Das FontBook als iPad-App

Jetzt im App-Store: FontBook fürs iPad (4,99 €) – kein Buch, sondern eine typografische Landkarte, die sogar facebooken und twittern kann, und mit 620.000 Schriftmustern rund 20 gedruckten FontBooks entspricht

Fünf Jahre nach dem Erscheinen des letzten gedruckten FontBooks schlägt FontShop ein neues Kapitel auf: die FontBook-App fürs iPad. Obwohl sie den Begriff »Book« im Namen trägt, hat die App nichts mit einem Buch gemein. Vielmehr löst sie einige der Probleme, die das seit zwanzig Jahren gewachsene FontBook zunehmend umständlicher in der Benutzung machten: Gewicht, Seitenbeschränkung (zuletzt 1760 Seiten), fehlender Index, Querverweise, Kapiteleinteilung, mangelnde Aktualität und manches mehr.

Die serielle, alphabetische Anordnung von Informationen ist nur eine von vielen Möglichkeiten, ein Nachschlagewerk zu komponieren – gut geeignet für Experten, weniger für Quereinsteiger, die in der Schriftwelt immer mehr werden. Und so glauben wir, dass die FontBook-App mit vielfältigen Einstiegen und direct-link-Verweisen heute das praktischere Tool für die typografische Inspiration und das Vergleichen von Schriften ist.

Der Einstieg in den FontBook-Atlas ist denkbar einfach: es gibt fünf Türen plus die Volltextsuche (Symbol: Lupe). Um mit letzterem anzufangen: Die Suche ist präzise und präsentiert – schneller als man tippen kann – die Ergebnisliste in Form einzeiliger Schriftmustersätze. Wer zum Beispiel »Helvetica« sucht kann bei »helv« schon die Hand von der iPad-Tastatur nehmen, dann die sechs Suchergebnisse liegen dann schon – in der jeweiligen Schrift gesetzt – zur Ansicht auf dem Schirm:

  • Helvetica
  • Helvetica Inserat
  • Helvetica Monospaced
  • Neue Helvetica
  • Helvetica Rounded und
  • Helvetica Textbook

Neben dem Schriftnamen durchforstet die gleiche Suche die FontBook-Datenbank gleichzeitig nach Designern und Foundries.

Nun zu den fünf Türen der FontBook-App, die mit Klassen, Designer, Foundry, Jahr und A-Z beschriftet sind (siehe erste Abbildung ganz oben). Die Namen sind selbsterklärend, hinter jedem verbirgt sich eine andere Art der Annäherung an eine Schrift oder Schriftgruppe. Ich gehe sie kurz einzeln durch.

Klassen: Sie entsprechen der traditionellen FontBook-Kapiteleinteilung, also Sans, Serif, Slab, Script, Display, Blackletter und Pi & Symbols (Non Latin ist in Vorbereitung und folgt in einem App-Update). Neu ist, und das haben wir uns vom FontShuffle für das iPhone abgeguckt, dass diese Schriftklassen – erstmals im FontBook – in weitere 5 Unterklassen gegliedert sind. Für die Kategorisierung konnte die FontBook-Redaktion eine weltweit angesehene Schriftexpertin gewinnen, die Saarbrücker Professorin Indra Kupferschmid, ein Glücksfall.

Insgesamt ergeben sich durch die neue Katalogisierung 7 x 5 = 35 Schriftstil-Klassen für die visuelle Recherche, wobei eine Schriftfamilie immer nur in einer Klasse auftaucht. Ein Beispiel für die Unterklassifizierung zeigt die 2. Abbildung oben, in der wir die fünf Subklassen des Sans-Serif-Kapitels sehen: Dynamisch (engl: Humanist), Statisch (Gothic), Geometrisch, Grotesk und Frei/Hybrid. Die Größe eines Kartenfeldes verrät etwas über die Menge der dahinter liegenden Inhalte, ein visueller Indikator, der sich durch die gesamte FontBook-App zieht

Designer: Was im Internet längst gang und gäbe ist, ließ sich im gedruckten FontBook nie realisieren (es sei denn, man hätte es in zwei Bänden herausgegeben): die Suche nach Schriftentwerfern. Die App offeriert diese Option auf elegante Art, wiederum als Karte, in diesem Fall jedoch in Weiß-auf-schwarz-Optik: mit nur 3 Fingertipps gelangt man so zum Œuvre eines Lieblingsdesigners, zum Beispiel Erik Spiekermann (Abbildung unten), einer von 1572 von der FontBook-App repräsentierten Typedesigners, aktuell mit einem Opus von 240 Schriften, erschienen bei ITC, FontFont und FontShop:

Foundry: Auch dieser Zugang erklärt sich von selbst … Wer den Namen eines Schriftherstellers kennt (zum Beispiel Emigre), jedoch die Bezsichnung einer bestimmten Schrift des Hauses nicht mehr parat hat, wird über Foundry sofort fündig. Mit dieser Methode erscheinen auch die fast in Vergessenheit geratenen Loz Feliz, Motion oder Suburban sofort wieder aus der Versenkung.

