eine ANregung für eine weitere Bearbeitung zu haben.

    Deshalb finde ich es sehr unfair die Auftraggeber einfach so als Deppen hinzustellen. Wenn Ihr Designer Geld verdienen wollt und sicher auch der ein oder andere von euch zum Aldi latscht, dann kann man mir nicht das Recht absprechen, dass ich mit wenig Ressourcen einen Laden stemmen möchte. Ich verdiene nämlich keinen einzigen Cent aktuell. Des Weiteren hatte ich jetzt einfach keine Lust mehr jedem Grafiker zu erklären, was ich haben möchte. Da kommt einem so ein Portal sehr recht, wo man die Infos 1x schreibt.

    Bei mir kann sich jeder Designer bis Ende August melden, der Lust auf einen Auftrag < 600 Euro hat.

  155. tschicholdino

    Ich glaube der Markt kontrolliert sich selbst. Die Gestaltungshöhe ist dort
    eher sehr niedrig. Und wenn der Kunde / Firma oder der Unternehmer ein “eckiges Ei” haben will soll er es bekommen. Was soll man machen wenn keine Beratung erwünscht ist und nach engen Vorgaben oder per Zufall ausgewählt wird. Sind das wirklich dort die Kunden die man haben will?
    Ich beobachte, dass viele Projekte garnicht zum Abschluss kommen. Vermutlich wird das dann außerhalb geregelt oder das Bauchgefühl
    des Kunden ist durch die ganze Entwurfsmenge völlig aus der Ruhe gekommen, dass er sich nun doch lieber selber sein Logo in Word bastelt oder eine andere Absurde Idee mit einer Comic Logo Anmutung verfolgt, oder aber nach einiger Zeit dann doch begreift dass er nichts gebracht hat und er doch lieber den normalen Weg geht, den Grafiker oder die Agentur wählt die zu Ihm passt. “Design-Kroutsourcing” hat es doch schon immer gegeben wenn der Sohn des Unternehmers oder der Bekannte ein Hobby-Logo zusammenbastelt. Typografie und Design wird dort immer überwiegend auf der Strecke bleiben, weil der Zufall entscheidet und Auftragnehmer und Auftraggeber keine gelernten Grafiker oder Designer sind die sich mit den Thema Gestaltung beschäftigt haben. Aber wenns gefällt… !!! Ist doch vollkommen egal ob ein Logo im Pixelformat mit Freeware Schriften im falschen Farbraum mit zu hohem Farbauftrag mit Transparenzen die im Druck nicht funktionieren gebastelt wird. Ästhetik und Design muss zum Unternehmen / Unternehmer passen. Und das entscheidet er alleine. Qualität wird immer erwünscht sein, auch wenn es der Auftraggeber noch nicht erkannt hat und von einer Hausfrau oder einem Schüler mit Grundkentnissen erst einmal nebenbei erstellt wurde. Natürlich ist auch der studierte Designer nicht unbedingt ein weltklasse Designer, und der Faktor Zeit und Budget spielt bei den Ergebnissen auch eine grosse Rolle. Wer meint er könne ein Logo mal eben auf diesen Platformen oder MyHamxxx in Auftrag geben wird oft oder erst später enttäuscht werden. Aber ist das nicht wie überall im Leben? Man muss sich mit den Themen beschäftigen. Den eigenen Anspruch legt jeder selbst fest und der sollte auch nicht vorgeschrieben werden.
    Man kann auch sein eigenes Haus planen oder bauen ohne gleich Architekt zu sein. “Designen lassen” kann man auch auf Ebay oder in Indien.
    Die Freiheit im Netz sollte jeder haben.

  156. leeko

    Ja, die noblen Agenturen beschweren sich – hat doch auch jemand anderes herausgefunden, dass Studenten, Hobby-Designer und sogar diplomierte Berufseinsteiger bereit sind für so gut wie nichts zu arbeiten. Die meisten Praktikantengehälter pendeln zwischen 300 und maximal 800 € im Monat – das sind etwa 180 Arbeitstunden, eher mehr. Überstunden werden nicht entlohnt. Stecke ich den selben Aufwand in die Ausschreibungen hol ich bestimmt mehr als das raus… UND ich darf die Arbeiten sogar in mein Portfolio tun und meinen eigenen Namen drunter schreiben. Außerdem bin ich plötzlich “Freiberufler” und nicht “Praktikant”! Yuhuuuu! Merkt ihr nicht selbst warum das für einige Leute attraktiv erscheint?!

  157. Pro

    ich finde die Plattform schon deshalb gut, da mich einige Kunden darüber ausfindig gemacht haben und ein Haufen Folgeaufträge zustande gekommen sind.
    Die Beschwerde in Allen Ehren … aber ich bin sehr zufrieden mit dem Modell

  158. side

    @Pro

    schön für dich, Glück gehabt. Dann ist es eben eine “ich probiere mal ein paar Menschen aus” Portal und den besten nehme ich dann, aber alles sollen gefälligst was liefern, wenn auch nur einer was bekommt. Wie bitte?

  159. Harry

    Hallo

    Wir denken über ein alternatives Portal nach, bei dem die von euch begründeten Zweifel und Misstände berücksichtigt werden sollen. Aus wirtschaftlichen Gründen müssen wir natürlich auch die “günstigen Ideen & Designs” für private Auftraggeber und kleine Unternehmen anbieten, jedoch denken wir auch über einen eigenen Ausschreibungsbereich nach, der “individuelle top Designs von zertifizierten Designern und Agenturen” für Unternehmen mit eigenem Marketing-Budget anbietet. Diese Preise sollen sich dann an den AGD Tabellen bzw. dem Marktpreis orientieren und werden wohl ein Vielfaches des “kleinen Designs” kosten.

    Was haltet ihr davon und wie könnte eine gute Umsetzung eurer Meinung nach aussehen? Welche Mindestsätze müssten eurer Meinung nach angesetzt werden? Über ein Feedback und eure Ideen würden wir uns sehr freuen.

    Grüsse

    Harry

  160. Designmarkt24.com

    Wir betreiben auch einen Marktplatz für Webdesigner und Auftraggeber (Kunden die ein Webdesign, Logodesign benötigen). Ich bin der Meinung wir sollten es den Kunden überlassen, ob Sie solche Dienste nutzen möchten oder auch nicht. Sicherlich hat nicht jeder Kunde das Budget einen Webdesign von mehrere tausend Euros in Auftrag zu geben. Viele dieser Kunden würden sonst -falls es solche Kreativportale nicht geben würde- gar kein Webdesign kaufen/bestellen. Somit bin ich der Meinung, dass solche Plattformen auf ein Kundenbedürfnis reagieren und somit den Markt für Webdesign eher erweitern als schmälern. Auf der anderen Seite können sich Designer einen Namen verschaffen und für Ihre Dienstleistungen werben. Kein Designer wird gezwungen an solchen Wettbewerben teilzunehmen. Ich denke der Markt ist gross genug.

  161. Stefan

    Ich denke jeder Markt funktioniert nach Angebot und Nachfrage. D.h. so ein offener Brief wird überhaupt nichts ändern.
    Wir haben auf designenlassen unser Logo erstellen lassen und wir sind sehr zufrieden damit. Unsere Erfahrung ist aber, dass man sich viel Zeit nehmen muss um die Vorschläge zu bewerten. Allerdings dadurch, dass die persönliche Beratung fehlt, sollte man schon in etwa wissen, was man möchte.

  162. Rotstift

    Guten Tag.
    Ich bin erst kürzlich auf jene Wettbewerbsdesigner-Plattformen aufmerksam geworden. Vorher hatte ich eher wenig Kenntniss von Illustrator und Photoshop.
    Trotzdem habe ich es geschaft, eine ordentliche Werbeagentur aufzubauen – Ohne Ausbildung wohlgemerkt.