Jahr: Der ewige Kalender der Schriftgeschichte, beginnend 1470 mit Jenson und aktuell endend 2011, zum Beispiel mit Alda von Emigre oder FF Sero, die erst gestern bei FontFont erschienen ist. Allein das letzte Beispiel zeigt, wie aktuell ein digitales FontBook sein kann.

A-Z: Das letzte Türchen ist für all jene Schriftfreunde gedacht, die den Namen einer Schrift kennen aber nicht die direkte Suche verwenden möchten … vielleicht weil drei mal mit dem Zeigefinger tippen noch schneller funktioniert als die Eingabe von 4 Buchstaben (klingt unglaublich, ist aber tatsächlich so).

Alle oben erwähnten Eingänge ins Reich der Schriften enden schließlich mit der Familienansicht einer Schrift (auch, wenn eine Schrift aus nur einem Schnitt besteht, wie viele Headline-Fonts). Sie ist die maßgebliche Betrachtungsumgebung des digitalen FontBooks, die sich in die Navigationsspalte (links) und den Schriftmustertisch (der große Rest des Bildschirms) gliedert. Die Navigationsspalte enthält im oberen Bereich (auf Gelb) den Namen des Entwerfers, Erscheinungsjahr und Foundry. Darunter folgen der Font-Familiennname – wenn es eine Großfamilie mit z. B. Condensed- oder Wide-Schnitten ist ergänzt um Subfamiliennamen –, die Querverweise zu ähnlichen Schriften (falls vorhanden) und zu weiteren Schriften des Designers (falls vorhanden). Aus der Navigationsspalte heraus ist es unmittelbar möglich, alle Querverweise direkt aufzurufen und damit die Ansicht im rechten Bildschirmbereich neu zu füllen. Die über 8000 Querverweise zu ähnlichen Schriften verdanken wir, wie bereits beim gedruckten FontBook 4, den Schriftexperten Stephen Coles und Yves Peters.

Der Schriftmustertisch liefert 6 verschiedene Schriftmuster-Ebenen, die sich nach und nach von rechts nach links wie Schubladen herausziehen lassen und immer tiefer in das Innere einer Schrift vordringen:

  • Schriftmuster-Poster (auf Millimeter-»Papier«)
  • interaktiver 3-Größen-Schriftmuster-Player
  • sortierte Schriftmuster in Headline-Größe plus Alphabet
  • sortierte Schriftmuster in Textgröße
  • komplette Zeichenvorrat-Tabelle
  • Zusammenfassung (auf Gelb)

Schriften mit Lesezeichen versehen und vergleichen. Eines der praktischsten Werkzeuge der FontBook-App ist die Vergleichen-Sektion. Man ruft sie entweder über den Home-Screen oder die Share-Palette auf (Symbol: ✚). Hier ist es möglich, jeden Schriftschnitt einer Familie, die man zuvor als Favorit gekennzeichnet hat (Symbol: ★), in drei verschiedenen Größen zu vergleichen: Headline-, Intro- und Text-Größe. Das Musterwort der Headline-Größe lässt sich frei mit der iPad-Tastatur modifizieren, so dass sich auf diese Art recht schnell Fonts für Logos bzw. Wortmarken testen lassen.

Ebenfalls nützlich in der Vergleichen-Sektion sind die 10 angebotenen Farbfolien, die man unter und über die Schriftmuster legen kann, was sogar das Beurteilen einer Schrift-Negativdarstellung beinhaltet.

Soweit ein paar Worte zur schnellen Einführung in die FontBook-App. In den kommenden Tagen werden ich hier im Fontblog weitere Anwendungsbeispiele zeigen, Fragen beantworten und ein Interview mit den Machern veröffentlichen: Andreas Pieper/null2.net (code), Jan Rikus Hillmann (ux) und Mai-Linh Truong (db).