    Durch die Wettbewerbssituation kann man für die Zukunft Ideen anderer Designer begutachten und selber versuchen zu realisieren. Mit der Zeit baut man sich eine Art Erfahrung auf.
    Ich bin auch klein angefangen. Habe meine Entwürfe, welche anfangs wirklich sehr contraprofessionell aussahen hochgeladen und bekam aber trotzdem Kritik. Und genau diese Kritik ließ meine Designerkünste steigen.
    Irgendwann habe ich mir dann den Entschluss gefasst eine eigene Agentur zu eröffnen: Und siehe da. Es läuft gut. Zwar nur nebenher meines Berufes, dennoch wirft es aber jedenmonat genug Gewinn ab, um sich jeden Monat einen Kleinwagen zu gönnen.

    Dies mag vll. ein wenig skuril klingen. Ist es aber nicht!

  163. Jens

    Wo soll man sich dann umsehen, wenn man nicht weiß woher das Design kommen soll?
    Ich kenne viele Agenturen, die ich mir wohlgemerkt nicht leisten kann. Also welche Option habe ich sonst noch außer diese Art von Portalen?

    Ich habe noch nichts dort designen lassen, aber denke immer noch darüber nach. Bei mir geht es allerdings nicht um ein Logo oder die Markenkommunikation. Sondern einfach um ein Shirt-Design für einen Event.

  164. Olaf

    Hallo, ich habe nun auf designenlassen ungefär 100 Logos eingestellt 2 davon haben gewonnen (juhu) bei ca. 60 Projekten ist gar kein Geld geflossen das heißt: Projekt wurde eingestellt die Designer haben fleißig gearbeitet und wo das Projekt zu Ende war ist nichts passiert, irgendwann stand dann immer Projekt ohne Gewinner abgeschloßen (ganz große klasse). Für mich heißt das ganz klar das viele Projekte aus den eigenen Reihen von Designenlassen kommt um die Seite populär zu halten. Also alles ein großer REINFALL.

  165. mori

    @Olaf: oder der Ausschreiber hat dann die besten Entwürfe als Inspiration genutzt und es dann seinen Kumpeldesigner ausarbeiten lassen.

  166. Stefan Dinter

    Soeben hat die IHK Nürnberg designenlassen.de mit dem Gründerpreis ausgezeichnet. Wie kann eine Wirtschaftseinrichtung ein Unternehmen würdigen, das auf wirtschaftlichen Ruin einer ganzen Branche ausgerichtet ist?

  167. Tom Ruthemann

    Leider wird auch gerade wieder von den Betreibern auf Xing Werbung gemacht. “Gründer und Selbständige”-Gruppe. Offenbar erwartet man dort, dass Neu-Unternehmer die Sache nicht so kritisch sehen. Oder schlicht aus Budget-Gründen diese Plattform benutzen…
    Dass die IHK Nürnberg so unkritisch mit dem Thema umgeht, finde ich wirklich bedrückend.

  168. Christian

    Bei aller berechtigter Kritik: es ist der freie Markt. Mir persönlich ist es immer noch lieber ich darf meinen Beruf relativ frei ausüben, auch unter solchen Bedingungen (Konkurrenzdruck und Preisdumping).

    Die Alternative wäre bspw. dass meine Berufsausübung vom Wohlwollen meines für mich zuständigen Bezirksparteisekretärs o.ä. abhängt.

  169. Michael Firnkes

    Ich kann die Bedenken teilweise verstehen. Ohne Plattformen wie beispielsweise designenlassen hätte ich mir zu Beginn meiner Selbständigkeit jedoch nie ein einigermaßen professionelles Logo leisten können, Agenturen oder der Verfasser dieses Brandbriefs hätten ob meines Budgets nur müde die Augenbrauen hochgezogen. Heute lasse ich eben dieses Design überarbeiten, von einer Agentur, habe also einmal wenig, einmal mehr ausgegeben. Was soll daran schlecht sein? Wenn mich jemand anschreibt ob ich ihm für 100 Euro ein komplettes Webprojekt aufbaue dann kann ich doch auch nein sagen. Und ich denke bei designenlassen verdient der eine oder andere Student vielleicht mehr, als sich in einer Agentur als Praktikums-Arbeitssklave missbrauchen zu lassen. Mich würde an dieser Stelle interessieren was Herr Maas seinen Praktikanten bezahlt, oder ob diese nur Kaffee kochen statt zu designen.

    Übrigens: Der Einwand “wieso darf heutzutage jeder designen” da könnte man auch entgegnen “”wieso darf heutzutage jeder seinen Unfug hier schreiben”? Ganz einfach: Leben und leben lassen, ein wenig mehr Gelassenheit wäre vielleicht ganz gut. Kann es nicht sein, dass zumindest einige Designleistungen für so manche Klientel früher einfach Hoffnungslos überteuert war? Wenn Volkswagen bei Ihnen ein Logo für 50.000 Euro bestellen wollte wäre das doch auch “unverschämt” und zu billig, es wird wohl mehr als nur ein Modell geben müssen.

  170. Maja

    Interessante Diskussion. Letztlich ist es doch so, dass der Markt funktioniert und Designer dem tatsächlich nichts außer ihrem guten Ruf (Beweis?!) entgegensetzen können.

    Selbstverständlich ist es schwierig, unter Umständen die eigene, beruflicher Existenzberechtigung in Frage zu stellen. Aber genau das sollten viele Agenturen einmal tun. Ich arbeite in einem mittelständischen Unternehmen (ca. 450 Arbeitnehmer) in der Werbeabteilung. Was wir an Zeit und Geld mit Agenturen verschießen, dafür, dass die Vorschläge mittelmäßig und die Durchführung teilweise fragwürdig sind, ist pervers. Ich versuche momentan ggü. der GF durchzusetzen, dass auch wir die Plattform nutzen dürfen. Es würde uns einiges an Zeit und Geld sparen und ich traue mich zu wetten, dass es der Qualität keinen Abbruch tun würde.

    Meiner Meinung nach müsste die Diskussion mal von der Seite aufgerollt werden, ob überhaupt Agenturen in dem vorhandenen Maße notwendig sind. Der Markt gibt Antwort…

  171. paul

    @maja
    es gibt auch gescheite agenturen, welche nicht nur rumposen :)
    aber es stimmt schon, es gibt ne menge agenturen die sau teuer sind und eben naja einen auf "elitäre werbeagentur" machen

  172. Hendrik

    ich finde den offenen brief ein wenig lächerlich, denn wenn man sich die realität auf den portalen anschaut: zu 80% aufträge, die nie einem professionellen designstudio angeboten werden würden. das ganze ist eine semiprofessionelle spielwiese und als solche völlig o.k… solche portale einerseits als lebensgrundlage anzusehen oder andererseits als bedrohung des elitären designs, dafür muß man schon sehr einfältig sein.
    und zur rentabilität: wer mehr als eine stunde spielerisches gestalten in ein 250.- euro-logo steckt, ist selber schuld. und wenn man nur jedes zehnte logo davon verkauft, hat man immernoch 25.-€uro pro stunde fürs kreative rumspielen. mehr als viele jungdesigner bei werbeagenturen kriegen, wenn man sich gehalt und tatsächliche arbeitszeit anschaut. werbeagenturen sind so unglaublich selbstbezogen wie plattenfirmen früher und gehen nicht zu unrecht an ihrer aufgeblähtheit zu grunde. sonst würde es solche plattformen wie designenlassen schlichtweg nicht geben.

  173. CLM

    @ Hendrik

    Da muss ich Dir wiedersprechen, es ist wie in der Lotterie entweder man Gewinnt da oder nicht!

    Jedes 2-te Logo das ist doch lächerlich, man mus mindestens 6-10 Logos machen damit man eine Chance zu gewinnen hat und bei ein Budget von 250€ ist das sehr wenig!

    6-10 Logos braucht man im durchschnitt (wenn man gut ist) 5 Std. der Verdienst per/Logo ist dan Maximal 5€!

    Ich bin der Meinung das designenlasse.de weg muss! (Die meisten die da rum Spielen habe keine Ahnung was sie damit Anrichten)

    Günstigere Logos oder Designarbeiten bekommt man auch Bei einer Agentur!