(Foto TYPO Berlin 2006: © kassnerfoto.de)


46 Kommentare

  1. Jürgen Siebert

    Bevor die Fragen kommen: Nein, nicht für Android. Nicht fürs iPhone. Nicht als Mac-OS-App. Nicht als Windows-App. Nicht für Unix. Nicht als HTML5. Nicht auf Papier.

  2. Marcus

    Argh, nun wird aus dem iPad ein „must have“ statt wie bisher ein „nice to have“.
    Hättet ihr das nicht ein paar Tage früher ankündigen können, dann hätte ich mir statt 14 Tage Karibik ein iPad + die Font Book App gegönnt. :o)

  3. Vroni

    Echt blöd jetzt.
    Muss mir ein iPad kaufen gehen. Verdammt.

    [Geht das juristisch unter Kaufzwang? :-)]

  4. arti

    Bevor die Fragen kommen:

    Eine Frage habe ich aber noch: Warum nicht als Mac-OS-App? Ich liebe mein iPad, aber als Couch-Device und nicht als zusätzliches Nachschlagewerk, dass ich mir noch ins Büro legen müsste. Ich will die im FontBook gefundene Schrift dann auch kaufen, runterladen und sie einsetzen können.

  5. Jürgen Siebert

    Die Antwort ist einfach: Eins nach dem anderen. Wir sind nur 4 Nasen und haben keinen Millionen-Etat. Erst mal iPad, und wenn das gut ankommt, geht’s ganz schnell weiter mit anderen Umgebungen …

  6. Dave

    @Jürgen Siebert:
    Aber ist es denn logisch mit dem „kleineren” Markt zum Verkaufstest anzufangen?
    Die Zielgruppe sind wohl eher Mac-OS-App Nutzer. Oder? Nicht alle Grafiker bekommen von ihren Chefs ein iPad geschenkt. Aber eine App für 4,99 ist wohl für jeden Rechner drin!

  7. Michael Hartmann

    Ich finde die Frage von Dave durchaus berechtigt, auch wenn ich glücklicherweise die tolle FontBook-App auf meinem iPad verwendet kann. :-)

    @Jürgen Siebert: Großes Kompliment zur App. Ich finde das Design und die Navigation fantastisch.

  8. nora

    Wow. Super. Ich freu mich, da ich ein IPad habe, finde es aber echt schade, dass es das nur fürs Ipad gibt. Das Ding wäre ein tolles günstiges Stöber- und Nachschlagewerk auch für die Studenten, so was finden die natürlich alle wesentlich attraktiver als ein oller dicker Schmöker, aber die wenigsten meiner Studenten haben ein IPad.

  9. Ben

    Laut dem Text und den Screenshots eine tolle iPad-App. Auch ich bin leider kein iPad-User, da ich mich aufgrund der Arbeit doch für ein MacBook Pro für den mobilen Einsatz entschieden hab. 4,99 € sind superfair und wünsche ich mir auch als Mac-App. Ansonsten ein großes Lob für die schöne und funktionsreiche App.
    Der Ben

  10. Jürgen Siebert

    @nora: Ich versteh dich nicht … wie sollte das jetzt geliefert werden, »als tolles günstiges Stöber- und Nachschlagewerk auch für die Studenten«?

  11. Indra

    Naja, wer kein iPad hat kann doch immer noch die FontShop website benutzen, die ist ja nun auch nicht gerade das schlechteste Werkzeug zum stöbern und nachschlagen und läuft auf jedem Rechner, Telefon und Tablet-PC. Und kaufen kann man da auch.

  12. Lars Schwarz

    Bin ich wirklich erst der Zweite nach Michael der sagt: »Grandiose Arbeit! Danke!« ???

    Kurzes Feedback an dieser Stelle: Compare zeigt bei Schrift Nummer 3 den custom text per default an, man muss also erst dort scrollen um auf den Custom Text zu kommen.

    Wunschliste für Version 1.1: Anpassen der Schriftgröße bei Compare.

  13. Dan

    Ich stell mir die App anhand der Screenshots auch wirklich toll vor. Leider habe ich auch kein iPad. Mal ne doofe Frage, ich bin kein Programmierer, von daher weiß ich es nicht, aber wenn ihr eine App fürs iPad programmiert, müsste die dann nicht genauso auf dem iPhone funktionieren? (nur verkleinert halt) Aber warscheinlich eher nicht, sonst hättet ihr das ja gemacht :) …naja dann heißt es halt warten auf weitere Vertriebswege.