  174. Daniel

    Man darf hier nicht Äpfel mit Birnen verwechseln.
    Irgendeine kleine Schlosserei aus Hintertupfing wird mit Sicherheit nicht bei JvM anrufen und um einen Termin bitten, weil sie eine neue Website oder neue Briefköpfe brauchen. Da haben die gar nicht den Sinn für. Die wollen einfach ihren Job machen und Schlosser sein. Ob das neue Logo jetzt aus psychologischer Sicht, oder welcher Sicht auch immer, total Kacke ist oder nicht – das interessiert die doch nicht. Hauptsache es sieht ganz gut aus.

    Und diesen Kunden reicht designenlassen.de nunmal.
    Ebenso der Ich-AG’ler. Der kann die Kosten für ein CD vorher noch so detailiert in irgendwelche Businesspläne reinschreiben, wenns dann darum geht, das CD erstellen zu lassen ist die Versuchung, es nicht für 4.000,- Euro zu kriegen sondern nur für 400,- einfach zu groß. Vor allem dann, wenn es auch noch gefällt.
    Ganz ehrlich? Ich würds selber auch so machen. Reicht doch für den Anfang. Wieso soll ich mir ein toll ausgeklügeltes Konzept kaufen, wenn ich nichtmal sicher bin, dass es mich und meinen Laden in nem Jahr noch gibt?
    Wenn ich erfolgreich bin, kann ich immer noch, zur Beruhigung meines Seelenheils, zu ner Agentur rennen und da auf dicke Hose machen.

    Aber dann renne ich sicher nicht zu der Agentur, die mich 12 Monate vorher wie den letzten Depp heimgeschickt hat.

    Warum bieten wohl viele Softwarehersteller sehr günstige Studentenversionen ihrer Programme an? Weil die Studenten die Kunden von morgen sind, die, falls erfolgreich, dann mit ziemlicher Sicherheit eine kommerzielle Vollversion kaufen kommen.
    Das ist genau das gleiche Spiel.

    Also anstatt sich zu beschweren sollten Agenturen vielleicht einen Praktikanten mehr einstellen der dann dem Lieschen Müller (oder wie heisst sie gleich?) das CD für den Hundesalon zu nem annehmbaren Preis bastelt. Wenn aus dem Salon dann ne europaweite Kette wird, kommt das Lieschen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit irgendwann wieder vorbei und braucht ein ReDesign…

  175. timo

    Hallo Zusammen;

    also ich sehe den Zeitraum des “Aufregens” und muss feststellen, dass es sich nicht vielgeändert hat. Zumindest nicht auf er Seite designenlassen.de – die Preise sind gleich geblieben lediglich die Provision für die Augsbruger ist gestiegen. Ich denke, dass man sich als Designer und besonders als Student nicht von solchen Preisen locken lassen sollte auch wenns gerade eng ist. Handwerker machen sowas auch nicht – ausser vielleicht beim Nachbar.

    Wenn wir eine solche Einstellung auch wie mein Vorschreiber vertritt und selber Designer ist, dann muss man sich schon fragen: Wie viel ist euch eure eigenen Arbeit wert?

    Wenn wir uns nicht slebst als Fachleute mit Fachpreisen ansehen tuts auch kein anderer. Der Kund als Letzter.

    Und wenn Frau X aus Hundesalon Y ein Hundeshampoo kauft, dann zahlt Sie auch nicht den “Hundeshampoomachelassenpreis” sondern den richtigen.

    In diesem Sinne – seid mehr Wert als ein Hundeshampoo :)

    Gruß

  176. caro

    Wahnsinnig wie hier diskutiert wird über ein Thema was in vielen anderen Branchen bereits normal ist. Um mich mal gleich zu outen, ich bewege mich auf mehreren Plattformen dieser Art und kann den Ärger über die Honorare gut nachvollziehen – aber niemand wird gezwungen daran teilzunehmen – das zum Sklaven. Auch bin ich kein Hobbydesigner oder Student, sondern seit über 15 Jahren professionell und für meine Ansprüche erfolgreich in der Werbebranche tätig.

    Portale wie designenlassen bedienen doch nicht die großen Kunden, zumindest recht selten, sondern bedienen Kunden, die sich sonst ohne solch eine Möglichkeit kein Logo machen lassen würden! Der Grund dafür ist, das die Preise der Agenturen immernoch auf dem Arbeitsaufwand einer Designentwicklung basiert, wo wir noch nicht die technischen Hilfsmittel von heute hatten. Reinzeichnung war doch damals ganz was anderes als heute!

    Die Preise für eine CD, sagen wir mal für Hundesalon Olga , wenn wir mal von den 1000 euros ausgehen, sind meines Erachtens eine absolute Frechheit – wenn auch Realität! Es kommen teilweise Auftraggeber zu designenlassen, die totunglücklich waren über das Ergebnis einer Werbeagentur – ein Haufen Geld ausgegeben aber kein Resultat mit dem sie sich indentifizieren möchten – klar mehr als drei Vorschläge gibts ja auch nicht (Praktikant in der Mittagspause). Kein Wunder also , dass sich Kunden an solche Portale wenden, wo motivierte Designer, ob Hobby oder nicht, sich Ihrer annehmen – ich kanns verstehen!

    Ich mache das, weil es spannend ist, weil es Spaß macht – leben muß niemand davon – wobei es bereits eine sehr lohnende Einnahmequelle geworden ist, weil die Kunden Folgeaufträge erteilen die regulär abgerechnet werden. Also ihr lieben Agenturen – bedient auch die “Kleinen” angemessen dann bräuchte man keine Portale wie designenlassen.

    PS. über die Qualität der Entwürfe sich aufzuregen, hört sich eher nach “getretene Hunde” an, denn in den meistens Fällen könnten sich so manch hochtrabende Agenturen davon eine Scheibe abschneiden!

    Beste Grüße

  177. Designer74

    Finde ich super die Plattform! Da sollten sich alle die für 250 Euro ein Corporate Design erstellen würden registrieren und den ganzen Tag Designs erstellen! Einer von 117 bekommt dann vielleicht Geld dafür. Ich finde das super! Solange die Deppen mit umsonst arbeiten beschäftigt sind, schnappen sie richtigen Designern nicht die richtigen Kunden weg! Sollen Sie machen, 4 Stunden, 7 Tage die Woche. Schlecht ist nur, dass wir die ganzen Hartz4 Designer dann mit unseren Steuergeldern weiter über Wasser halten müssen. Denn das beste ist: Die Deppen werden selbst da noch um Ihre 250 Euro betrogen. 117 Entwürfe, der Auftraggeber nimmt keinen, baut sich aber den nach, der am besten gefallen hat. Aua.

    Ich werden gleich erst mal Werbung für die Plattform machen. Und ich hab schon eine geniale neue Geschäftsidee: “vom Anwalt beraten lassen”… mal schauen wer sich da registriert. Schließlich können sich die armen Existenzgründer auch keinen teuren Anwalt leisten!

    Is mir übel. Aber auf eine lustige Art und Weise.

  178. Jeaf

    Interessanter Brief und eine lustige Diskussion, die ich, als Dienstleister, der sich über die Plattform “designenlassen.de” ein wenig informieren wollte, nach dem gefühlten 10 ten gleichen Kommentar abgebrochen habe.

    Im ernst, CI/CD usw usw sind alles enorm wichtige Bestandteile der heutigen Geschäftswelt, aber Leute, nehmt euch bitte nicht wichtiger als Ihr seit. Das soll nun gar nicht abfällig klingen, aber genau dieser Tenor kommt hier rüber und wird auch in sämtlichen Agenturen verbreitet.
    Waren es früher die “Künstler” die zT. etwas müde belächelt wurden, sind es heute die s.g. Designer.
    Eine kreative Ader mit einer guten Mischung Arroganz ist meißtens keine gute Kombi.
    Unter dem Strich seit ihr auch “nur” Dienstleister, nicht mehr nicht weniger…
    Sich dermaßen über solch ein Projekt zu echauffieren, zeigt doch nur, worum es den meißten geht!!
    Es wird letztendlich niemand gezwungen diese Arbeiten auszuüben und sollte man den meißten Einträgen hier glauben schenken, sollte man annehmen, dass bei diesen Projekten ohnehin nur Humbuk raus kommt und somit gefühlt 90% der Kunden, anschließend demütig wieder in “eure” Agenturen kommen und sich dann doch das stark überzogene Projekt “auschwatzen” lassen. Einzig der glaube daran fehlt mir ;-)