  14. Markus

    Mein Eindruck nach der ersten Probefahrt auf dem iPad: großartig!

  15. Jürgen Siebert

    @Lars Schwarz: Scroll mal bei Compare nach oben oder unten. Es gibt dort drei Schriftgrößen: Headline, Mid-size und Text.

  16. Arnold

    Eine wunderbare App! Durchdachte Navigation und liebevolles, schönes Design. Vielen Dank!

  17. Bert Vanderveen

    Super App! Nochmals: Super App! Abermals: Super App!
    I am a very happy iPad-user.
    Thanks!

  18. Nora

    @Jürgen :
    Als MacOs App meinte ich an der Stelle. Es wäre sicher nicht nachteilig, das auch mal zu überlegen.
    @Indra
    Na ja, den Spaß und das Feeling der App kann die Website nicht bieten. Und ganz eigennützig : ich finde es großartig von FS eine App zu entwickeln, die alle Zielgruppen “anfixen”
    kann und die Hürde niedriger legt, zum Typo-Aficionado zu werden.
    Danke Fontshop.

  19. arti

    @Jürgen Siebert
    Das klingt ja schon mal deutlich positiver als Deine erste Antwort. So lange wird das fette, analoge Exemplar meines FontBooks hier noch gute Dienste leisten.

  20. sharif

    Ich hoffe insgeheim diese neuen Entwicklungen zu verpennen. Weckt mich wieder auf, wenn es ein schönes, gut riechendes, fettes, seitenschweres und papierenes Schriftmusterbuch à la Berthold wieder schick werden sollte.

    Gute Nacht.

  21. erik spiekermann

    Wer das digitale FontBook ausprobiert hat, weiß, dass diese Art der Navigation nicht so auf einem mit der Maus bedienten Computer funktioniert. Selbst wenn jetzt bei OS X Lion einige der Gesten auch auf dem Trackpad laufen, ist es doch ein Riesenunterschied, ob ich die komplette Oberfläche benutzen kann oder immer nur einen kleinen Ausschnitt.

    Mir wäre natürlich am liebsten, ich hätte einen 30-Zoll-Berührbildschirm, dann könnte ich dutzende von Schriften nebeneinander legen und damit spielen. Aber diese App leistet bereits dermaßen viel, dass es immer weniger Entschuldigungen geben wird, in Zukunft nur die üblichen Allerweltsschriften zu verwenden.

  22. Lars Schwarz

    @Jürgen Siebert Danke, das hat geholfen.

  23. Andreas

    Die App ist aber wirklich sehr schön gelöst – Kompliment!
    Mit der gedruckten Version finde ich aber immer noch schneller was ich suche. Das Blättern durch ein Buch geht halt einfach flotter. Vielleicht könnte man die Schriftübersicht (die vielen Rg’s) noch optimieren: Diese Gesamtansicht ist nicht sehr aussagekräftig – ich würde da lieber mehr von den Schriften sehen, eventuell eher listenmäßig.
    Vielleicht müsste man das Thema der Schriftklassifikation wieder mal anstoßen, die gewählte altbekannte Fontshop-Klassifikation find ich zu grob und nicht sehr hilfreich.

  24. Jürgen Siebert

    Vielleicht müsste man das Thema der Schriftklassifikation wieder mal anstoßen, die gewählte altbekannte Fontshop-Klassifikation find ich zu grob und nicht sehr hilfreich.

    Reden wir von der gleichen App? Die »altbekannte Fontshop-Klassifikation« wurde eigens für das digitale FontBook von 7 Klassen auf 35 Klassen verfeinert.

  25. andi kissel

    sieht toll aus und ist der schritt in die richtige richtung. so gerne ich das fontbook mochte, so schwer habe ich mich manchmal mit dem ›interface‹ getan.

  26. Simon Wehr

    Ich habe das Fontbook nie gekauft, weil es mir zu viel Geld gekostet hat, zu träge und zu schnell veraltet war. Jetzt wird das Fontbook für mich noch mehr Geld kosten, weil ich kein iPad habe. Aber sobald sich das geändert haben sollte …

    Ich empfinde den Schritt zum digitalen FontBook als sinnvoll und fast schon zwingend. Und das iPad scheint mir perfekt dafür geeignet. Auf die Desktop-Anwendung oder eine entsprechende Website freuen sich alle, die kein iPad besitzen.

    Die App macht in dieser Beschreibung einen tollen Eindruck und der Preis ist ja mal ein absoluter Kracher!