    P.s. man sollte dabei auch nicht vergessen, dass diese Sparte von Dienstleistung in den letzten Jahren unglaublich überflutet wurde und damit meine ich weniger die Anfrageseite.

  179. Hans Heydebreck

    designenlassen im O-Ton:

    (“nicht mehr aktuell” = keine Konsequenzen)

    Hallo hansheydebreck@now–here.de,

    Ihre Anfrage von 28.11.2013 01:50 wurde bearbeitet:

    ————————————
    Hallo barryconvex,

    vielen Dank für die Meldung, hier handelt es sich um einen Verstoß. Das ist richtig.
    Allerdings wurden in diesen Wettbewerben bereits Gewinner gekürt, sodass diese Meldungen nicht mehr aktuell sind. Wichtig sind solche Verstoßmeldungen, wenn ein Projekt läuft. Denn wir wollen dadurch natürlich den Auftraggeber davor schützen, dieses Design zum Gewinner zu küren und würden dann handeln. Vielen Dank für Ihre Mithilfe.

    Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag!
    ————————————

    Mit freundlichen Grüßen
    Vanessa Badura
    ——————————————————————————————-

    O-Ton #2
    (“gesperrt” bedeutet, das Mitglied ist jetzt erneut unter demselben (!) Account aktiv

    Support designenlassen.de
    An hansheydebreck@now–here.de
    2. Okt
    — do not edit —

    Hallo hansheydebreck@now–here.de,

    Ihre Anfrage von 02.10.2013 13:25 wurde bearbeitet:

    ————————————
    Hallo barryconvex,

    vielen Dank für die Meldung, hier handelt es sich um einen Verstoß.
    Wir haben den Designer angeschrieben und da er vor allem in letzter Zeit mehrere Verstöße beging, wurde der Account gesperrt.

    Ich bitte Sie, sich in Ihrem Tonfall zu zügeln.
    Wenn Sie ein Anliegen haben, gerne, wir sind für alles offen, aber bitte achten Sie darauf, wie Sie sich ausdrücken.

    Ein Verstoß gegen die Verhaltensregeln kann ebenso bestraft werden.

    Dennoch nochmal danke für den Hinweis mit dem erneuten Verstoß.

    Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag und außerdem einen erholsamen Feiertag!

    Mit freundlichen Grüßen
    Patrick Karl
    ————————————

  180. Schorsch

    Ich kann die Kritik durchaus verstehen. Allerdings muss ich “leider” sagen, dass die Designvorschläge die wir aufgrund unserer Auschreibung bekommen haben, die Vorschläge die wir vorher über den “normalen” Markt bekommen haben, bei WEITEM übertroffen haben.
    Wir haben 20 Vorschläge bekommen, und 3 waren dabei, die uns sowas von begeistert haben, dass wir uns kaum entscheiden konnten.
    350€ fanden wir allersdings auch viel zu wenig und haben am Ende dann 600€ bezahlt – immer noch sehr günstig, ich weiss. Aber wir sind selber ein kleines Startup und konnten uns mehr einfach nicht leisten.
    (und nein, ich bin nicht von dl.de bezahlt worden)

  181. Stefan Frank

    Prinzip myhammer.de
    Fünftklassige Handwerker balgen sich um microaufträge. Wer sich für 350€ Aufträge an Land zieht ist eben Liga Hobby-Designer/Hobby-Handwerker.
    Die Ergebnisse sind entsprechend.

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