  27. Torsten

    sehr schön! sieht gut aus!

    nur das icon geht überhaupt nicht …

  28. Johannes

    @20 Sharif:
    Recht hast Du! Wie soll man denn Druckschriften am Bildschirm beurteilen? Nur weil man den Bildschirm in der Hand hält statt ihn auf dem Schreibtisch stehen zu haben, funktioniert das nicht (höhere Auflösung hin oder her).
    Es ist wirklich ein traurige Nachricht (vgl. den vorigen Beitrag zum Thema von Jürgen), auch wenn das FontBook nie irgendetwas hatte, das Bibliophile anspricht. Trotz seiner Mängel (zu schmales Designer-Format, zu weißes und zu glattes Papier) war es ein sehr wichtiges Arbeitsmittel für Typographen — ach: bleibt es!
    Über ökonomische Bedingungen, über Aktualität und Aktualisierungen sprechen wir ein andermal, versprochen.

  29. Indra

    Andreas (#23), Ich erlebe das genau anders herum. Gerade Anfang der Woche habe ich versucht, zusammen mit Studenten Schriften anzuschauen, alle von Zapf. Ich bin mit dem FontBackstein 4 fast verrückt geworden! Wir mussten uns an einen Tisch setzen, weil ich den Brocken (Gewicht von vier Backsteinen) nicht mehr in der Hand halten konnte, geschweige denn schnell mal blättern. Und ich biss mir die ganze Zeit auf die Lippen, weil ich mich nicht traute, das iPad mit dem iFontBook aus der Tasche zu ziehen.

    Nicht immer sitzten alle um einen Rechner mit Internet, wenn man von Schriften redet. Nora sagt, »den Spaß und das Feeling der App kann die Website nicht bieten«. Ja, aber ein Desktop-Programm doch erst recht nicht. Und das sage ich jetzt nicht, weil ich in die Realisierung involviert war. Vielleicht »wohnt« ihr alle nur nicht so in fontshop.com und myfonts.com wie ich (was, glaube ich, auch besser ist).

  30. Indra

    Johannes, Sharif, das kann nur an mangelnder Erfahrung beim gedanklichen Transfer von Schirm auf Papier liegen. Ich gestalte nun seit 15 Jahren Drucksachen und habe vor, weiß nicht, min. vier Jahren aufgehört, Layouts auszudrucken. Bei guter Bildschirmdarstellung in ausreichender Größe, mit anpassbarem Text und einer kompletten Zeichenübersicht kann ich Schriften sehr wohl sehr gut am Bildschirm beurteilen. Die oft zufalls-mäßige Qualität mancher Druckereien kann ich eh nicht simulieren.

  31. Simon Wehr

    Indra, gestalten ohne Ausdrucke kann in meinen Augen nur ein Volltrottel oder eben ein Vollprofi. Ich glaube, die Gestaltung ausschließlich am Monitor benötigt in etwa genau soviel Erfahrung, wie früher die Gestaltung komplett ohne WYSIWYG. Ich denke da an grüne Fotosatz-Eingabezeilen, die ich nur aus dem Museum kenne. Oder die Planung von Typografie und Layout mit Fixogum und Letraset. Ich jedenfalls wundere mich noch des Öfteren, wie anders eine Gestaltung mitunter wirkt, wenn ich sie ausdrucke. Von daher Respekt vor Deiner Entscheidung!
    Ich selber liebe gedruckte Schriftmuster, aber dann auch in adäquater Anwendung. Groß, klein, farbig, … die konnte das FontBook für mich aber nie bieten, wie auch?
    Und die Möglichkeit, z. B. einen eigenen Probetext einer Schrift zu sehen übertrumpft für mich den Nachteil der pixeligen Bildschirmdarstellung.

  32. Jürgen Siebert

    Wie soll man denn Druckschriften am Bildschirm beurteilen?

    Gegenfrage: Wie soll man denn Schriften für ein Leitsystem auf Papier beurteilen.
    Immer weniger Kommunikationsdesigner gestalten für Papier, zunehmend mehr gestalten für die Darstellung am Bildschirm – und damit meine ich jetzt nicht nur Internet. Geh mal in eine Tankstelle, auf einen Bahnsteig oder an die Kasse von Kaiser’s. Das FontBook hat nur eine Art von Druck repräsentiert. Wer zum Beispiel eine Schrift für eine Tageszeitung sucht, kommt auch mit dem gedruckten FontBook nicht weiter.
    Fazit: Das FontBook ist ein Nachschlagewerk und kein Proof-Instrument – gilt für das gedruckte wie auch das digitale.

  33. Getchaos

     ich hab sie mir jetzt mal runtergeladen und ein wenig drübergeschaut.

    Vorweg: Optisch ist sie sehr schön ans iPad angepasst und für “spezialisierte” Suche sicherlich auch wunderbar, ABER…

    1. Die Performance auf dem iPad 1 lässt sehr zu wünschen übrig. Da muss deutlich ausgebessert werden. Auf dem 2er läufts wahrscheinlich rund, aber es sind immer noch mehr 1er auf dem Markt, als Nachfolger.

    2. Übersichtlichkeit wird mit diesem Grid-System nicht unbedingt geschaffen. Ich wünsche mir die Option zu einer klareren Liste zu wechseln, wenn ich nach Alphabet oder Klassen oder etc suche.

    3. Gleiches gilt für die Einzeldarstellung der Fonts. Ein Preset, um eine der verfügbaren Ansichten als erstes anzuzeigen und nicht erst 3mal zu wischen würde der Usability ungemein helfen. Ich würde gerne eigene Sätze zur Vorschau definieren, aber das ist erst mal nicht so wichtig.

    4. Wenn ich die Offline Option anklicke sollten wirklich NUR die Offline Schriften angezeigt werden. So ist es verwirrend.

    Grundsätzlioches Fazit: Schick gemacht, sehr praktisch für die Buchlose Schriftensuche, aber gerade im Bereich Performance/Usability besteht Nachholbedarf. Aber den kann man ja durch Updates erreichen!

  34. arti

    Ich schliesse mich Torsten an. Das Icon beleidigt mein Auge! Wie kann den so was Euer Haus verlassen?

  35. Jürgen Siebert

    Weiß ich auch nicht arti. Am Montag werden Köpfe rollen, das versprech’ ich dir.

  36. Jürgen Siebert

    @Getchaus: Wenn du die Offline-Option anklickst werden tatsächlich NUR die Offline Schriften angezeigt.

  37. Michael Hartmann

    So, nachdem ich nun zwei Tage ausgiebig die neue FontBook-App getestet habe, muss ich gestehen: Ich liebe sie! :-)

    Es macht sehr viel Spaß die App zu nutzen, da die Navigation super funktioniert und die App zudem noch fantastisch aussieht. Das Design ist wirklich ausgesprochen gelungen. Danke für diese tolle Software.

  38. Michael Hartmann

    Ach so: Der Screensaver ist ebenfalls klasse. :-)

  39. getchaos

    @Jürgen Siebert

    Ja ok, ich habs glaub ich etwas unglücklich formuliert.
    Wenn man jetzt “nur offline” anklickt, werden ja die verfügbaren Schriften mit einem gelben Kreis angezeigt. Es werden trotzdem die restlichen Schriften in der Übersicht gezeigt.

    Es wäre praktisch, wenn beim offline Modus in der Übersicht alle nicht anzeigbaren Inhalte einfach nicht angezeigt, bzw. dargestellt werden.

    In der derzeitigen Lösung muss ich noch die gesamte Liste durchscrollen um die Typos zu sehen, die offline verfügbar sind…

    Grüße

  40. Jürgen Siebert

    Sorry, getchaos, die gelben Kreise kennzeichnen NICHT die Schriften oder Designer, die zum Offline-Inhalt gehören sondern großvolumige Oevres (z. B. große Foundries, fleißige Designer, Riesenschriftfamilien). Es ist tatsächlich so, dass beim Einschalten des Offline-Modus in allen Ecken und Winkeln der App (außer bei VERGLEICHEN – das ist ein Bug, der aber nicht groß stört) nur noch die vorgeladenen Fonts zu sehen sind (die mit der App geliefert werden).

  41. Thomas

    Der Preis ist mir hier zu hoch. Ganz klar ist diese App schon was besonderes aber für mich genau 1,99 Euro zuviel.

  42. Asaad

    @Thomas:
    Meinst du das wirklich ernst? Du kannst dir auch gerne das letzte Fontbook kaufen. Das kostet nur 94EUR mehr. 4,99 für eine sehr gute App sind absolut in Ordnung. Musst die App ja nicht kaufen :)

  43. Jyrgen S.

    hopefully soon at the mac app-store too!

  44. Martin

    Welche Schriftart wurde denn für die Fontbookapp verwendet?

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